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Kirchenruine Mariengart umfassend saniert

Gastbeitrag von Kathrin Hill

Das Wahrzeichen des Vachaer Ortsteils Mariengart – die historische Kirchenruine – ist umfassend saniert worden. Mit einer feierlichen Andacht wurde der Abschluss der Sanierungsarbeiten am Sonntag gewürdigt.

Der Gemeindekirchenrat Völkershausen hatte gemeinsam mit den Landfrauen Wölferbütt die Andacht organisiert.

Neben zahlreichen Einwohnern aus Mariengart und Wölferbütt begrüßte Bürgermeister Martin Müller auch Ortsteilbürgermeister Holger Göpfert, den Gemeindekirchenrat Völkershausen mit seiner Vorsitzenden Renate Enders, Pfarrer Roland Jourdan, die Stadträte Martin Witzel und Michael Wolf sowie Mario Nothe vom Ingenieurbüro Trabert, Mario Kraus von der ausführenden Firma Kraus aus Dermbach und Bauamtsmitarbeiter Thomas Treff.

Die Andacht wurde von Pfarrer Roland Jourdan gehalten und musikalisch von Klaus Enders und Bernd Wiese begleitet. In ihrem Grußwort gab Renate Enders einen Einblick in die bewegte Geschichte der Kirchenruine.

Die Kirche wurde 1676 als private Grabkapelle auf dem Gelände des ehemaligen Servitenklosters in Mariengart errichtet. Bereits 1704 fiel sie einem Brand zum Opfer und blieb seither als Ruine erhalten. In den Jahren 1986 und 1987 hatten Einwohner von Mariengart das historische Bauwerk in Eigeninitiative instand gesetzt und wieder zugänglich gemacht.

Seitdem wird die Ruine regelmäßig für kirchliche Veranstaltungen und Feste des Ortsteils genutzt. Auch Hochzeiten und Taufen haben hier bereits stattgefunden.

In seiner Ansprache schilderte Bürgermeister Martin Müller den Weg von den ersten Planungen bis zur nunmehr abgeschlossenen Sanierung. In den vergangenen Jahren hatten sich die Schäden am Mauerwerk zunehmend verstärkt.

Insbesondere die Mauerkronen waren durch Efeubewuchs, Witterungseinflüsse sowie eindringende Feuchtigkeit und Frost erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem hatten sich Risse gebildet, die zunehmend die Standsicherheit des Bauwerks gefährdeten.

Erste konkrete Planungen zur Sanierung hatte die Stadt bereits 2021 in Auftrag gegeben. Mario Nothe vom Ingenieurbüro Trabert aus Geisa erarbeitete damals eine Sanierungskonzeption. Die Suche nach einer Finanzierung gestaltete sich jedoch schwierig.

Förderanträge beim Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) in den Jahren 2022 und 2024 blieben zunächst ohne Erfolg.

Erst durch Gespräche mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt und die Unterstützung des Landtagsabgeordneten Martin Henkel konnte schließlich eine Förderung aus dem Thüringer Förderprogramm „Städtebauliche Sicherungsmaßnahmen“ für die dringend notwendigen Arbeiten erreicht werden.

Nach der Ausschreibung begannen im Frühjahr 2026 die Bauarbeiten. Dabei wurden zunächst der Efeubewuchs entfernt, die Risse im Mauerwerk saniert sowie die Mauerkronen instand gesetzt und neu verfugt. Auch der Torbogen in der Grundstücksmauer wurde saniert.

Im Juni folgte eine weitere erfreuliche Nachricht: Entgegen der vorherigen Absagen stellte das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie nun doch noch 80.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Dadurch konnte der ursprünglich vorgesehene Umfang der Sicherungsarbeiten erweitert werden. In einem zusätzlichen Bauabschnitt wurden sämtliche Mauern neu verfugt und das Dach des Kirchenchors vollständig neu eingedeckt. Aus einer zunächst geplanten Notsicherung wurde damit eine umfassende Sanierung der Kirchenruine.

Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 200.000 Euro. Davon werden 73.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung, 77.000 Euro durch die Denkmalpflege und 50.000 Euro durch die Stadt Vacha getragen.

„Wenn man die Investition auf die Einwohnerzahl von Mariengart herunterrechnet, entspricht sie in ihrer Größenordnung durchaus der Rathaussanierung in Vacha“, betonte Bürgermeister Martin Müller.

„Das zeigt, dass die Stadt auch in ihren Ortsteilen investiert. Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Baumaßnahme die Kirchenruine für die nächsten Generationen sichern und damit ein wichtiges Wahrzeichen von Mariengart erhalten konnten.“

Ein besonderes Detail der Dachsanierung war die Abnahme des Turmknopfes. Dieser enthielt Dokumente aus der Sanierung der Jahre 1986 und 1987.

Im Zuge der aktuellen Arbeiten wurde der Inhalt gesichtet und um neue Unterlagen zur jüngsten Sanierungsmaßnahme ergänzt. Damit wurde auch für künftige Generationen eine kleine Dokumentation der Baugeschichte hinterlegt.

Zum Abschluss dankte Bürgermeister Martin Müller allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Sein besonderer Dank galt den Fördermittelgebern, ohne deren Unterstützung die Sanierung in diesem Umfang nicht möglich gewesen wäre, sowie dem Landtagsabgeordneten Martin Henkel für seine Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten.

Mario Nothe vom Ingenieurbüro Trabert habe das Projekt mit großem persönlichen Einsatz und viel Herzblut begleitet. Ebenso dankte er Mario Kraus und seinem Team für die geleistete Arbeit sowie dem Bauamt und dem Bauhof der Stadt Vacha für ihre Unterstützung.

Ein besonderer Dank galt schließlich dem Gemeindekirchenrat Völkershausen und den Landfrauen Wölferbütt für die Organisation der gelungenen Veranstaltung.

Mit der abgeschlossenen Sanierung ist die Kirchenruine Mariengart für die Zukunft gesichert. Sie bleibt damit nicht nur als bedeutendes historisches Wahrzeichen erhalten, sondern auch als ein lebendiger Ort, der die Geschichte und das Gemeinschaftsgefühl des Ortsteils widerspiegelt.