Gastbeitrag von Manuel Mohr
Mit dem 38. Früchteteppich präsentiert der Förderverein Alte Kirche Sargenzell e.V. in diesem Jahr eines der bekanntesten Kunstwerke der Weltgeschichte: „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci.
Aus Millionen von Samenkörnern, Getreidekörnern, Blüten, Blättern und Gewürzen entstand in monatelanger Handarbeit ein beeindruckendes Naturkunstwerk.
Verantwortlich für die künstlerische Umsetzung ist erneut die Künstlerin Heike Richter aus Hünfeld-Mackenzell. Gemeinsam mit ihrem Team verwandelte sie den Kirchenraum der Alten Kirche Sargenzell in ein farbenprächtiges Kunstwerk aus natürlichen Materialien.
Die Entstehung eines Früchteteppichs ist ein Ganzjahresprojekt. Bereits zu Beginn des Jahres beginnt die Planung des neuen Motivs. Nach dem Entwurf wird die Vorlage von Hand auf die Trägerplatten übertragen.
Im Frühjahr und Sommer sammeln die Helferinnen und Helfer Blüten und Blätter, die anschließend getrocknet, gemahlen und für die spätere Gestaltung vorbereitet werden.
Ergänzt werden sie durch unzählige Samen, Körner, Hülsenfrüchte, Früchte und Gewürze, die dem Werk seine besondere Struktur und Farbwirkung verleihen.
Während der mehrwöchigen Aufbauphase arbeiteten sieben Frauen direkt am Teppich und brachten die Naturmaterialien in mühevoller Detailarbeit auf. Weitere Helferinnen bereiteten Materialien aus dem Vorjahr auf und sorgten dafür, dass möglichst viele Rohstoffe wiederverwendet werden konnten.
Das diesjährige Motiv zeigt die berühmte Szene des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern unmittelbar vor seiner Passion. Im Mittelpunkt steht der Augenblick, in dem Jesus seinen Jüngern eröffnet: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.“
Die unterschiedlichen Reaktionen der Jünger und die Einsetzung der Eucharistie machen das Gemälde von Leonardo da Vinci zu einem der bedeutendsten Werke der christlichen Kunstgeschichte.
Für die Verantwortlichen bedeutete die Umsetzung eine besondere Herausforderung. Das Original misst rund 8,80 Meter in der Breite und 4,60 Meter in der Höhe und besitzt damit außergewöhnliche Proportionen.
Um das Werk harmonisch in den Kirchenraum einzufügen, entwickelte die künstlerische Leitung unter Heike Richter zusätzliche Gestaltungselemente für den oberen und unteren Bereich des Früchteteppichs.
Dadurch entstand ein eigenständiges Gesamtkunstwerk, das die Vorlage respektiert und zugleich neue Akzente setzt. Ein Projekt dieser Größenordnung wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich.
Zahlreiche Helferinnen und Helfer unterstützen den Förderverein während des gesamten Jahres und übernehmen während der Ausstellungszeit die Betreuung der Besucher sowie die Durchführung von Führungen.
Der Früchteteppich zählt zu den touristischen Attraktionen der Region jedes Jahr im Herbst. Im vergangenen Jahr konnten rund 55.000 Besucherinnen und Besucher in Sargenzell begrüßt werden.
Die dadurch erzielten Einnahmen aus Spenden und Verkäufen ermöglichten es dem Förderverein, insgesamt 18 Projekte zu unterstützen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 8. November 2026 täglich von 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Gruppen können sich über die Tourist-Information Hessisches Kegelspiel unter 06652 / 180-195 anmelden.
Darüber hinaus werden an Werktagen auch Abendführungen und Vorträge für Gruppen angeboten. Weitere Informationen: www.fruechteteppich.de.



