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Neuer Kühltransporter stärkt die Arbeit der Bad Salzunger Tafel

VW T7 ermöglicht sicheren Transport gespendeter Lebensmittel – zahlreiche Unterstützer machen die Anschaffung möglich

Gastbeitrag von Julia Otto

Die Tafel Bad Salzungen hat einen neuen VW T7 Kühltransporter. Das rund 50.000 Euro teure Fahrzeug wurde am Mittwoch offiziell übergeben und eingeweiht.

Es ersetzt den bisherigen, reparaturanfälligen Kleinbus und ermöglicht künftig den zuverlässigen und hygienisch sicheren Transport gespendeter Lebensmittel unter Einhaltung der Kühlkette.

Rund 160 bis 170 Haushalte werden nach Angaben der Tafel monatlich unterstützt. An vier Tagen in der Woche werden Lebensmittel in Bad Salzungen ausgegeben.

Dafür müssen regelmäßig Lebensmittel bei verschiedenen Spendern und Supermärkten abgeholt und zur Tafel gebracht werden. Ein funktionierender Kühltransporter ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.

„Ohne finanzielle Hilfe hätten wir niemals ein neues Fahrzeug anschaffen können, obwohl das dringend notwendig ist. Unser Kleinbus war reparaturanfällig und verursachte regelmäßige Ausfälle.

Dank der Spenden haben wir jetzt ein zuverlässiges Fahrzeug, das den Transport der Waren ohne Unterbrechung der Kühlkette ermöglicht. Damit sind Lebensmittelsicherheit und Hygiene sichergestellt“, sagt Karolin Radke, Leiterin der Tafel Bad Salzungen.

Viele Unterstützer machen den Kühltransporter möglich

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Tafel im Dezember 2025 war zu Spenden für einen neuen Kühltransporter aufgerufen worden. Mehr als 30.000 Euro kamen von Unternehmen sowie privaten Spenderinnen und Spendern zusammen.

Weitere mehr als 6.000 Euro stammen aus der Thüringer Ehrenamtsförderung. Die Tafel selbst übernimmt einen Eigenanteil von etwa 12.000 Euro.

Auf dem neuen Kühltransporter sind Großsponsoren genannt: die Wartburg-Sparkasse, die Sparkassen-Versicherung, Lidl-Kundinnen und -Kunden mit ihren Pfandspenden sowie Jollydent.

Bei der Übergabe waren unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Wartburg-Sparkasse, Tino Richter, Michael Katzmarski von der SV SparkassenVersicherung, Dr. Wolfram Geiger, Vorsitzender von Jollydent, Jollydent-Kassenwart Ottmar Herrmann sowie Superintendent Christoph Ernst vom Ev.-Luth. Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach anwesend.

Tafel ist mehr als eine Ausgabestelle

Bei der Übergabe wurde deutlich, dass die Tafel nicht nur Lebensmittel verteilt, sondern auch ein Ort der Begegnung ist. Eine Frau, die zunächst selbst Unterstützung erhielt und inzwischen ehrenamtlich bei der Tafel mitarbeitet, berichtete von ihrer persönlichen Erfahrung.

„Als mein Mann gestorben ist, haben mir die Menschen von der Tafel die Kraft und den Halt gegeben. Sie haben mich aufgefangen. Sie sind mehr wert als ein Jackpot. Man ist hier immer mit Menschen zusammen“, sagte sie ergriffen.

Karolin Radke beschreibt die Arbeit ebenfalls als gegenseitiges Miteinander: „Der tägliche Austausch ist wichtig. Dementsprechend ist das immer ein Geben und Nehmen. Der Einsatz Ehrenamtlicher wird nicht erzwungen. Der kommt von ganz alleine.“

Dr. Wolfram Geiger, Vorsitzender von Jollydent, hob diesen sozialen Aspekt hervor: „Was ich auch betonen möchte, ist das soziale Miteinander.

Es ist nicht nur eine Ausgabestelle, sondern, wie die Dame es erwähnt hat, fast schon ein dritter Ort, wo man sich sozial austauschen kann, wo man zusammenkommt und nicht nur eine reine Warenausgabe hat.“

Kirchenkreis unterstützt die Tafelarbeit

Seit 2025 ist der Ev.-Luth. Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach über die Diakoniestiftung Thüringen gGmbH in die Arbeit der Tafel eingebunden.

Auch wenn sich der Kirchenkreis nicht unmittelbar an der Finanzierung des neuen Kühltransporters beteiligt hat, unterstützt er die Tafel kontinuierlich bei ihrer Arbeit.

Superintendent Christoph Ernst bezeichnete die Anschaffung als „Wegmarke, wenn etwas Neues entsteht“. Zugleich betonte er: „Wir beteiligen uns an der kontinuierlichen Arbeit der Tafel durch einen Beitrag aus Kirchensteuern für die Personalkosten und einen finanziellen Zuschuss, den wir jährlich leisten.“

Er freue sich über das Engagement der Ehrenamtlichen. „Es ist auch bedauerlich, dass es diese Schere gibt zwischen denen, die sozusagen zu viel haben, und denen, die wenig haben. Aber es ist wirklich gut, dass es so viele Ehrenamtliche gibt, die sich dieses Problems auch annehmen und Abhilfe schaffen.“

An die neue Leiterin der Tafel, Karolin Radke, richtete Ernst persönliche Worte: „Ich bin auch froh, dass Frau Radke gefunden wurde, die sich mit Herzblut reingibt und im Mai 2026 die Nachfolge von Isabell Liebaug angetreten hat. Vielen Dank und viel Segen für Ihre Arbeit mit dem Auto und Ihr Engagement.“

„Jetzt ist es da“

Auch Tino Richter, Vorstandsvorsitzender der Wartburg-Sparkasse, betonte die gemeinsame Finanzierung des Kühltransporters: „Unsere Partnerschaft besteht eigentlich von Anfang an. Wir freuen uns sehr, dass wir auch zur Finanzierung dieses Fahrzeugs einen Beitrag leisten konnten.“

Entscheidend sei für ihn, dass viele Beteiligte zusammengearbeitet hätten: „Dass es hier ein gemeinschaftliches Werk vieler ist, sieht man ja auch daran, aus wie vielen Töpfen das Fahrzeug finanziert ist. Das finde ich immer schön, wenn Menschen sich zusammenfinden und sagen: Wir realisieren ein Projekt.“

Tino Richter erinnerte daran, dass der Wunsch nach einem neuen Fahrzeug bereits bei der Jubiläumsveranstaltung im vergangenen Dezember 2026 Thema gewesen sei. „Da kann ich mich noch sehr gut und lebendig dran erinnern. Und jetzt ist es da.“

Er überreichte einen Scheck der Wartburg-Sparkasse über 7.000 Euro und wünschte der Tafel „herzlichen Glückwunsch, weiterhin eine gute Partnerschaft und allzeit gute Fahrt“.

Weniger Kraftstoffverbrauch

Auch beim Verbrauch bringt der neue VW T7 Kühltransporter Vorteile.

„Das hat ja noch einen schönen Vorteil, dass der Spritverbrauch drastisch gesunken ist bei dem Fahrzeug. Jetzt bei 8,6 Liter. Dasselbe Fahrzeug lag sonst bei 12 bis 14 Liter“, erklärte Stefan Stanelle, einer der ehrenamtlichen Fahrer.

Für die Tafel bedeutet der neue Kühltransporter damit vor allem mehr Verlässlichkeit im täglichen Einsatz. Lebensmittel können abgeholt, unter den notwendigen hygienischen Bedingungen transportiert und anschließend an die Menschen ausgegeben werden, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind.