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Gelungene Pflanzaktion zum Erhalt des Streifenbläulings

Wertvolles Artvorkommen um Ostheim schützen

Streifenblaeuling (Polyommatus damon) Copula am kleinen Lindenberg bei Ostheim (Rhoen); Sand-Esparsette

Pressemitteilung des Biodiversitätszentrum Rhön 

Die Region um Ostheim beheimatet den deutschlandweit wertvollsten Bestand des vom Aussterben bedrohten Streifenbläulings (Polyommatus damon).

Um diese seltene Schmetterlingsart langfristig zu sichern, haben die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Rhön-Grabfeld und das Biodiversitätszentrum Rhön der Regierung von Unterfranken kürzlich zu einer besonderen Pflanzaktion eingeladen.

Gemeinsam mit weiteren Akteuren der Naturschutzverwaltung wie dem Biosphärenreservat Rhön und dem Naturpark Bayerische Rhön setzten sie so ein sichtbares Zeichen für den Erhalt der seltenen Schätze der Rhöner Kalkmagerrasen und führten den erfolgreichen Schutz des Streifenbläulings weiter.

Dass sich diese Population über einen langen Zeitraum halten konnte, ist keineswegs selbstverständlich. Vielmehr spricht es dafür, dass die Flächen bislang mit Sorgfalt und Augenmaß gepflegt wurden.

Denn diese Schmetterlingsart zählt zu den besonders anspruchsvollen Bewohnern extensiv genutzter Offenlandlebensräume und ist auf strukturreiche, artenreiche Wiesen mit geeigneten Futter- und Nektarpflanzen angewiesen, die nur zu bestimmten für die Art unkritischen Zeitpunkten gemäht oder beweidet werden können.

Entsprechend empfindlich reagiert die Art auf Veränderungen der Flächennutzung oder Nichtbeachtung der sensiblen Zeitfenster. Das Vorkommen bei Ostheim ist aufgrund seiner Größe, Kontinuität und Lebensraumqualität von überregionaler Bedeutung und stellt das größte bekannte Habitat außerhalb der Alpen dar – und dennoch ist es klein und fragil.

Weil dieser prominente Naturschatz der Rhön auf der Gemarkung Ostheim liegt, trägt die Stadt eine besondere Verantwortung für ein wertvolles Naturerbe. Denn die Verlustbilanz ist hoch: Seit Beginn des Artenhilfsprogramms (AHP) vor 20 Jahren sind mehr als 40 % der einstigen Vorkommen in Rhön und Grabfeld verloren gegangen und das Aussterberisiko ist nach wie vor nicht abgewendet.

Genau hier setzte die aktuelle Naturschutzaktion an. Um den Lebensraum der Falter nachhaltig zu stärken, wurden Jungpflanzen der Ostheimer Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria) auf einer geeigneten Privatfläche ausgebracht. Diese Pflanzenart ist für das Überleben des Schmetterlings im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig: Sie dient den Raupen des Streifenbläulings als einzige Futterpflanze.

Gerade in Zeiten des anhaltenden Rückgangs vieler Insektenarten kommt dem Erhalt hochwertiger Lebensräume eine immer größere Bedeutung zu. Die auf den Flächen vorhandenen Lebensräume zeigen eindrucksvoll, dass eine Flächenpflege – getragen vom Engagement einzelner Bewirtschafter und Pflegender und ermöglicht durch die Stadt Ostheim als Eigentümerin einiger Flächen – und Naturschutz erfolgreich miteinander vereinbart werden können.