Gastbeitrag von Karin Irrgang
Der Premiumwanderweg DER HOCHRHÖNER® verbindet auf ca. 180 km Gesamtlänge die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums veranstaltete die Rhön GmbH in jedem dieser drei Bundesländer jeweils an einem Wochenende mit ausgelosten Wanderfreunden drei Wanderungen.
Am Wochenende vom 18. bis 20. September gab es eine Wanderung vom schwarzen Moor bis Kaltennordheim, vom Katzenstein bis Wiesenthal und von Bernshausen bis zum Zielort Bad Salzungen.
Am 19. September wurden die Teilnehmer am Katzenstein von Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk herzlich begrüßt.
Wanderführer Tony Keller und Thomas Wehner begleiteten die Wanderer auf dieser Tour über den Mückenhof, am Steinberg vorbei bis zum Gläser, dem Hausberg der Dermbacher. Nach einer Stärkung in der Dermbacher Hütte begann der Abstieg über Hirtentränke und Staudtblick nach Glattbach.
Doch was war hier los? Am Ortseingang plötzlich ein Schlagbaum und bewaffnete Gendarmen! Hier durfte nicht jeder passieren. Man suchte einen Dieb, einen Gauner und Wegelagerer – den Rhönpaulus!
Nach eingehender Kontrolle, ob sich der Gesuchte nicht doch unter den fremden Wandersleuten befand, ging der Schlagbaum nach oben und man konnte hindurch.
Auf dem Dorfplatz wartete bereits die Ortsteilbürgermeisterin und begrüßte die Gäste. Plötzlich kam über die Feldabrücke ein schwarz gekleideter, bärtiger Geselle.
Es war der Rhönpaulus, auf der Flucht vor den Gendarmen. Schüsse fielen! Die Gendarmen ergriffen Paulus und nahmen ihn in Gewahrsam. In einem Eichenkasten, eigens für ihn angefertigt, würde er ihnen nicht mehr entkommen.
Gar manches Weib beklagte seine Gefangennahme, weil er ihnen immer hilfreich zur Seite stand, beim Heu machen, bei der Ernte half oder beim Schmuggeln von Salz.
Wenn er auch gelegentlich aus Hunger die Würste aus dem Rauch stahl, so sah man es ihm nicht nach.
Die Frau eines reichen Glattbacher Bauern wünschte ihm jedoch den Tod am Galgen, da er ihnen einen Sack voller goldener Taler, vom Verkauf zweier Ochsen, hatte mitgehen lassen.
Nachdem Anklage und Urteil des Kaltennordheimer Amtmanns verkündet waren, erhielt Paulus den Segen vom Pfarrer und die Gelegenheit für ein paar letzte Worte. Dann wurde das Urteil vollzogen.
Ortsteilbürgermeisterin Nancy Hepp gab noch einige abschließende Informationen kund und Wanderer, Glattbacher und Gäste kamen bei strahlendem Sonnenschein zu guten Gesprächen und netten Unterhaltungen auf dem Dorfplatz zusammen.
Bevor die Wanderer zum Neuberg aufbrachen, erhielt jeder Teinehmer ein Erinnerungsgeschenk in Anlehnung an die Geschichte vom Rhönpaulus.
Auf dem Neuberg warteten bereits die Jagdhornbläser und erfreuten die Gruppe mit herrlichen Klängen. Ein Erinnerungsfoto mit dem Rhönpaulus an der Wanderhütte rundete den Aufenthalt hier ab.
Durch den Ibengarten, vorbei an der Paulushöhle, dem Versteck des Rhönräubers, wanderte die Gruppe weiter gen Wiesenthal. Insgesamt ein Tag, der sicherlich allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen, an die Gemeinde Dermbach, die Mitarbeiter des Bauhofs und Tourismusbüro und Ortsteilbürgermeisterin Nancy Hepp.
Fotos: N. Rommel, T. Springer , J. Hoyer, Th. Wehner, S. Irrgang, Rhön GmbH









