Mit Spaß & Spannung zum Spendenziel – Kaltenlengsfeld freut sich auf neue Tore

Euphorisch, aufgeregt und bereit zum Spielen waren die Kinder und Jugendlichen aus Kaltenlengsfeld am Sonntagvormittag. Sie hatten zu einem Benefizspiel für neue Fußballtore auf dem Bolzplatz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus eingeladen.

Die Stimmung übertrug sich auch auf die Zuschauenden am Spielfeldrand. Alle fieberten mit und hoffen, dass sie das Spendenziel von 2.400 Euro am Ende des Tages erreichen würden.

Neben den Nachwuchstalenten wagten sich auch die Erwachsenen aus dem Ober- und Unterdorf für ein kurzen Spiel auf den Platz. Kaltennordheims Bürgermeister Erik Thürmer (CDU) lud zudem zum Neunmeterschießen ein.

Warum neue Tore?

Die aktuellen Fußballtore hinter dem Dorfgemeinschaftshaus in Kaltenlengsfeld stehen bereits seit 30 Jahren an genau dieser Stelle.

Sie haben Generationen von Kindern und Jugendlichen begleitet - ob nach der Schule, in den Ferien oder bei der ein oder anderen langweiligen Familienfeier im Saal.

Nach drei Jahrzehnten haben die Tore schließlich ausgedient. Sie sind stark beschädigt und können aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden.

Damit der Bolzplatz wieder ein sicherer Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und alle Fußballbegeisterten wird, sollen nun zwei neue Fußballtore angeschafft werden. Hierfür wurde online eine Spendenaktion ins Leben gerufen und als Highlight am Sonntag zum Benefizspiel eingeladen.

Großer Teamgeist bei den Kleinen

Wochenlang wurde trainiert, die Lage besprochen und organisiert. Ganz vorne mit dabei war Elias Thürmer. Der 14-Jährige kümmerte sich um die Mannschaftsaufstellung, die Ausrüstung der einzelnen Spieler und organisierte sogar den „Stadionsprecher“ des Tages, Tobias Leister.

Pünktlich um 10 Uhr war es dann endlich soweit: Das Warten auf den großen Tag hatte ein Ende und Schiedsrichterin Anja Kirchner pfiff zum Anstoß.

Mit Elias und Simon Thürmer, Leonard und Danilo Beck, Odin Vogt, Theo Chilinski und Nino Büchner ging die erste Mannschaft (in blau) an den Start.

Arthur und Otto Rauch, Leonard Göbel, Jonah Stehling, Toni Saal und Elias Berger bildeten die zweite Mannschaft (in orange). „Arthurs Mannschaft ist zwar jünger als wir, aber die Kleinen haben die viel bessere Technik“, sagte Elias Thürmer. Gespielt wurden zweimal 20 Minuten.

Während im „Team Blau“ Spieler im Alter von 10 bis 14 Jahren vertreten waren, zog Team Orange mit 8- und 9-Jährigen aufs Spielfeld und ging zunächst in Führung.

Jonah Stehling schoss das erste Tor des Tages, gefolgt von Arthur Rauch. Kurz vor dem Pfiff zur Halbzeit zog Elias Thürmer aus der „Mannschaft der Großen“ nach.

Mit einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen ging es durch die zweite Halbzeit. Arthur Rauch und Jonah Stehling schossen jeweils noch zwei Tore, während Elias Thürmer noch ganze fünf Tore nachlegte. Wahnsinn!

Die Stimmung war ausgelassen als der Schlusspfiff ertönte. Mit einem einzigartigen 6:6-Unentschieden wurden die Spieler bei tosendem Applaus vom Bolzplatz verabschiedet.

Tradition wieder aufleben lassen: Oberdorf gegen Unterdorf

Jahrelang gehörte das Spiel „Oberdorf gegen Unterdorf“ zum örtlichen Sportfest. Am Sonntag konnte Kaltenlengsfeld diese Tradition wieder aufleben lassen.

Zehn mutige Spieler fanden sich ein, um den Sieg mit in ihren Teil des Dorfes zu nehmen. Für das Oberdorf (in blau) gingen Tobias Berger, Christian Ehlert, Andreas Mußmacher, Guido Wüst, Marko Köllner und Julian Stehling an den Start. Florian Beck, Dimitri Fridson, Bastian Krokowski, Felix Rauch und Tino Matz traten für das Unterdorf (in orange) gegen den Ball.

