Gastbeitrag von Susanne Westheuser
Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Bad Salzungen und Gäste nahmen Mitte September an einer Haldenführung auf den Monte Kali Heringen teil.
Vorbei am Aussichtspunkt Bodesruh fand man sich am Parkplatz direkt neben der Halde Monte Kali Heringen gegen 14 Uhr ein. Leider war das Wetter nicht gesonnen, die Teilnehmenden konnten den herrlichen Picknickplatz, umgeben von riesigen Bäumen, nicht nutzen, fanden aber alle trockenen Unterschlupf im Holz-Pavillon.
Dort stimmten sie sich mit heißem Kaffee und leckerem Kuchen auf das kommende Erlebnis ein.
Die beiden Haldenführer Jörg Wolf und Harald Heilke begrüßten die Verbandsmitglieder herzlich und boten ihnen mit den ersten Informationen den Einstieg in die komplexe Themenwelt.
Betriebsziel des Werkes: Sicherstellung der Rohstoffversorgung (Kaliumsalze) unter Berücksichtigung von Umweltschutz- bzw. Renaturierung!
„Uns war schnell klar, trotz geringer Sichtweite, Wind und Nieselregen, werden die Flut an Informationen und die Atmosphäre auf der riesigen Salzhalde uns einen unvergesslichen Nachmittag bereiten“, berichtet die Kreisorganisatorin.
Mit wetterfester Kleidung fuhr man in zwei Gruppen im Kleinbus eine Steigung von teils 30 % auf die hohe Ebene des Monte Kali Heringen und das große Staunen begann. Das ausgeklügelte System der Förderbänder beeindruckte!
In bestimmten Sicht- und Aufenthaltszonen erlebten sie zu Fuß den salzigen Untergrund und „erwanderten“ den Monte Kali Heringen.
Die Halde mit einer Höhe von 520 m ist Speicher für Rückstand der verbleibenden Salze, sie entsteht durch wiederkehrendes Aufschütten des Materials.
Stetige Forschung hat zum Ziel, diese Menge Rückstand durch effektivere Nutzung zu minimieren, kluge Nutzungsideen für die Zukunft gibt es, diese werden nach Möglichkeiten vorangetrieben, bis dahin wird weiter abgelagert, erfuhren die Mitglieder.
Entwässerung und Stabilisierung werden ständig streng überwacht, zum Schutz von Grundwasser und Umwelt. Ziel ist Herstellung naturnaher Lebensräume durch Begrünung der Haldenoberfläche, also Anlage von standortangepassten Vegetationsdecken aus robusten Gräser- und Kräuterschichten als Grundlage für Biodiversität zur Förderung der Ökosystem-Dynamik.
So Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger schaffen und erhalten, denn erste Erfolge der aufwendigen Arbeit gibt es bereits: Bienen, Insekten, Vögel und sogar Hasen wurden hier schon beobachtet.
„Die Natur erobert sich auf wunderbare Weise die Fläche! Gerne werden wir diese Entwicklung verfolgen, wir kommen wieder, auch um die fantastische Rundum-Aussicht auf unsere Heimat bei besserem Wetter zu erleben“, so der Blinden- und Sehbehindertenverband.
Die zweistündige Führung am Monte Kali war, trotz ungünstiger Witterung, eine große Bereicherung für jeden Teilnehmer – eine klare Weiterempfehlung!
Ein sehr herzliches Dankeschön an die beiden Haldenführer, denen es gut gelang, sich auf die Besonderheiten der Info-Übermittlung einzustellen!
Großer Dank auch an den Lions Förderverein „Rhön-Werra“ Bad Salzungen. Nur durch dessen großzügige Zuwendung ist eine solche Vereinsarbeit möglich!
