Gastbeitrag von Katrin Knüpfer
Ein Tag, zehn Einsatzstellen und viele neue Eindrücke. Zum ersten Mal veranstaltete die Regelschule Dermbach gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Wartburgkreis einen Schülerfreiwilligentag.
Die Achtklässler konnten am 24. September in Dermbach, Zella, Weilar und Möhra erleben, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement ist.
Ehrenamt einmal anders erleben
Anpacken, ausprobieren und Neues lernen – all das war beim Schülerfreiwilligentag am 24. September für die Achtklässler der Regelschule Dermbach möglich. Dabei bot das regionale Ehrenamt eine große Bandbreite.
In der Evangelischen Kirchgemeinde erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Büroarbeit, bereiteten Geburtstagspräsente vor, stöberten im Archiv und bepflanzten Blumenkübel.
Auch die Katholische Kirchgemeinde zeigte, wie viele Aufgaben hinter dem kirchlichen Alltag stecken. Neben Informationen zu verschiedenen Ehrenämtern packten die Jugendlichen beim Muttergottes-Beet und bei kleineren Reinigungsarbeiten mit an. Ein Blick ins Kirchenarchiv, ein Rundgang durch Kirche sowie der Aufstieg zum Glockenturm machten Geschichte hautnah erlebbar.
Im Freundeskreis Museum und Bibliothek Dermbach e. V. hieß es „Ärmel hochkrempeln!“. Bücher wurden sortiert, abgestaubt und neu arrangiert. Auch bei der Vorbereitung einer Veranstaltung konnten die Jugendlichen unterstützen.
Beim Kunst- und Kulturverein Dermbach e. V. gab es den sprichwörtlichen Blick hinter die Kulissen des Musicals „Rhönpaulus“. Die Schüler halfen dabei, die aufwendig gestalteten Kulissen umzulagern und Ordnung zu schaffen. Gleichzeitig erfuhren sie mehr über das Musical, das in Dermbach entstanden ist und hier mehrfach aufgeführt wurde.
In der Ökumenischen KITA „Regenbogen“ lernten die Achtklässler Räumlichkeiten und Tagesabläufe kennen. Mit Pinsel und Farbe sorgten sie gleichzeitig für einen sichtbaren Farbtupfer am Gartenzaun.
Bei der Stützpunktfeuerwehr Dermbach wurde es praktisch. Die Jugendlichen lernten Geräte, Fahrzeuge, Löschtechnik und Abläufe kennen. Bei Übungen zur Brandbekämpfung und Rettung konnten sie sich selbst ausprobieren und hatten dabei sichtlich Spaß.
Das UNESCO Biosphärenreservat Rhön verband handwerkliches Geschick mit Naturwissen. Die Jugendlichen bauten Vogel-, Fledermaus- und Haselmauskästen. Außerdem lernten sie Apps kennen, mit denen sich Pflanzen und Tiere bestimmen lassen.
In der Diakonie Seniorenresidenz Weilar stand die Begegnung im Mittelpunkt. Die Jugendlichen kamen mit älteren Menschen ins Gespräch und unterstützten bei der Vorbereitung der Mahlzeiten. So wurde schnell deutlich, dass Ehrenamt auch Nähe und Zeit für andere bedeutet.
Bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Westthüringen, konnten die Schüler ihr Wissen in Erster Hilfe und im Brandschutz erweitern. Auch hier lag der Schwerpunkt im praktischen Ausprobieren.
Im Geflügelpark Möhra des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter lernten die Jugendlichen eine ganz besondere Form des Engagements kennen.
Sie halfen bei der Pflege des Geländes und erfuhren, wie dort vom Aussterben bedrohte Geflügelrassen erhalten und versorgt werden.
Ein Tag, der nachwirkt
Am Folgetag wurde der Schülerfreiwilligentag in der Aula der Regelschule gemeinsam ausgewertet. Eingeladen waren neben den Schülerinnen und Schülern auch Bürgermeister Thomas Hugk sowie Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einsatzstellen.
Die vielfältigen Eindrücke zeigten, wie unterschiedlich Ehrenamt sein kann. Bürgermeister Thomas Hugk zeigte sich begeistert von dem, was die Jugendlichen an diesem Tag erlebt und geleistet hatten und sprach seine Wertschätzung für das Ehrenamt in der Region aus.
Dass dieser Schülerfreiwilligentag ein gelungener Auftakt und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Freiwilligenagentur unbedingt weitergeführt werden solle, darüber sind sich alle Beteiligten einig.
„Unser Dank gilt den zahlreichen Einsatzstellen, ohne deren Engagement dieser Schnuppertag ins Ehrenamt nicht zustande gekommen wäre“, so Katrin Knüpfer von der Freiwilligenagentur.
„Wir würden uns freuen, wenn beim nächsten Mal wieder alle dabei sind. Nur so kann den Jugendlichen Ehrenamt in der Praxis nähergebracht werden.“



