Gastbeitrag von Julia Otto & Maria Lüttich
Rund 160 Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Grundschule „Friedrich Fröbel“ Schweina haben sich am 28. und 29. September intensiv mit Erntedank und Dankbarkeit beschäftigt.
Der erste Projekttag führte die Kinder in die St. Laurentiuskirche und das Gemeindehaus in Schweina. In sieben Stationen konnten sie Musik erleben, biblische Geschichten entdecken, kreativ arbeiten, meditieren und die Kirche erkunden. Am zweiten Tag wurde das Thema in der Schule beim gemeinsamen Kochen und Essen weitergeführt.
Die Idee für das Projekt kam von den Lehrerinnen der Grundschule „Friedrich Fröbel“. Sie fragten die Kirchgemeinde Schweina mit Gemeindepädagogin Juliane Stepan als Kooperationspartner an.
Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendkunstschule Wartburgkreis e. V. in Schweina entstand ein vielfältiges Stationsprogramm. Für die Verantwortlichen war es eine besondere Herausforderung, das Projekt für eine gesamte Grundschule zu organisieren.
An der Orgelstation mit Kreiskantor Damian Poloczek erfuhren die Kinder, wie eine Orgel aufgebaut ist, was Register sind und wie viele Pfeifen das Instrument besitzt.
Sie durften zählen und eigene Fragen stellen. „Wie groß ist die größte Pfeife?“, wollte ein Kind wissen. Die Antwort: 2,50 Meter. Besonders spannend wurde es, als die Kinder selbst die Orgel ausprobieren durften.
Bei Popkantor Ariel Arnhold wurde an der Dankbarkeitsstation mit Wasser musiziert. Die Kinder experimentierten mit Gläsern und Flaschen und entdeckten, wie die Menge des Wassers in den Flaschen den Klang verändert.
„Ich bin mal gespannt, ob das klappt“, sagte ein Kind. Gemeinsam wurde das Lied „Das Leben ist schön“ einstudiert. Später erklang es in der Andacht. Auf die Frage, wofür sie dankbar seien, antwortete ein Kind: „Ich bin dankbar für meine Geschwister.“
Bei einer Mitmachgeschichte mit Gemeindepädagogin Ellen Neues und Praktikantin Sophie Leser ging es um das Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lukas 12, 16-21).
Die Kinder konnten als Chor mitwirken und mussten unter anderem erraten, was eine Heugabel ist. Die Geschichte stellte die Frage, ob Besitz allein ein erfülltes Leben ausmacht und was es bedeutet, mit dem umzugehen, was einem anvertraut ist.
Kreativ wurde es bei Ulrike Kraus und Bea Berthold von der Kunstschule Schweina. Die Kinder gestalteten eine rund sechs Meter lange Erntedanktafel auf Papier.
Weintrauben, Kartoffeln, Gummibärchen und Oreos wurden genannt und anschließend auf Papier festgehalten. Es wurde gemalt, geschnitten, geklebt und experimentiert.
Bei der Dankbarkeitsmeditation mit Alexandra Heidt konnten die Kinder zur Ruhe kommen. Auf Kissen liegend und begleitet von Meditationsmusik und einer Klangschale begaben sie sich auf eine Fantasiereise zu einem „Dankbarkeitsbaum“. Einige Kinder waren dabei so vertieft, dass sie einschliefen.
Bei der Kirchenerkundung mit Gemeindepädagogin Doreen Pehlert entdeckten die Kinder Geschichte und Architektur der St. Laurentiuskirche.
Auch die Erntedankgaben wurden einbezogen. Unter Anleitung von Gemeindepädagogin Juliane Stepan legten die Kinder vor dem Altar selbst aus Obst und Gemüse eine große Blume.
Die Erntedankgaben wurden anschließend zurück in die Schule gebracht, wo sie am zweiten Projekttag gemeinsam verarbeitet und gekocht wurden. Beim anschließenden Essen teilten die Kinder die Ernte miteinander – ganz im Sinne des Erntedankgedankens.
