„Stadt in der Stadt“ – Tiberanda brachte Leben nach Meiningen

„Der Ort, an dem man Träume lebt, gemeinsam neue Wege geht“ - Das ist die Kinderstadt „Tiberanda“ in Meiningen. Nach einer aufregenden Woche feierten die 133 Kinder gemeinsam mit ihren 55 Betreuern und Familien am Samstag das große Kinderstadtfest.

Vom 3. bis 8. August hatte „Tiberanda“ wieder die Zelte auf dem Parkplatz der Volkshochschule aufgeschlagen. In gerade mal drei Tagen entstand aus einem gewöhnlichen Parkplatz eine kleine „Stadt in der Stadt“, wie Moderator, Helfer und Mitorganisator Tom Pauße zur Begrüßung berichtete.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Klaus (Vivian Frey) sorgte er jeden Tag für Stimmung in der Kinderstadt, die in diesem Jahr so viele Anmeldungen hatte, wie noch nie.

Doch auch das Angebot der Berufe war enorm: Zwischen 17 Möglichkeiten die richtige Wahl zu treffen, war gar nicht so leicht. Kleine und große Steinbildhauer, Museumsmacher, Naturkosmetiker, KFZ-ler, Schrottdesigner, Köche, Schneider, Instrumentenbauer, Filmemacher, Notfallsanitäter, Abenteurer, Künstler, Buchbinder, Schauspieler, Redakteure, Maskenbauer und Tänzer erweckten die Stadt zum Leben.

Auch Janine Merz, 1. Beigeordnete der Stadt Meiningen (SPD), würdigte das Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer: „Die Stadt wird jedes Jahr noch toller gestaltet, vielen Dank dafür.“ 

Handwerkliches Geschick gezeigt

Ein beliebtes Arbeitsfeld, das schon seit 2018 dabei ist, sind die Kfz-Mechaniker. Und seitdem wird getüftelt, was das Zeug hält.

Dieses Mal schaffte man es erstmals nach all den Jahren, das Auto zum Fahren zu bringen. Der Motor knatterte, das Gefährt rollte ohne Hilfe. Mit jeder Menge Applaus wurde die Arbeit der vergangenen Woche belohnt.

Ihre Hände gespürt haben auch die Steinbildhauer am Ende der Kinderstadt-Woche. Ihr einzigartigem Projekt wurde unter großem Staunen enthüllt: Das Relief von Herzog Georg II. soll nun einen Platz in den Ausstellungsräumen der Meininger Museen finden.

Naturkosmetiker und Schneider zeigten ebenfalls ihr Können und boten ihre Waren zum Verkauf an - vom Badesalz bis zum Kosmetiktäschchen war alles dabei. Köstlichkeiten aus der „Leckeranda“-Küche konnten die Besucher probieren. Wie viel Arbeit in der Herstellung eines Buches steckt, erfuhr man am Stand der Buchbinder.

Eine Ukulele stellten die Instrumentenbauer her. Die bunten Kreationen konnte man am Samstag klingen hören. Viele blicke auf sich zogen auch die Schrottdesigner: Mit ihren selbst gebauten Lampenschirmen haben die Kinder eine tolle Erinnerung an die „Tiberanda“-Woche.

Kreativität stand hoch im Kurs

Die Künstler zeigten in diesem Jahr ihre Lieblingsorte in Meiningen. Auf einer großen Karte wurden diese mit jeder Menge bunten Farben dargestellt.

Die Maskenbauer hatten sich zum Ziel gesetzt, eine spannende Maske zu fertigen und diese mit einer kleinen Präsentation beim Kinderstadtfest vorzustellen. Der Auftritt ist geglückt und wurde mit jeder Menge Applaus belohnt.

Beifall bekamen auch die Tänzerinnen, die sich in diesem Jahr im HipHop ausprobieren wollten. In nur wenigen Tagen lernten die Mädchen eine tolle Choreografie.

Eine Improshow, bei der die Zuschauer helfen, eine Geschichte zu erfinden, stellten die Schauspieler in diesem Jahr auf die Beine. Gemeinsam mit ihrem Betreuer Vivian Frey lernten sie außerdem eine Szene aus der „Schule der magischen Tiere“ auswendig. Große Klasse!

Einen Horrorfilm mit dem Meininger Herzog in der Hauptrolle? Das haben sich die Filmemacher zum Ziel gesetzt. Das Video „Wo ist Georg?“ wurde am Samstag gezeigt und erscheint in den nächsten Tagen auf dem YouTube-Kanal der Kinderstadt.

Immer auf dem neuesten Stand

Die Redakteure der „Hennenpost“ berichteten die ganze Woche im Meininger Tageblatt über die Kinderstadt. Am Samstag wurde die Sonderausgabe mit exklusiven Interviews angeboten.

Was man bei einem schweren Motorradunfall alles beachten muss, verinnerlichten die Notfallsanitäter in den vergangenen Tagen. Ihr Gelerntes wurde dann auf der großen Bühne präsentiert.

Ganz neu mit dabei waren die Abenteurer. Sie schrieben spannende und fantasievolle Geschichten, welche am Samstag auslagen.

Museumsarbeit ist langweilig? Auf keinen Fall! Die neue Ausstellung „Georg für alle - Die Handzeichnungen des Herzogs“ wurde von den Kindern mitgestaltet und wird am 20. August feierlich eröffnet. Die Kinder haben die Zeichnungen ausgewählt, gerahmt und mit selbstgeschriebenen Objektschildern versehen.

Tiberanda hey!

So wie die Woche begann, endete sie zum Stadtfest wieder: Mit der Tiberanda-Hymne. Unzählige Eindrücke, exklusive Einblicke und wunderbare Erinnerungen behalten die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 13 Jahren bestimmt noch lange im Kopf.

Kinderbürgermeister Milo dankte seinen Stadträten und Betreuern für die „vielen schönen Jahre“, die er in der Kinderstadt erleben durfte. Im nächsten Jahr wird er zu alt sein - aber vielleicht kommt er als Helfer irgendwann zurück.

Mit einem letzten gemeinsamen Singen endete die Tiberanda-Kinderstadt in Meiningen, sentimental wie in jedem Jahr. Weitere Infos zur Kinderstadt online: tiberanda.de.