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Vom Leerstand zum lebendigen Quartier: Elf-Apostelhaus in Tann feierlich besichtigt

Beitrag von Martin Veltum

Das Elf-Apostelhaus und die ehemalige Jüdische Schule in Tann sind keine Baustellen mehr – sie sind ein Zukunftsprojekt.

Bei der offiziellen Projektbesichtigung am Donnerstag überzeugten sich zahlreiche Gäste, darunter Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn (CDU), von der gelungenen Umnutzung des historischen Ensembles am Marktplatz.

Bürgermeister der Stadt Tann (Rhön) Matthias Gelbe begrüßte die Gäste und dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Andrej Müller vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum nahm in seiner Einführung das Projekt ganzheitlich in den Fokus und gab einen Überblick.

Britta Schack vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen erläuterte die Aspekte des Denkmalschutzes und die damit verbundenen Herausforderungen. Ihre Ausführungen zur Baukultur, zur Außenfassade und zu den Zusammenhängen des Bauprozesses spannten den fachlichen Bogen.

Architekt Stephan Koch informierte begeistert und fachlich fundiert über die Gesamtmaßnahme. Besondere Fakten: Das Elf-Apostelhaus von 1619 ist eines der ältesten Bürgerhäuser der Region.

Die Baumaßnahme umfasste eine barrierefreie Erschließung, die Restaurierung historischer Baustoffe sowie den Aufbau einer energetischen Quartierslösung. Rund 2.250.000 Euro brutto wurden investiert.

Florian Fleischmann, technischer Angestellter der Karl Fleischmann GmbH & Co. KG, informierte während der Führung über die praktischen Arbeiten vor Ort. Er ließ die Putz-, Maler- und Trockenarbeiten Revue passieren und verknüpfte dies gekonnt mit der Geschichte des Hauses.

Ein Herzstück des neuen Quartiers ist die Tagespflege im Elf-Apostelhaus. Jacqueline Both, Pflegedienstleitung, informierte vor Ort über die Nutzung der Räumlichkeiten. Sie bezeichnete diese als „individuell, hervorragend geeignet und mit historischem Charme“.

Aktuell betreut das Team aus zehn Fach- und Betreuungskräften 15 Gäste – drei Plätze sind noch frei.

„Über Anmeldungen und Menschen aus der Region, die unser Tagesangebot gerne nutzen wollen, freuen wir uns sehr“, so Both. Kontakt für Interessierte: Telefon +49 6682 9171800.

Als weiterer Kooperationspartner des Projekts wurde der Bürgerschaftsverein Tann aktiv e. V. gewürdigt, der im Gebäude neue Vereinsräume erhält.

Der Verein wurde 2017 mit dem Ziel gegründet, das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger zu fördern und den demografischen Wandel aktiv zu gestalten – nach dem Prinzip „Bürger für Bürger“.

Ein konkretes Beispiel für dieses Engagement ist der „Essbare Garten“ in Tann, ein rund 700 Quadratmeter großes Permakultur-Projekt, das der Verein von der Stadt gepachtet hat und das Menschen aller Generationen und Herkünfte zum gemeinsamen Gärtnern einlädt.

Dieses bürgerschaftliche Engagement ist der „soziale Kitt“, der das Quartier erst mit Leben füllt – und genau dafür gebührt dem Verein große Anerkennung.

Die Führung vor Ort verdeutlichte eindrucksvoll, wie aus einem langjährigen Leerstand ein lebendiges Nachbarschaftszentrum wurde – ein gelungenes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und nachhaltige Stadtentwicklung in der Rhön.