Gastbeitrag von Sabine Göbel
Im Ostheimer Orgelbaumuseum begeisterte am vergangenen Sonntag Kirchenmusikdirektor Jörg Walter aus Berlin sein Publikum. Der Musiker hat 2015 das Harmoniumspiel für sich entdeckt.
Die einzigartigen Möglichkeiten und die individuelle Ausdrucksstärke des Harmoniums faszinierten ihn sofort. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit der historischen Spieltechnik, entdeckt immer wieder bessere Instrumente und bringt sie einem wachsenden Publikum näher.
Im Mittelpunkt dieses Konzertes stand ein Kunstharmonium aus der Werkstatt Teofil Kotykiewicz in Wien, das 1907 von dem Erfinder des Postsparbuchs, Karl von Lenz, gekauft wurde. Seitdem ist es einige Male unbeschadet umgezogen, blieb jedoch stets in der Familie.
Der Urenkel des Erwerbers, Prof. Dr. med. J. Steinhoff, hat es nun dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Was dieses mit einigen Zusatzfunktionen ausgestattete Druckwind-Harmonium alles kann, erklärte und demonstrierte Jörg Walter während seiner Einführung.
Im anschließenden Konzert konnte das Publikum die Klangvielfalt unmittelbar erleben. Kompositionen aus der Romantik wurden von Filmmusik und Berliner Gassenhauern abgelöst.
Die exzellente Beherrschung des Instruments durch den Künstler und der daraus resultierende Hörgenuss bereiteten allen Anwesenden große Freude.

