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„LICHT und SALZungen“ vereint Chöre, Bands & Publikum auf dem Marktplatz

Rund 240 Menschen erlebten einen ökumenischen Open-Air-Gottesdienst, in dem traditionelle Choräle und moderne christliche Songs zu einem facettenreichen Klang verschmolzen.

Gastbeitrag von Julia Otto

Rund 240 Menschen kamen am Samstagabend zum ökumenischen Open-Air-Gottesdienst „LICHT und SALZungen“. Manche waren gezielt gekommen, andere blieben beim Spaziergang stehen und hörten zu.

Viele sangen schließlich einfach mit. Unter ihnen war auch Bürgermeister Klaus Bohl. Die Stadt hatte den Marktplatz für den musikalischen Gottesdienst zur Verfügung gestellt.

Was diesen Abend besonders machte, war das Zusammenspiel: Menschen aus verschiedenen christlichen Konfessionen und Gemeinden, Musikerinnen und Musiker unterschiedlichen Alters und ein Publikum, das nicht einfach nur zuschaute.

Der vereinte Chor mit Sängerinnen und Sängern aus der Ökumenischen Stadtkantorei, der Neuapostolischen Kirche und weiteren Chören aus der Region sangen und spielten gemeinsam mit Instrumentalisten.

Dazu kamen das Saxophonensemble der Musikschule des Wartburgkreises, die Kirchenkreisband „F.L.O.W.“, die Jugendband „Tehillah“, das Blechbläserensemble „AHA-Hornsound“ und ein Streicherensemble mit Gastmusikern.

So entstand aus vielen einzelnen Stimmen und unterschiedlichen Instrumenten ein gemeinsamer, facettenreicher Klang. Traditionelle Kirchenlieder trafen auf moderne christliche Songs: Choräle wurden in neue Arrangements eingebettet, verschmolzen mit Elementen aus Swing und Jazz und eröffneten so eine spannende Verbindung verschiedener musikalischer Stilwelten.

Tradition und Moderne begegneten sich, ohne ihre jeweilige musikalische Identität zu verlieren – und formten gemeinsam etwas Neues.

Gesungen und gespielt wurden unter anderem „Wahre Liebe“, „Herz und Herz“, „Jesus, dein Licht“, „Wunderbarer König“, „Lebensgrund“, „Unser Land“ und „Mein Jesus“.

Licht und Salz für die Gesellschaft

Inhaltlich ging es um die beiden Bilder, die dem Abend seinen Namen gaben: Licht und Salz. Die Lesungen aus dem Johannesevangelium übernahmen Diana Schmidt-Vogelei und Ingo Grahmann von der Neuapostolischen Kirche. Grahmann nahm aus dem Johannesevangelium besonders den Gedanken der Einheit auf.

Pfarrer Christian Bock von der katholischen Kirche griff in seiner Predigt die Worte Jesu aus der Bergpredigt auf: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“

Der kath. Pfarrer sprach darüber, was Christinnen und Christen heute in die Gesellschaft einbringen können. „Wir sind Salz und wir sind Licht“, sagte er.

Auch wenn Christen zahlenmäßig nicht viele seien, hätten sie eine Strahlkraft. Sie könnten den „Geschmack der Gesellschaft“ mitwürzen – durch das, was sie aus dem Evangelium heraus im Alltag leben und tun.

Dabei gehe es nicht darum, groß oder laut zu sein. Vielmehr gehe es darum, den eigenen Glauben glaubwürdig zu leben und darauf zu vertrauen, von Gott getragen zu sein.

„Seien wir also Licht und Salz in unserer heutigen Gesellschaft“, sagte Christian Bock zum Abschluss seiner Predigt.

Dass Kirche und Musik auch für junge Menschen einen eigenen Ausdruck haben, zeigte die Jugendband „Tehillah“, die „Kellerband“ gemeinsam mit der Kirchenkreisband „F.L.O.W.“ mit rockigem Sound „Jesus is King“ mit dem Hintergrund für unseren Glauben schämen wir uns nicht.

Junge Musikerinnen und Musiker standen auf dem Marktplatz und brachten ihre eigene musikalische Sprache in den Gottesdienst ein.

Ein Prüfungsprojekt mit besonderem Ausgang

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Superintendent Christoph Ernst Ariel Arnhold Blumen. „Ich darf das Verraten, Ariel: Das ist heute dein Prüfungsprojekt. Was wir hier feiern“, sagte der Superintendent. Die Worte wurden mit kräftigem Applaus von den Gästen sowie den Musikerinnen und Musikern aufgenommen.

Anschließend sprach Christoph Ernst sehr persönlich über Ariel Arnholds Arbeit im Kirchenkreis und griff dabei einen bekannten Spruch auf: „Alle sagten, das geht nicht. Aber dann kam einer, der wusste das nicht – und hat es einfach gemacht.“

Die Gäste schmunzelten. Genau diese Haltung verbinde er mit dem gebürtigen Argentinier. „Ariel ist jemand, der wirklich sagt: Warum soll man das nicht machen?“

Bereits im vergangenen Jahr hatte Ariel Arnhold einen Open-Air-Gottesdienst organisiert. „Und in diesem Jahr hast du noch einen draufgesetzt“, sagte Christoph Ernst.

Im Namen des Kirchenkreises gratulierte der Superintendent, Ariel Arnhold zum Abschluss seiner Ausbildung zum Popkantor und dankte ihm für alles, „was du hier auf die Beine gestellt hast und immer weiter organisierst“.

Die Gesamtleitung von „LICHT und SALZungen“ lag bei Ariel Arnhold. Musikalisch unterstützt wurde er von Hartmut Meinhardt, Chorleiter der Ökumenischen Stadtkantorei, Frank Schmidt, Chorleiter der Neuapostolischen Kirche, und Jochen Wölkner, Leiter des Saxophonensembles der Musikschule des Wartburgkreises.

Mit dem Song „Danke, mein Herr“ endete der Gottesdienst. Und es war spürbar, was an diesem Abend immer wieder Thema gewesen war: Gemeinschaft.

Nicht als großes Wort, sondern ganz konkret – im gemeinsamen Singen, im Zuhören, im Miteinander der verschiedenen Kirchen und in den Menschen, die spontan einfach stehen geblieben waren.

Man konnte an diesem Abend auf dem Marktplatz tatsächlich spüren: „Hier wächst etwas zusammen“.