Von der Bernshäuser Kutte bis zur Bundespolitik: CDU-Ortsverband wanderte mit Christian Hirte

Gastbeitrag von Rüdiger Christ

Zu einer besonderen Kombination aus Heimat, Natur und Politik hatte der CDU-Ortsverband Dermbach-Rhön am Freitag eingeladen. Gemeinsam mit Christian Hirte, Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, ging es auf eine sommerliche Wanderung rund um Bernshausen.

Ortsverbandsvorsitzender Alexander Ruppert begrüßte die Teilnehmer, darunter Christian Hirte, Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk sowie zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates Dermbach. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen wurde die ursprünglich geplante Wanderstrecke etwas verkürzt.

Treffpunkt war um 18 Uhr am Landhotel „Zur Grünen Kutte“ in Bernshausen. Die Führung übernahm Gundi Heidinger, zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und Seniorchefin des traditionsreichen Landhotels.

Bernshausen – ein kleiner Ort mit viel Geschichte und Charakter

Zum Auftakt stellte Gundi Heidinger ihren Heimatort Bernshausen vor. Der kleine Ortsteil der Gemeinde Dermbach zählt rund 80 Einwohner und liegt idyllisch eingebettet in der Rhöner Landschaft.

Beim Rundgang durch das Ortszentrum stellte Heidinger unter anderem die evangelische Johanneskirche, das Landhotel „Zur Grünen Kutte“ und die Dorfmitte vor. Anschließend besichtigte die Wandergruppe die kleine evangelische Johanneskirche, die sich in einem sehr guten Zustand befindet.

Mit viel Sachkenntnis berichtete Heidinger über die Geschichte des Gotteshauses und seine Bedeutung für das Dorf. Auch heute finden dort regelmäßig Gottesdienste statt.

Heimatgeschichte über Generationen bewahrt

Eine besondere und sehr persönliche Note erhielt die Führung durch Gundi Heidinger, als sie aus einem Aufsatz zitierte, den bereits ein Vorfahre von ihr vor mehr als 100 Jahren über seinen Heimatort Bernshausen verfasst hatte.

Damit wurde Geschichte auf besondere Weise lebendig. Die historischen Schilderungen ihres Vorfahren gaben den Teilnehmern einen Eindruck davon, wie Bernshausen und das Leben seiner Bewohner vor mehr als einem Jahrhundert wahrgenommen und beschrieben wurden.

Für die Wandergruppe war dieser Rückblick etwas Besonderes, denn die Worte aus dem historischen Aufsatz stellten eine unmittelbare Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart her.

Zugleich zeigte sich, wie wertvoll solche persönlichen Aufzeichnungen für die Bewahrung der Ortsgeschichte und der eigenen Heimatverbundenheit sind.

Gundi Heidinger bewahrt damit nicht nur ein Stück Familiengeschichte, sondern trägt zugleich dazu bei, die Geschichte Bernshausens an die nächste Generation weiterzugeben.

Ein Naturjuwel mitten in der Rhön

Nach der Besichtigung der Kirche führte der Weg zur Bernshäuser Kutte, die auch als „Grüne Kutte“ bekannt ist. Bereits auf dem Weg dorthin entwickelten sich zahlreiche angeregte Gespräche unter den Teilnehmern.

An der Kutte angekommen, erklärte Gundi Heidinger zunächst mit einem kleinen Augenzwinkern, dass mit dem Begriff „Kutte“ keineswegs ein Kleidungsstück gemeint sei. Vielmehr handelt es sich um einen rund 50 Meter tiefen, nahezu kreisrunden Erdfallsee.

Die Wasserfläche der Bernshäuser Kutte umfasst rund 5 Hektar. Der See erreicht eine größte Tiefe von etwa 47 Metern und besitzt einen maximalen Durchmesser von rund 250 Metern.

Der fast kreisrunde Einbruchstrichter entstand durch einen Erdfall infolge unterirdischer Salzauslaugungen. Umgeben von Wald und den rotleuchtenden Buntsandsteinwänden bietet die Kutte ein beeindruckendes Landschaftsbild. Eichen und Buchen spiegeln sich im Wasser und gaben dem See seinen Namen „Grüne Kutte“.

Zwischen den Felswänden und dem Wasser verläuft ein schmaler Pfad, auf dem sich der See umrunden lässt.

Besonders bemerkenswert ist der Schutzstatus des Gebietes. Bereits 1942 wurde die Bernshäuser Kutte unter Naturschutz gestellt. Das Naturschutzgebiet umfasst heute eine Fläche von rund 13 Hektar.