Gespielt wurden zweimal 15 Minuten. Schiedsrichterin war auch hier Anja Kirchner. Obwohl das Oberdorf zum Teil ruppiger vor den Ball trat, gelang es den Spielern nicht, ein Tor zu schießen. Pfosten und Latte waren hier meist das Ziel - ganz zum Spaß der Besucher.

Mit einem 1:0 ging das Unterdorf dank Florian Beck in der ersten Halbzeit in Führung. Trotz zahlreicher Chancen gelang es dem Oberdorf nicht, einen Ausgleichstreffer zu erzielen.

Dimitri Fridson, Bastian Krokowski und Florian Beck zogen in der zweiten Halbzeit nach und holten mit einem spannenden 4:0 den Sieg ins Unterdorf. Spaß hat es auf jeden Fall allen gemacht - und das ist doch die Hauptsache.

Neunmeterschießen mit dem Bürgermeister im Tor

Während der Halbzeitpausen suchte sich Kaltennordheims Bürgermeister Erik Thürmer seinen Platz im Tor. Er hatte zum Neunmeterschießen eingeladen.

Als Belohnung für jedes getroffene Tor wurde der Einsatz durch die Stadt verdoppelt. Zehn kleine und große Fußballer wollten es wissen und konnten schließlich 16 Treffer zugunsten der neuen Tore erzielen.

Einsatz hat sich gelohnt: Spendenziel erreicht

Ein Vormittag ganz im Zeichen des Fußballs neigte sich mit zahlreichen Dankesworten dem Ende entgegen. Hervorgehoben wurde insbesondere die Arbeit der beiden Teamleiter Elias Thürmer und Arthur Rauch.

Die 12-jährige Adeline Rauch bekam großes Lob für die Werbevideos, die im Vorfeld auf das Benefizspiel und die Spendenaktion aufmerksam machten und online verteilt wurden.

„Von den Kaltenlengsfeldern bin ich es gewohnt, dass sie vieles selbst auf die Beine stellen“, berichtete Bürgermeister Thürmer. Deshalb habe er die Kinder vor den Sommerferien zu einem Treffen eingeladen, um zu besprechen, wie man die neue Tore finanzieren könnte. Die finale Idee zum Benefizspiel kam hierbei von Otto Rauch, der ebenfalls Applaus für seine Mitarbeit erntete.

Gerit Voigt, Vorsitzender des Sportvereins SV Wacker Kaltenlengsfeld, lobte die Kinder ebenfalls für ihr Engagement im Dorf. Er hoffe, dass der Spaß am Fußball bleibe und die Dorfgemeinschaft weiterhin zusammenhalte. Im Namen des Vereins überreichte er einen Spendenscheck in Höhe von 300 Euro. „Passende Sitzgelegenheiten für den Bolzplatz kommen in Kürze“, versprach er.

Auch Christina Rauch, Vorsitzende des örtlichen Feuerwehrvereins, überreichte den Kindern einen Spendenscheck in Höhe von 300 Euro. Sie sei stolz auf das, was die Kinder geleistet haben. Ihr Verein sponserte am Sonntag ebenfalls die Einnahmen aus dem Getränke- und Kuchenverkauf.

Diesem Betrag schloss sich Bürgermeister Erik Thürmer an. „Die Stadt gibt natürlich ebenfalls ihren Teil dazu und wird das Projekt hier in Kaltenlengsfeld finanziell unterstützen“, so der Rathauschef.

Schlussendlich wurde das Spendenziel sogar um einige Euros übertroffen. Hierzu beigetragen haben die Online-Spendenaktion, die gut gefüllten Spendenboxen sowie die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf am Sonntag, 300 Euro von der Landmetzgerei Chilinski und 100 Euro von der Rhönküche Kaltenlengsfeld.

Allen Spenderinnen und Spendern wird herzlich gedankt. Jeder Euro hat dazu beigetragen, den Kindern ihren Wunsch von neuen Toren für ihren geliebten Bolzplatz zu erfüllen. Jetzt heißt es: Bestellung aufgeben und warten auf das Eröffnungsspiel!