Das Museum Modern Art in Hünfeld eröffnet am Sonntag, 27. September, um 15 Uhr die Sonderausstellung „Die Wahrheit gibt es nicht – Wahrnehmung und Wirklichkeit im Postinternetzeitalter“ des italienischen Künstlers Antonio Marra.
Die Ausstellung bietet mit insgesamt 50 Werken einen umfassenden Überblick über das Schaffen des renommierten Op-Art-Künstlers von seinen frühen Arbeiten bis hin zu aktuellen Werken. Zahlreiche Exponate werden dabei erstmals öffentlich gezeigt.
Im Mittelpunkt von Marras Schaffens steht die von ihm entwickelte polyperspektivische Malerei. Charakteristisch ist die lamellenartige Struktur des Bildträgers, die mit reinen, leuchtenden Farben bemalt wird.
Beim Vorbeigehen verändern sich die wahrgenommenen Bildgefüge, überlagern sich und lösen sich wieder in neue Farbkompositionen auf. Damit gelingt es Marra, Werke zu schaffen, die aus jeder Perspektive anders erscheinen und den Betrachter aktiv in den Wahrnehmungsprozess einbeziehen.
Die Ausstellung „Die Wahrheit gibt es nicht“ verfolgt dabei nicht nur einen retrospektiven Ansatz, sondern verdeutlicht zugleich die kontinuierliche Entwicklung von Marras künstlerischer Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Perspektive und Bildrealität.
Die Bildfläche wird bei ihm zur Bühne, auf der sich das Werk erst durch die Bewegung des Betrachters vollständig erschließt. Jeder Standort eröffnet neue visuelle Konstellationen, jede Veränderung der Perspektive erzeugt ein anderes Bild.
Antonio Marra wurde 1959 im italienischen Volturara Irpina geboren und absolvierte 1982 sein Kunststudium an der Accademia di Belle Arti in Neapel. Heute gilt er als bedeutender Vertreter der Op-Art. Er lebt und arbeitet in Offenbach am Main.
Über die Malerei hinaus übertrug Marra sein Konzept der polyperspektivischen Gestaltung auch auf die Architektur. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das 2015 eingeweihte Marrahaus in Heilbronn, dessen Außenfassade nach seinen Entwürfen gestaltet wurde.
Zur Ausstellungseröffnung wird Antonio Marra persönlich in die Präsentation seiner Werke einführen und Einblicke in sein künstlerisches Schaffen geben.
Die Laudatio übernimmt Claudia Kleinert. Kulturbeauftragte Martina Sauerbier begrüßt den Künstler und die Gäste. Begleitend zur Ausstellung lädt das Museum Modern Art Hünfeld zu mehreren Veranstaltungen ein:
Vernissage: Sonntag, 27. September 2026, 15 Uhr
Familientag: Sonntag, 11. Oktober 2026, ab 15 Uhr
Kunstfrühstück: Sonntag, 25. Oktober 2026, ab 10 Uhr
Finissage: Samstag, 9. Januar 2027, ab 15 Uhr
Die Sonderausstellung wird aus Mitteln des Landes Hessen gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Hessen realisiert.