Gundi Heidinger zeigte den Teilnehmern zahlreiche interessante Details am Wegesrand. Besonders eindrucksvoll waren die teilweise offenliegenden Baumwurzeln, die sich regelrecht um den Buntsandstein klammern.

Mit großer Begeisterung vermittelte die Natur- und Landschaftsführerin den Wanderern die Besonderheiten dieses außergewöhnlichen Naturraumes und machte deutlich, welch wertvolles Naturjuwel direkt vor der eigenen Haustür liegt.

Rhöner Landschaft und gelebte Gastfreundschaft

Auf dem Rückweg nach Bernshausen erläuterte Heidinger weitere Besonderheiten der Landschaft und gab den Teilnehmern interessante Einblicke in Natur, Geschichte und Tourismus der Region.

Dabei konnten auch die touristischen Angebote rund um das Landhotel „Zur Grünen Kutte“ in Augenschein genommen werden. Besonders beeindruckend sind unter anderem der Sternenwagen und die großzügigen Reitanlagen.

Das Landhotel selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits seit 1903 wird der Betrieb geführt und befindet sich heute in der sechsten Generation im Familienbesitz.

Stammtisch unter freiem Himmel

Nach der Wanderung traf sich die Gruppe zum gemeinsamen Stammtisch im Garten des Landhotels, im Schatten der kleinen Johanneskirche.

Ortsverbandsvorsitzender Alexander Ruppert eröffnete den gemütlichen Abend mit einem kurzen Rückblick auf die Arbeit und das Engagement des CDU-Ortsverbandes Dermbach in den vergangenen Monaten.

Dabei wurde auch an ein erst vor kurzer Zeit verstorbenes Mitglied des Ortsverbandes erinnert und in würdigem Rahmen gedacht.

Christian Hirte berichtet aus Berlin

Höhepunkt des Abends war der Bericht von Christian Hirte über seine Arbeit als Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.

Hirte gab den Anwesenden einen Einblick in aktuelle Vorhaben der Bundesregierung und stellte sich anschließend den Fragen der Teilnehmer.

Ein Thema war das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz. Ziel des Gesetzes ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren grundsätzlich und insbesondere in den Bereichen Verkehr und Energie effizienter zu gestalten und dadurch notwendige Vorhaben schneller voranzubringen.

Auch die geplante Reform des Führerscheinwesens wurde angesprochen. Der Führerscheinerwerb soll künftig deutlich bezahlbarer, digitaler und verkehrssicherer werden. Gleichzeitig sollen Fahrschulen von unnötiger Bürokratie entlastet werden.

Hirte, selbst Vater von drei Kindern, sprach zudem mit Sorge über die hohe Verschuldung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Zukunft.

Gute Nachricht für Simson-Fahrer

Als einen konkreten Erfolg konnte Hirte die neue Regelung für reimportierte DDR-Kleinkrafträder hervorheben.

Künftig können auch reimportierte Simson-Fahrzeuge unter die bekannte 60-km/h-Ausnahmeregelung fallen, wenn sie bis Ende Februar 1992 erstmals in Verkehr gebracht wurden.

Gerade in Thüringen stieß diese Nachricht auf großes Interesse und wurde von den Teilnehmern mit deutlichem Beifall aufgenommen.

Dank für einen gelungenen Abend

Zum Abschluss des Abends bedankte sich Alexander Ruppert bei Gundi Heidinger für die fachkundige und engagierte Führung durch Bernshausen und rund um die Bernshäuser Kutte. Auch Christian Hirte erhielt als Dank für seinen Besuch und den offenen Austausch ein kleines Präsent.

Beide Präsente wurden von den Teilnehmern mit Beifall bedacht. So ging ein abwechslungsreicher und rundum gelungener Abend zu Ende. Die Wanderung verband eindrucksvoll die Schönheit und Geschichte der heimischen Rhön mit aktuellen politischen Themen.

Neben vielen neuen Eindrücken standen vor allem die persönlichen Gespräche und der offene Austausch im Mittelpunkt.

Natur erleben, Heimat kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen und Politik aus erster Hand erfahren, der Abend in Bernshausen zeigte einmal mehr, wie vielseitig ein politischer Stammtisch gestaltet werden kann.

Für die Teilnehmer blieb vor allem eines: Viele starke Eindrücke, gute und angeregte Gespräche sowie eine hervorragende Bewirtung mit leckeren Speisen und Getränken im Landhotel „Zur Grünen Kutte“.