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Nach drei Jahren Vakanz: Eleonore Merkel als neue Pfarrerin in Wernshausen eingeführt

Erntedank und Neubeginn: Rund 250 Menschen feiern in der St.-Lukas-Kirche die Amtseinführung der neuen Pfarrerin des Pfarrbereichs Roßdorf-Wernshausen.

Gastbeitrag von Julia Otto

„Heute ist ein herrlicher Tag“ – mit diesem Lied begrüßte der Eisenbahner Frauenchor Wernshausen am vergangenen Sonntag die Festgemeinde.

Und tatsächlich lag an diesem Erntedanktag etwas Besonderes in der Luft: Nach gut drei Jahren Vakanz hat der Pfarrbereich Roßdorf-Wernshausen wieder eine eigene Pfarrerin.

Rund 250 Menschen waren in die festlich geschmückte St.-Lukas-Kirche gekommen, um Eleonore Merkel in ihr neues Amt einzuführen und gemeinsam Erntedank zu feiern.

Die Freude und auch die Erleichterung waren spürbar. Vor dem Altar standen die reich geschmückten Erntegaben aus den Gemeinden.

Menschen aus Wernshausen, Roßdorf, Rosa, Helmers, Eckardts und weiteren Orten waren gekommen, ebenso Vertreter von Vereinen, Feuerwehr, Flößerverein Mittlere Werra Wernshausen e.V., Kommunalpolitik und Kirche. Familie und Freunde der neuen Pfarrerin sowie Wegbegleiter aus früheren Stationen nahmen ebenfalls am Gottesdienst teil.

Superintendent Christoph Ernst machte in seiner Begrüßung deutlich, dass dieser Tag gleich in zweifacher Hinsicht ein Anlass zum Danken sei.

„Wir danken Gott für alles, was er uns an Gütern für unser Leben jeden Tag neu so reichlich schenkt“, sagte er. Zugleich sei die Amtseinführung einer Pfarrerin in den Pfarrbereich ein Grund zur Freude.

„Wenn in diesen aufgewühlten Zeiten eine Pfarrstelle wiederbesetzt werden kann, ist das für die Kirchengemeinden natürlich ein Grund zum Feiern.“

Christoph Ernst würdigte Eleonore Merkel als erfahrene Seelsorgerin, die neben theologischer und beruflicher Erfahrung vor allem Begeisterung für Menschen und für die Botschaft des Evangeliums mitbringe.

Ihr Lebensweg führte sie vom hessischen Vogelsberg über Marburg und Wien nach Österreich. Von 1995 bis 2010 war sie in Oberösterreich und Graz tätig, wo sie 1999 ordiniert wurde.

2010 kehrte sie in die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau zurück. Seit 2017 war sie gemeinsam mit ihrem Mann Detlef Metz im Dekanat Büdinger Land tätig. Die Rhön lernte Eleonore Merkel bei gemeinsamen Urlauben kennen und schätzen.

„Wer beim Wandern in der Rhön sein Herz an die Landschaft verliert, der landet am Ende genau dort, wo die Menschen leben, die diese Heimat lieben und gestalten“, sagte Christoph Ernst.

In ihrer Predigt über die Speisung der Viertausend aus dem Markusevangelium stellte Merkel sieben Brote und die sieben übrig gebliebenen Körbe in den Mittelpunkt.

Sie deutete die Geschichte als Ermutigung, gerade dann zu vertrauen, wenn der Blick zunächst auf das Weniger fällt. Auch die zurückliegenden Jahre der Vakanz sprach sie offen an.

„Sie haben mir gesagt, die Vakanz hat Spuren hinterlassen, da ist manches liegen geblieben, auch weniger geworden, da sind auch Kräfte ans Ende gekommen“, sagte Merkel. Doch sie wolle nicht bei dem stehen bleiben, was fehlt.

„Sieben Körbe voller Leben und Lebenskraft, sieben Körbe voller Güte und Liebe Gottes, sieben Körbe voller guter Hoffnung, sieben Körbe voller Ermutigung, sieben Körbe voller offener Hände und Herzen“, sagte sie.

Ihr Blick richtete sich dabei nach vorn: „Wir werden so zu Hoffnungsträgern, dort, wo Gott uns hinstellt.“

Superintendent Christoph Ernst führte Eleonore Merkel offiziell in ihr Amt ein und segnete sie für ihren Dienst. Unterstützt wurde er dabei von Interims-Pfarrer Werner Heizmann, Silke Danz aus dem Gemeindekirchenrat Rosa/Eckardts/Roßdorf und Doreen Pehlert aus den Gemeindekirchenrat Helmers/Wernshausen.

Somit wird Eleonore Merkel mit Wirkung zum 1. September 2026 in ein Pfarrdienstverhältnis auf Zeit berufen.

Persönliche Grußworte machten deutlich, wie sehr die Gemeinden den Neubeginn erwarten. Carolin Schafenberg sagte im Namen der Gemeindekirchenräte ergriffen zur neuen Pfarrerin: „Wir freuen uns sehr auf gemeinsame Wege, auf ihre Impulse, ihre Predigten und viele Begegnungen mit Ihnen.“

Sie versprach zugleich: „Seien Sie gewiss: Sie gehen diesen Weg nicht allein.“

Auch Fabian Amborn, Ortsteilbürgermeister von Wernshausen, überbrachte stellvertretend für die Stadt Schmalkalden gemeinsam mit Dorfkümmerin Beate Herrmann Grüße.

In seinem Grußwort hob Amborn das vielfältige ehrenamtliche Engagement im Ort hervor. Dass Menschen aus Feuerwehr, Vereinen und Kirchengemeinde den Festgottesdienst gemeinsam feierten und sich auf vielfältige Weise für das Gemeinwesen einsetzten, zeige, wie sehr den Menschen ihre Heimat am Herzen liege.

„Das ist ein Geschenk“, sagte Fabian Amborn. Auch die neue Pfarrerin bezeichnete er als ein solches Geschenk für Wernshausen.
Weitere Grüße erreichten Eleonore Merkel aus früheren Wirkungsstätten.

Ingo Appel, Kirchenvorsteher der ehemaligen Kirchengemeinde Feldbrücken, und seine Frau Marion Appel, die sich dort in der Frauenarbeit engagiert, waren zur Amtseinführung nach Wernshausen gekommen.

Aus dem Vogelsbergkreis überbrachte Gerhardt Haas, Kirchenvorstandsvorsitzender in Eichelsachsen, persönliche Grüße und gute Wünsche für den neuen Weg der Pfarrerin. Die Verbundenheit mit ihren früheren Gemeinden und die persönlichen Worte der Wegbegleiter bewegten Eleonore Merkel sichtlich.

Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgten der Eisenbahner Frauenchor Wernshausen, der Posaunenchor Urnshausen unter der Leitung von Mario Wiese sowie Iris Schellenberg an der Orgel.

Der Frauenchor Wernshausen unter der Leitung von Iris Malsch trug mit „Heute ist ein schöner Tag“, einem irischen Segenswunsch und „Heaven Light Shine on Me“ ebenfalls zur besonderen Atmosphäre des Gottesdienstes bei.

Die gesammelten Erntegaben kommen der Kindervilla in Wernshausen zugute. Damit wurde der Gedanke des Teilens, der den Erntedankgottesdienst prägte, unmittelbar weitergetragen.

Im Anschluss an den Gottesdienst blieb die Gemeinde noch beisammen. Bei Kaffee, Kuchen und herzhaften Speisen im Gemeindehaus war Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und die neue Pfarrerin persönlich kennenzulernen.