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Festliche Klänge, große Gemeinschaft: „Missa in B“ von Thomas Nüdling

Kirchenchöre Tann und Hilders sowie das Kammerorchester Hünfeld laden zu zwei besonderen Aufführungen ein.

Eine festliche Messe, kraftvolle Chormusik und ein außergewöhnliches Zusammenspiel von Kirchenchören und Instrumentalisten: Mit der „Missa in B“ von Thomas Nüdling präsentieren die Kirchenchöre Tann und Hilders gemeinsam mit dem Kammerorchester Hünfeld ein besonderes musikalisches Projekt in Hilders und Tann.

Die „Missa in B“ ist eine klassische Messvertonung in fünf Teilen: Kyrie, Gloria, Halleluja, Sanctus und Agnus Dei. Nüdling setzt die Inhalte und die besondere Atmosphäre der einzelnen Teile des Ordinariums musikalisch eindrucksvoll um.

So eröffnet ein sonores, kraftvolles Kyrie die Messe. Seine prägnante Melodie kehrt später im Agnus Dei wieder und schafft dadurch nicht nur einen kompositorischen Rahmen, sondern verstärkt zugleich die Eindringlichkeit der Bitte um Frieden.

Das Gloria entfaltet sich festlich und strahlend mit wirkungsvollen Fanfaren. Darauf folgt ein geradezu pompöses Halleluja. Das Halleluja gehört eigentlich nicht zu den klassischen Bestandteilen einer Messvertonung – bei Thomas Nüdling hat es jedoch Tradition.

Einen ganz anderen Charakter trägt das Sanctus. Fast schwebend wirkt die Musik, mit einer Atmosphäre, die an aufsteigende Weihrauchschwaden erinnert.

Damit entsteht eine musikalische Verbindung zur Vision des Propheten Jesaja: zu den Engeln vor dem Thron Gottes, die in einem von Weihrauch erfüllten Thronsaal immer wieder das „Heilig“ singen.

Musik, die auch vom Himmel erzählen kann

Eine Besonderheit der „Missa in B“ ist ihre außergewöhnliche Flexibilität. Ursprünglich entstand die Idee zu dem Werk im Zusammenhang mit einer geplanten Pilgerfahrt ins Heilige Land. Da dort nicht überall Instrumente zur Verfügung stehen, sollte die Messe auch ohne Instrumente aufführbar sein, erklärt Nüdling.

So kann die „Missa in B“ vollständig mit Orchester, Orgel oder Klavier erklingen – sie funktioniert aber ebenso rein a cappella. Eine besondere klangliche Farbe bringen dabei die Handglocken ein, die von den Sängerinnen und Sängern selbst gespielt werden.

„Damit gelingt ein herrlicher Überraschungseffekt“, beschreibt der Tanner Sänger Georg Walter diese musikalische Idee.

Und manchmal, so pflichten ihm die anderen Sängerinnen und Sänger bei, habe man dabei „das Gefühl, richtig in den Himmel mitgenommen bzw. emporgehoben zu werden“.

Die Sängerinnen und Sänger beider Chöre sind von dem Werk begeistert: „Es ist anspruchsvoll und doch gut umsetzbar.“ Sängerin Stephanie Möslein aus Hilders bringt es auf den Punkt: „Die Messe geht ins Ohr UND ins Herz.“

Ein Werk für die Möglichkeiten vor Ort

Für Thomas Nüdling steht die „Missa in B“ exemplarisch für seine Art zu komponieren. Er hat bei seinen Werken stets die konkreten Aufführungsbedingungen vor Ort im Blick.

Denn nicht jede Komposition lasse sich mit den vorhandenen personellen und instrumentalen Mitteln tatsächlich aufführen. Wenn ein Werk dagegen auf die Ausführenden zugeschnitten sei, habe dies auch eine besondere Wirkung auf die Musik, die wiederum auf die Zuhörenden ausstrahlt.

Für Lothar Klüber, den Chorleiter des Kirchenchores Hilders, war bei der Suche nach einem gemeinsamen Werk daher schnell klar: Die „Missa in B“ sollte es werden.

Erstes gemeinsames Projekt nach Corona

Die beiden Kirchenchöre aus Tann und Hilders verbindet bereits seit vielen Jahren die Freude an gemeinsamen Chorprojekten. Die Corona-Pandemie hatte diese Tradition allerdings weitgehend zum Erliegen gebracht. Mit der „Missa in B“ knüpfen die Chöre nun wieder erfolgreich daran an.

Gemeinsam mit dem Kammerorchester Hünfeld entsteht dabei ein musikalisches Projekt, das weit über die Aufführung einer einzelnen Messe hinausweist.

Es zeigt eindrucksvoll, wie Kirchenmusik im ländlichen Raum auch unter veränderten Rahmenbedingungen gelingen kann: durch ökumenische Zusammenarbeit, das Miteinander von kirchlichen, kommunalen und gesellschaftlichen Partnern und durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen.

Gerade in Zeiten knapper werdender Mittel sind solche Kooperationen von besonderer Bedeutung. Viele Beteiligte tragen dazu bei, dass ein solches Projekt überhaupt verwirklicht werden kann.

Einen besonderen Dank sagen die Träger des Projekts daher den Förderern und Unterstützern: dem Bistum Fulda, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, dem Land Hessen, dem Landkreis Fulda, der Kirchenmusikstiftung Ziegler, EDEKA Wolf Tann, der Sparkasse Fulda, F.S.B. Bodenbeschichtung Tann, der Stadt Tann (Rhön) sowie dem Förderverein des Kirchenchores Tann.

Jetzt wird noch fleißig geprobt

Bis zu den Aufführungen heißt es für die Ausführenden der beiden Kirchenchöre sowie des Kammerorchesters noch: intensiv proben, musikalische Feinheiten herausarbeiten und das Werk für zwei gelungene Aufführungen vorbereiten.

Das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit ist an zwei Orten und zu zwei besonderen Anlässen zu erleben:

Sonntag, 4. Oktober 2026, 10:30 Uhr
Katholische Kirche St. Bartholomäus, Hilders
zum Rosenkranzfest

Samstag, 31. Oktober 2026, 18 Uhr
Evangelische Stadtkirche Tann
anlässlich des Reformationstages

Die musikalische Leitung übernimmt jeweils der Komponist Thomas Nüdling selbst.

Die Kirchenchöre Tann und Hilders sowie das Kammerorchester Hünfeld freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher und laden herzlich dazu ein, die „Missa in B“ live zu erleben – eine Musik, die festlich aufstrahlt und zugleich ins Ohr und ins Herz geht.