Mitteilung der Stadt Gersfeld (Rhön)
Wer die letzten Tage den Radweg R1 auf Höhe der Kläranlage in den Schopfwiesen in Gersfeld gefahren ist, dem werden die großen Gruben und Erdhügel aufgefallen sein, die sich derzeit dort zeigen.
Diese stehen im Zusammenhang mit dem Neubau unserer Kläranlage in den Schopfwiesen, der vor Kurzem mit diesen Erdbaumaßnahmen begonnen hat.
Zum Hintergrund: Die, Anfang der 90er-Jahre in Betrieb genommene, Kläranlage ist am Ende ihrer Betriebszeit angekommen. Die dort eingesetzt Technik zur Abwassereinigung – eine sog. Scheibentauchtropfkörperanlage mit Schönungsteichen – schafft es insbesondere in extremen Betriebszuständen nicht mehr sicher, die staatlich festgesetzten Ablauf- und Einleitewerte einzuhalten.
Dies ist etwa in Zeiten andauernder starker Trockenheit, in den die Abwässer sehr konzentriert in der Kläranlage ankommen, der Fall.
Außerdem waren wir in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit mechanische Schäden an der Anlage konfrontiert, die aufwendig und teuer repariert werden mussten. Es bestand also Handlungsbedarf.
Wie die Wasserversorgung gehört auch die Abwasserbeseitigung zu einer unserer grundlegenden und wichtigen Infrastrukturen. „Abwasserreinigung ist gelebter Umweltschutz und eine kommunale Pflichtaufgabe, um die wir uns mit Priorität kümmern“, heißt es aus dem Rathaus.
So wurde, in einem intensiven Prozess, auf und neben dem Gelände der Kläranlage in den Schopfwiesen die Neuerrichtung einer modernen Reaktor-Kläranlage nach dem sog. BIOCOS-System geplant: „In einem Belebungsbecken, das wir bauen werden, wird das Abwasser in mehreren mechanischen und biologischen Zyklen gereinigt und letztendlich, in einer hohen Qualität, in die Fulda eingeleitet werden“, heißt es.
Der Bau der neuen Anlage wird sich über ca. zweieinhalb Jahre erstrecken und voraussichtlich etwa 10 Mio. Euro kosten. Er muss im laufenden Betrieb der derzeitigen Anlage stattfinden, da natürlich auch in der Bauphase die Abwässer weiterhin gereinigt werden müssen. Teile der alten Anlage werden auch für den Neubau nutzbar gemacht werden können.
„Auch ist es zu unserer Freude gelungen, nachdem aufwendige Gutachten und Analysen erstellt wurden (die uns allein ca. 50.000 Euro gekostet und über ein Jahr gedauert haben), eine Förderung von immerhin ca. 1 Mio. Euro für dieses Projekt zu akquirieren“, so die Stadtverwaltung.
Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, soll auch der R1 in diesem Bereich sanieret werden. Vorher, wenn dieser noch mit schweren Baufahrzeugen befahren werden muss, mache dies keinen Sinn.
