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Achtung, Gebrauchsspuren – Beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes bitte beachten

Der ADAC gibt Tipps, worauf beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes geachtet werden sollte.

Gastbeitrag von Maike Willeitner (ADAC)

Kinder wachsen schnell – viele Alltagsgegenstände müssen daher schon nach einigen Monaten oder wenigen Jahren ausgetauscht werden.

Während Eltern bei Schuhen und Kleidung schnell und einfach auf gebrauchte Modelle zurückgreifen können, um Geld zu sparen, ist das beim Kindersitz nicht ganz so einfach. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten, erklärt der ADAC Hessen-Thüringen.

Außen hui, innen pfui?

Ist der Sitz vollständig, funktionieren Gurte und Bauteile, sind die Polsterungen intakt und ist eine Bedienungsanleitung vorhanden? Diese Punkte sollten beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes immer direkt überprüft werden.

Wer seinen Kindersitz gebraucht kauft, sollte jedoch auf mehr als nur den äußeren Eindruck setzen. Die Sitze bestehen zwar größtenteils aus belastbarem Kunststoff, doch das Material unterliegt einem Alterungsprozess.

„Durch permanente Nutzung und Belastung, der Aussetzung durch UV-Strahlung und Feuchtigkeit kann das Material spröde werden und Mikrorisse entwickeln, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind“, erklärt Alexandro Melus, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen.

Bei Sitzen aus zweiter Hand sollten Eltern daher ganz genau die Vorgeschichte erfragen. Bereits durch einen kleinen Auffahrunfall kann die innere Struktur beschädigt werden und die Sicherheit des Sitzes beeinträchtigen. Ist ein solcher Fall bekannt, sollte man die Finger von diesem Exemplar lassen.

Faustregel: Für Babyschalen und Kleinkindersitze empfiehlt der ADAC eine maximale Verwendungsdauer von sechs bis sieben Jahren. Sitzerhöhungen mit Rückenlehne für größere Kinder sollten nicht länger als acht bis zehn Jahre verwendet werden.

EU-Prüfsiegel beachten

Beim Kauf von älteren, gebrauchten Kindersitzen ist unbedingt darauf zu achten, dass sie über ein gültiges Prüfsiegel verfügen.

Das Siegel gibt Auskunft über alle wichtigen Informationen rund um den Kindersitz. Anforderungen und Sicherheitskriterien können sich jedoch über die Jahre verändern. Es ist deshalb wichtig, den Sitz auf ein aktuelles Siegel zu überprüfen.

Derzeit gibt es folgende gültige Kindersitz-Prüfnormen in der EU:

  • i-size/UNI Reg. 129: für Kindersitze, die ab September 2024 verkauft wurden
  • UN ECE Reg 44/04 & UN ECE Reg 44/03: für ältere gebrauchte Kindersitze Modelle rückwirkend prüfen

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Kauf gebrauchter Kindersitze ist die Produktsicherheit über den aktuellen Zustand hinaus. Immer wieder rufen Hersteller einzelne Modelle zurück – sei es wegen Materialschwächen, fehlerhafter Gurtsysteme oder mangelhafter Schutzwirkung.

Wer einen gebrauchten Sitz für den Nachwuchs erwirbt, sollte daher unbedingt prüfen, ob das Modell Teil einer Rückrufaktion war.

In der ADAC Datenbank zum Kindersitztest werden auch die Bewertungen älterer Kindersitze weiterhin aufgelistet. Ein Blick darauf kann vor dem Gebrauchtkauf hilfreich sein – so weiß man, wie das Modell in Sachen Sicherheit und Handhabung abgeschnitten hat.

Kindersitz passend zum Fahrzeug kaufen

Ob neu oder gebraucht, der Kindersitz muss immer zum eigenen Fahrzeug passen. Kindersitze sollten daher nie blind gekauft, sondern vorab zur Probe im Fahrzeug montiert werden.

Je nach Kontur der Rücksitzbank kann es vorkommen, dass manche Modelle nicht für jedes Fahrzeug geeignet sind. Welches Modell zu welchem Fahrzeugtyp passt, ist in der Bedienungsanleitung des Sitzes sowie im Fahrzeughandbuch vermerkt.