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Wartburgkreis: 1.449 Grundschulkinder erlebten Brandschutz & Rettungsdienst hautnah

Fettbrand, Fahrzeuge und Geschicklichkeit: Bei den Feuerwehr-Projektwochen im Wartburgkreis konnten die Grundschulkinder viel lernen und sich ausprobieren.

Gastbeitrag von Jennifer Schellenberg

In diesem Jahr fanden im Spätsommer wieder die Feuerwehr-Projektwochen für die vierten Klassen der Grundschulen im Wartburgkreis im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) Immelborn statt. Insgesamt nahmen 1.449 Schülerinnen und Schüler teil.

Feuer löschen, einen Notruf absetzen, mit der Drehleiter in die Höhe fahren oder erfahren, wie man sich richtig verhielt, wenn nachts der Rauchmelder Alarm schlägt: Bei den Projektwochen erhielten die Kinder einen praxisnahen Einblick in Brandschutz, Feuerwehr und Rettungswesen.

Seit 2008 finden die Projektwochen für die Grundschulen des Wartburgkreises statt. Inzwischen haben insgesamt 17.130 Kinder daran teilgenommen.

Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig für den richtigen Umgang mit Feuer und Gefahrensituationen zu sensibilisieren, Hemmschwellen abzubauen und zugleich Interesse an der Arbeit der Feuerwehren zu wecken.

„Was die Kinder hier lernen, kann im Ernstfall entscheidend sein. Einen Notruf richtig abzusetzen, auf einen Rauchmelder angemessen zu reagieren oder Gefahren durch Feuer einzuschätzen, sind Fähigkeiten fürs Leben. Dass dieses wichtige Wissen so anschaulich und mit viel Freude vermittelt wird, macht die Projektwochen besonders wertvoll“, unterstrich Dr. Michael Brodführer, Landrat des Wartburgkreises.

Praxiswissen für den Ernstfall

Das Programm verbindet wie in jedem Jahr Wissensvermittlung mit praktischen Übungen und Erlebnissen. Die Zahl der Stationen variierte von Tag zu Tag und hing unter anderem davon ab, welche Freiwilligen Feuerwehren die Projekttage begleiteten.

Fest zum täglichen Programm gehörten Fahrten mit der Drehleiter, der Besuch der Atemschutzübungsanlage und Übungen zum richtigen Absetzen eines Notrufes.

Die Kinder beschäftigten sich außerdem mit dem Thema „Brennen und Löschen“, lernten den Inhalt eines Notfallrucksacks sowie das richtige Verhalten bei Unwetterlagen kennen und konnten mit einer Kübelspritze selbst ein fiktives Feuer löschen.

Neu hinzugekommen war in diesem Jahr das interaktive digitale „120-Sekunden-Spiel“.

Es vermittelte spielerisch, was zu tun war, wenn ein Rauchmelder nachts Alarm schlug und nur wenig Zeit blieb, sich in Sicherheit zu bringen. Das Angebot basierte auf einer Software des Forums Brandrauchprävention e. V.

Ebenfalls erstmals beteiligten sich 2026 die beiden DRK-Kreisverbände Bad Salzungen und Eisenach sowie der ASB Regionalverband Südwestthüringen mit einer täglichen Rettungsdienst-Station.

Dort erfuhren die Kinder, welche Aufgaben der Rettungsdienst übernahm. Durch spielerische und altersgerechte Übungen sollten zugleich mögliche Ängste vor einer Begegnung mit Rettungskräften abgebaut werden.

Die Station rund um den Notfallrucksack, die bereits im vergangenen Jahr neu in das Programm aufgenommen wurde, entstand in Kooperation mit dem HochwasserKompetenzCentrum e. V. (HKC).

Ehrenamtliches Engagement macht Projektwochen möglich

Hinter den Projektwochen steckte ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Die Vorbereitungen begannen bereits im Februar. Schulen und Feuerwehren wurden frühzeitig über die geplanten Termine informiert, parallel wurden unter anderem der Bustransfer der Schulklassen und die Versorgung vor Ort organisiert.

Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hatten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. An den jeweiligen Projekttagen waren Freiwillige Feuerwehren aus dem Einzugsbereich der anwesenden Grundschulen beteiligt. Ergänzt wurden sie jeweils durch eine Feuerwehr, an deren Standort eine landkreiseigene Drehleiter vorgehalten wurde.

„Die Projektwochen sind nur möglich, weil jedes Jahr viele Feuerwehrkameradinnen und -kameraden mit großem persönlichen Einsatz dabei sind.

Viele nehmen dafür Urlaub, tauschen Schichten oder richten ihre freie Zeit danach aus. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und zeigt, wie wichtig den Feuerwehren die Brandschutzerziehung und die Arbeit mit jungen Menschen ist“, hob Christian Grebe, Kreisbrandinspektor des Wartburgkreises, hervor.

Damit leisteten die Ehrenamtlichen wiederholt einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Schülerinnen und Schüler Feuerwehr und Gefahrenprävention nicht nur theoretisch, sondern unmittelbar und praxisnah kennenlernen konnten.