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Erlebnisse & Kultur in der Kirchgemeinde Klings: Erbe, Bauarbeiten & Theater

Die Kirchgemeinde Klings vereint in ihrem Veranstaltungssommer Bauarbeiten am Kirchturm und inspirierende Theateraufführungen, die Gemeinschaft und kulturellen Austausch fördern.

Mitteilung der Kirchgemeinde Klings

Die Kirchgemeinde Klings lud am 12. und 13. September zur Ost-West-Komödie „Die Fluchtpappe“ in die örtliche Kirche ein.

„Herzlich willkommen in unserer schönen Kirche, herzlich willkommen auf unserer Baustelle! Warum die Kirche und der Kirchturm heute eine Baustelle sind und warum gerade jetzt das Gally Theater aus Erfurt zu Gast ist, möchten wir Ihnen erzählen“ – Mit diesen Worten begrüßte der Gemeindekirchenrat Klings seine Gäste aus nah und fern.

Die Kirchgemeinde Klings hatte im Jahr 2024 ein Schreiben, ein Testament, vom Amtsgericht Erfurt erhalten. Der Inhalt des Testaments war unter anderem, dass die Kirchgemeinde Klings alleiniger Erbe des Nachlasses von Wilfried und Karin Barthelmes aus Erfurt ist.

Des Weiteren waren der Wunsch und die Auflagen der Verstorbenen, unter anderem der Einbau einer Kirchturmuhr nach allen vier Seiten in den Kirchturm Klings. Der Gemeindekirchenrat, als Vertreter der Kirchgemeinde Klings, nahm das Erbe an.

In den darauffolgenden Monaten erhielt die Kirchgemeinde Klings durch das Amtsgericht Erfurt die Mitteilung, dass eine Immobilie in Erfurt existiert, in der Familie Barthelmes bis zu ihrem Tod gewohnt hatte.

Als die Wohnungsschlüssel durch das Amtsgericht Erfurt übergeben wurden, machte sich der Gemeindekirchenrat mit seinen Ehepartnern im November 2024 auf den Weg nach Erfurt, um zu schauen, wo das Einfamilienhaus steht und was alles zu tun ist.

An vielen Wochenenden, meistens von Freitag bis Sonntag, fuhr der Gemeindekirchenrat Klings mit seinen Ehepartnern nach Erfurt, beräumte das Einfamilienhaus und erledigte alle bürokratischen Angelegenheiten, die ein Erbe und eine Immobilie so mit sich bringen – im Ehrenamt.

Ein nicht zu unterschätzender Kraftakt, zumal die Immobilie nicht gleich um die Ecke stand, sondern in Erfurt ca. 130 km entfernt von Klings. Als das Einfamilienhaus für den Verkauf soweit vorbereitet war und ein Immobilienmakler beauftragt wurde, beschloss der Gemeindekirchenrat Klings, zum Abschluss dieser kräftezehrenden Zeit nochmals nach Erfurt zu fahren.

Diesmal nicht, um Erbangelegenheiten zu regeln, sondern um einen gemeinsamen Abschluss für die zurückliegende Zeit zu finden.
Im Gally Theater lief die Ost-West-Komödie „Die Fluchtpappe“.

Eintrittskarten wurden gekauft, und in dem kleinen Theater, das sich in einem Gewölbekeller mitten in der Stadt Erfurt befindet, wurde Platz genommen.

Der Gemeindekirchenrat Klings war nach der Veranstaltung von der Komödie, die mit viel Konfrontation, Spaß, Humor und Tiefsinn spielte, so überwältigt und angetan, dass kurzfristig entschieden wurde, dieses Theaterstück von Johannes Galli mit den einzigartigen Schauspielern Sigrun Stiehl und KT Riemann unbedingt in die Kirche nach Klings zu holen.

Die Vorbereitungen, inklusive Terminfestlegungen, folgten in den Wochen danach.

Rückblick

Die wichtige Sanierung des Kirchturms Klings plant die Kirchgemeinde bereits seit 2017. Seit der Annahme des Erbes im Sommer 2024 haben auch die Anträge auf Fördermittel für dieses Projekt wieder Anklang gefunden.

Der Baubeginn der Sanierung und Instandsetzung des Kirchturms Klings, inklusive der Umsetzung der Auflagen des Testaments, erfolgte im Mai 2026.

Der Vertrag mit dem Gally-Theater Erfurt war Monate zuvor bereits unterschrieben, der Kartenvorverkauf hatte begonnen. Und jetzt eine große Baustelle am Kirchturm und Kirchenschiff Klings?

Eine Absage kam für den Gemeindekirchenrat Klings nicht in Frage. Im Gegenteil: Wenn das Gally-Theater Erfurt schon den weiten Weg nach Klings in die Dorfkirche auf sich nimmt, bietet der Gemeindekirchenrat gleich zwei Veranstaltungen an, so der Gemeindekirchenrat.

Am Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag erlebten die Besucher ein Theaterstück in einer passend geschmückten Kirche, innen wie außen, inklusive Trabi, welcher von der Rhönbrauerei Dittmar zur Verfügung gestellt wurde.

Ein Theaterstück auf wahrer Begebenheit

Mit dem Trabi über die Grenze. Es ist November 1989, und in der DDR herrscht Umbruchstimmung: Das Neue Forum, Montagsdemos… Massenweise verlassen Freunde das Land.

Am 8. November beschließt auch Cornelia, mit ihrem Trabi loszufahren und im Westen ihr Glück zu suchen. Doch es fällt ihr nicht leicht: der Abschied von der besten Freundin, das Zurücklassen ihres gesamten Hab und Guts.

Dann auch noch die Panne mit dem Trabi – und jede Menge Emotionen. Ein Stück aus der Zeit der Wiedervereinigung – die letzten Tage der DDR.

All das brachte die Zuschauer zum Nachdenken, schmunzeln, weinen – vor allem aber zum herzhaften und ausgiebigen Lachen. Auch wenn nicht alle Eintrittskarten verkauft wurden, war es für alle Anwesenden ein humorvoller, glücklicher und gemeinsamer Abend sowie Nachmittag. Für den Gemeindekirchenrat Klings war es eine gelungene und dankbare Veranstaltung.

Und auch an dem Veranstaltungswochenende passte die Redensart: „Jedes Schlechte hat was Gutes.“ Denn dank der Baustelle und des Baugerüsts konnten unterschiedlich große DDR-, BRD- und FDJ-Fahnen, die perfekt zum Theaterstück und zur Komödie passten, aufgehängt werden.

Auch diese wurden von den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt. Allen Besuchern und Unterstützern der Veranstaltung gilt ein ganz besonderer Dank der Kirchgemeinde Klings.