Beitrag von Martin Veltum
Die Nutzung von Smartphones am Steuer gehört zu den gefährlichsten Ablenkungsquellen im Straßenverkehr.
Im Rahmen der europaweiten Verkehrssicherheitsaktion „Roadpol – Focus on the Road“ führte die Polizeiinspektion Bad Salzungen am Dienstag eine Schwerpunktkontrolle am Busbahnhof in Vacha durch – mit dem Ziel, Ablenkung im Straßenverkehr zu bekämpfen und die Verkehrsteilnehmer für die Gefahren zu sensibilisieren.
Die Aktion: Europaweit im Einsatz gegen Ablenkung
Vom 5. bis 11. Oktober 2026 läuft die Verkehrssicherheitsaktion „Roadpol – Focus on the Road“, koordiniert vom europäischen Netzwerk der Verkehrspolizeien ROADPOL.
Ziel ist die Bekämpfung der Ablenkung im Straßenverkehr, insbesondere durch die Nutzung von Smartphones und elektronischen Geräten am Steuer.
In dieser Woche legten die Beamtinnen und Beamten in ganz Thüringen – und darüber hinaus in zahlreichen europäischen Ländern – besonderes Augenmerk auf die verbotene Handynutzung. Auch die Polizeiinspektion Bad Salzungen beteiligte sich mit eigenen Kontrollen an der Aktionswoche.
Die Kontrolle: Diskret, professionell, freundlich und konsequent
Die Kontrollstelle am Busbahnhof in Vacha war bewusst gewählt. Der Busbahnhof ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt der Region, an dem sich täglich zahlreiche Fahrzeuge – vom Pkw über Lieferwagen bis hin zu Schulbussen – kreuzen.
Dort postierten sich die Beamtinnen und Beamten der PI Bad Salzungen an der Ein- und Ausfahrt des Busbahnhofs.
Das Augenmerk galt dabei nicht ausschließlich dem verbotenen Telefonieren mit dem Handy in der Hand. Auch die Bedienung von Navigationsgeräten, das Lesen von Nachrichten oder das Hantieren mit Tablets und Smartwatches während der Fahrt wurden überprüft.
Die Kontrollen erfolgten diskret und professionell: Anhaltesignale, freundliche Ansprache, Sichtprüfung des Innenraums, kurze Erläuterung der Rechtslage.
Wo Verstöße festgestellt wurden und es geboten war – leiteten die Beamten die erforderlichen Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Dort, wo kein Verstoß vorlag, nutzten die Beamtinnen und Beamten die Gelegenheit, um über die Gefahren von Ablenkung aufzuklären und präventiv zu sensibilisieren.
Das Zitat: „28 Meter im Blindflug“
Polizeihauptkommissarin und Pressesprecherin Julia Kohl informierte vor Ort über die Maßnahme und machte die Dimension des Problems deutlich:
„Es ging uns nicht darum, möglichst viele Bußgelder zu schreiben. Es ging darum, den Menschen bewusst zu machen, wie schnell aus einem kurzen Blick aufs Display eine ernsthafte Gefahr wird. Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden auf sein Smartphone schaut, legt in dieser Zeit fast 28 Meter im Blindflug zurück. Das kann über Leben und Tod entscheiden.“
Die Botschaft: Sicherheit durch Aufmerksamkeit
Für die PI Bad Salzungen ist die Präventionsarbeit seit jeher ein zentraler Baustein der täglichen Arbeit.
Mandy Bruse, Erste Polizeihauptkommissarin und kommissarische Leiterin der Polizeiinspektion Bad Salzungen, legt großen Wert darauf, dass Kontrollen als Beitrag zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer verstanden werden.
Einsatzleitung mit Erfahrung
Die operative Einsatzleitung an diesem Tag lag bei Polizeihauptkommissar David Wohlfahrt, der auf 19 Jahre Diensterfahrung zurückblicken kann.
Wohlfahrt, der zahlreiche vergleichbare Kontrollen geleitet hat, betonte den präventiven Ansatz der Maßnahme und würdigte zugleich den Einsatz seiner Kolleginnen und Kollegen:
„Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten hier jeden Tag einen wichtigen Dienst für die Gemeinschaft. Sie engagieren sich mit großem Einsatz und hohem Verantwortungsbewusstsein für die Sicherheit der Menschen in unserer Region – das verdient ausdrückliche Anerkennung und Respekt.
Ablenkung am Steuer ist keine Bagatelle – sie ist eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Unsere Aufgabe ist es, nicht erst nach dem Unfall einzugreifen, sondern vorher. Jede Fahrerin und jeder Fahrer, der heute nach der Kontrolle das Smartphone bewusst beiseitelegt, ist ein Gewinn für die Verkehrssicherheit.
Prävention bedeutet, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Menschen zu befähigen, richtig zu handeln. Genau das ist unser Auftrag – und genau das haben wir heute umgesetzt.“
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, das Smartphone während der Fahrt konsequent beiseitezulegen oder in einer Halterung zu verstauen.
Nachrichten, Anrufe und Navigationseinstellungen sollten vor Fahrtbeginn erledigt werden. Wer sich ablenken lässt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern alle, die ihm auf der Straße begegneten.




















