Nach 220 Jahren – Wiederaufführung von Bach Konzert in Tann 31.10.18

„Gehet hin durch die Tore"

Wiederaufführung einer Bach-Kantate nach über 220 Jahren
Zu hören sein wird das Werk im Gottesdienst am Reformationstag (Mittwoch, 31. Oktober 2018) um 19:30 Uhr in der Tanner Stadtkirche.

Ausführende sind der Kirchenchor Tann, das Rathgeberensemble Fulda sowie Sopranistin Anna Ziert unter der Leitung von Kantor Thomas Nüdling. Pfarrer Jonathan Stubinitzky wird über die Kantate und ihre Bedeutung zum Reformationsfest predigen.

In der Geschichte Tanns findet sich ein Sprössling des weit verzweigten Bach-Geschlechts: Johann Michael Bach (1745-1820). In Struth bei Schmalkalden geboren, verbrachte er, nach Reisen durch Europa, zwei längere Phasen seines Lebens, nämlich von 1768 bis 1778 und dann noch einmal von 1785 bis 1795 als Kantor in der Rhönstadt.

Als ehemalige Wirkungsstätte Johann Michael Bachs bildet Tann seit einigen Jahren ein Zentrum der Beschäftigung mit seiner Musik. In mehreren Gottesdiensten und Konzerten wurden hier bereits viele seiner Werke nach über 200 Jahren aus dem Dornröschenschlaf geweckt und vom Kirchenchor Tann mit Orchestern und Solisten in Gottesdiensten und Konzerten wieder aufgeführt.

Mit „Gehet hin durch die Tore“ soll nun eine weitere Kantate wieder am Ort ihres Entstehens erklingen. Dafür hat Kantor Thomas Nüdling die Kopie einer Handschrift aus dem Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Rudolstadt erworben und sie für heutige Verhältnisse und die geplante Aufführung eingerichtet.

Nüdling spricht dabei von kleineren und größeren Herausforderungen: „Jede Note, jedes Zeichen und jedes Wort müssen in den PC eingegeben werden. Manchmal kann man aber Vieles nicht richtig lesen, weil es einfach undeutlich geschrieben ist oder sich das Alter des Papiers bemerkbar macht.“

Die Aufführung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Geschichtsverein Tann und wird gefördert von der Kirchenmusikstiftung Ziegler (Paderborn) und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Projektes LandKulturPerlen.