Sie gehören nicht auf die Bremse: Warum Badeschlappen im Auto keine gute Idee sind

Gastbeitrag von Maike Willeitner (ADAC)

Bei über 30 Grad Außentemperatur zieht es Sonnenanbeter in ganz Hessen und Thüringen vor die Tür. Auf dem Weg ins Schwimmbad oder an den See wird dabei gerne zum bequemen Schuhwerk gegriffen.

Schnell reingeschlüpft und los geht’s. Trotz sommerlicher Hitze sollten Autofahrer die Sicherheit jedoch nicht vernachlässigen. Der ADAC Hessen-Thüringen erklärt, warum festes Schuhwerk und die richtige Sitzposition entscheidend sind.

Festes Schuhwerk bietet Sicherheit

Im Sommer fühlen sich die meisten Menschen in Sandalen oder Flip-Flops am wohlsten. Doch auch wenn es angenehmer ist bei der Hitze auf geschlossene Schuhe zu verzichten, sollten Autofahrer die Sicherheit bei ihrer Schuhwahl nicht vernachlässigen.

Anders als häufig angenommen, ist es zwar nicht verboten mit Flip-Flops, Sandalen oder sogar barfuß Auto zu fahren, die Unfallgefahr kann jedoch stark ansteigen.

„Bequemlichkeit sollte beim Autofahren nie der Sicherheit den Vorrang nehmen“, so Oliver Reidegeld, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. „Vor allem beim Bremsen besteht die Gefahr, dass offene Schuhe schneller vom Pedal abrutschen und das Auto nicht früh genug zum Stehen kommt.“

Besonders gefährlich wird es, wenn sich während der Fahrt ein Flip-Flop vom Fuß löst. Dieser kann sich im Fußraum verkeilen und die Pedale blockieren.

Beim Fahren ohne Schuhe kann zudem häufig nicht schnell genug der erforderliche Druck auf die Pedale ausgeübt werden, was einen verzögerten Bremsprozess zur Folge haben kann. Autofahrer sollten sich daher auch nicht barfuß ans Steuer setzen.

Wie steht es um den Versicherungsschutz?

Kommt es zu einem Unfall kann dem Fahrer eine gewisse Teilschuld zugesprochen werden, da dieser gegen die im Straßenverkehr gebotene Sorgfaltspflicht verstoßen hat.

In manchen Fällen kann die eigene Kaskoversicherung Leistungen aufgrund „grober Fahrlässigkeit“ mindern oder sogar ganz verweigern. Der ADAC empfiehlt Schuhe zu wählen, die Halt und Sicherheit beim Autofahren geben und nicht zu breit sind.

„Wer nicht den ganzen Tag mit geschlossenen Schuhen herumlaufen möchte, kann sich einfach ein Paar Turnschuhe als Ersatz in den Kofferraum legen und vor der Fahrt schnell die Schuhe wechseln,“ rät Oliver Reidegeld.

Gefährliche Gemütlichkeit

Neben den richtigen Schuhen ist auch die Sitzposition im Auto entscheidend für die eigene Sicherheit. Viele Beifahrerinnen und Beifahrer tendieren dazu, es sich vor allem auf langen Strecken gemütlich zu machen.

Häufig werden dazu die Füße auf das Armaturenbrett hochgelegt. Was erstmal entspannt wirkt, kann im Falle eines Unfalls zu lebensgefährlichen Verletzungen führen.

Ein Crashtest der ADAC Unfallforschung zeigt, dass bei einer Vollbremsung oder einem Unfall ein erhebliches Gefahrenpotenzial besteht – und das bereits ab 64 km/h. Wird der Airbag durch einen Aufprall ausgelöst, entfaltet sich dieser mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 km/h.

Die auf dem Armaturenbrett liegenden Beine werden dabei in Richtung Oberkörper geschleudert und der Beifahrer wird wie ein Klappmesser zusammengefaltet.

Durch den Zusammenstoß des Kopfes mit den Knien kann es zu schwersten Verletzungen am Kopf kommen. Schwerwiegende Frakturen an den Beinen und Bereich des Beckens sind ebenfalls keine Seltenheit.

„Nicht nur das Hochlegen von Füßen auf das Armaturenbrett, auch eine zu weit nach hinten geneigte Lehne oder ein falsch angelegter Gurt am Körper können im Fall eines Unfalls gravierende Folgen haben“, warnt Oliver Reidegeld.