Gemeinsame Andacht
Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Andacht in der St. Laurentiuskirche. Kreiskantor Damian Poloczek begleitete sie an der Orgel. Gemeindepädagogin Juliane Stepan begrüßte die Kinder und dankte allen Beteiligten.
Popkantor Ariel Arnhold begrüßte die Schülerinnen und Schüler mit „Hallo, ciao, ciao, guten Tag“ – und die Kinder erwiderten den Gruß lautstark mit denselben Worten.
Anschließend stimmten sie gemeinsam das Lied „Hallo, ciao, ciao, guten Tag, moin, moin“ von Mike Müllerbauer an. Die Kinderstimmen hallten durch das Kirchenschiff und gaben der Andacht von Beginn an eine fröhliche und lebendige Atmosphäre.
Ein weiterer Höhepunkt war ein Anspiel, das die Religionslehrerinnen Natalie Senf und Maria Lüttich geschrieben und mit den Religionskindern einstudiert hatten. Mit selbst gebastelten Masken und Requisiten zeigten die Kinder, dass Dankbarkeit auch Teilen, Geduld, Zeit und gegenseitige Hilfe bedeutet.
Eine Apfelmeditation griff diese Gedanken auf. Ein kleiner Apfel stand für das Alltägliche, ein großer für die schönen Dinge des Lebens, ein fauliger für bewältigte Schwierigkeiten. Der nicht vorhandene vierte Apfel erinnerte an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die Menschen einander schenken.
Schulleiterin Eileen Bodenstein zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden: „Ich kann mir auch eine Kooperation im nächsten Jahr wieder vorstellen.“
Erntedank wird praktisch
Am zweiten Projekttag erlebten die Lernenden in zehn Stationen in und um das Schulgebäude handelnd Erntedank.
Unter Anleitung des Teams der Kirchgemeinde Schweina mit den Gemeindepädagoginnen Ellen Neues, Doreen Pehlert und Juliane Stepan sowie Praktikantin Sophie Leser bereiteten die Kinder ihre Erntegaben zu.
Geschick und Teamgeist bewiesen die Schülerinnen und Schüler an den Sportparcours. Sie wuchsen in den Teamspielen über sich hinaus und zeigten, was in ihnen steckt.
Das Thema Natur und Dankbarkeit ging Hand in Hand. An einer Pflanzstation streuten die Kinder Kressesamen aus, um diese nun weiter zu pflegen und später zu ernten. Außerdem gestalteten sie kunterbunte Dankbarkeitsgläser, die im schnellen Alltag den Blick auf die kleinen, schönen Dinge lenken sollen.
Die Kinder- und Jugendkunstschule Wartburgkreis e. V. ermöglichte den Kindern außerdem, einen Button in Form einer Sonnenblume mit eigenem Schullogo herzustellen.
Popkantor Ariel Arnhold gab Raum zum kreativen Musizieren und studierte mit den Kindern ein Lied ein, das zur Eröffnung der Feier dargeboten wurde.
Das Schullied der Grundschule Schweina erklang zu Beginn der gemeinsamen Feier auf dem Schulhof neben dem bunt geschmückten Kirmesbaum. Es wurde gesungen, gefeiert und viel gelacht.
„Ein besonderer Dank gilt dem Forst für die Spende des Kirmesbaumes sowie dem gesamten Kollegium der Grundschule Schweina und den Kooperationspartnern der Kunstschule und Kirchgemeinde Schweina, die die Projekttage wertvoll gestaltet und begleitet haben.
Ebenso danken wir auch dem Schulförderverein und der Elternschaft der Grundschule Schweina, mit deren tatkräftiger Unterstützung jede Station gelingen konnte“, so das Organisationsteam.
So wurde Erntedank für die Kinder nicht nur erklärt, sondern erlebbar – in Musik, Kunst, Geschichten, Bewegung, Natur, Stille und Gemeinschaft.














