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Akademieabend über Trauma, Erinnerung & Resilienz

Mitteilung des Bistums Fulda

Wie lässt sich verstehen, was Menschen unter totalitärer Gewalt erleiden mussten? Was hilft ihnen, trotz schwerster Erfahrungen nicht zu zerbrechen? Und wann ist Schweigen möglicherweise die angemessenste Antwort auf das Erlebte?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Akademieabend der Katholischen Akademie Fulda zum Roman „Wir verstehen nicht, was geschieht“ des Journalisten und Schriftstellers Viktor Funk.

Neben ausgewählten Lesepassagen des Autors beleuchteten die Osteuropahistorikerin Dr. Katharina Schwinde aus Jena und die Traumaforscherin Prof. Dr. med. Anne-Katharina Neddens die historischen und psychischen Dimensionen der Geschichte.

Akademiedirektor Gunter Geiger verwies auf die Grenzen des Verstehens, die bereits im Titel des Romans zum Ausdruck kommen.

Die Frage, wie sich Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Erfahrungen begegnen können, beschäftige die Akademie auch im Zusammenhang mit der heterogenen Gruppe der Einwanderinnen und Einwanderer aus dem postsowjetischen Raum.

Deren Biografien seien von politischen Umbrüchen, Migration und familiären Erfahrungen geprägt, von denen manche erzählt und weitergegeben würden, während andere unausgesprochen blieben. Umso wichtiger sei es, zuzuhören, Unterschiede wahrzunehmen und vorschnelle Deutungen zu vermeiden.

Der Akademieabend verband Literatur, Geschichtswissenschaft und Traumaforschung zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Gewalt, Erinnerung und menschlicher Widerstandskraft.

Am Ende stand keine einfache Antwort auf die Frage, wie Menschen mit unfassbarem Leid leben können. Vielmehr blieb die Erkenntnis, dass Verstehen Zeit, Zuhören und manchmal auch die Bereitschaft zum Schweigen erfordert.