Gastbeitrag von Richard Veltum
Nach den grausamen Weltkriegen (Erster und Zweiter Weltkrieg) verloren im kleinen Rhön-Dorf Wiesenfeld über 29 Soldaten ihr junges Leben.
Zu ihrem Gedenken errichtete die katholische Kirchgemeinde damals ein Kriegerdenkmal mit den Namen der getöteten Wiesenfelder Soldaten auf dem örtlichen Friedhof. Am 1. November fand die Einweihungsfeier in Wiesenfeld zu Allerheiligen statt.
Ehrengäste und zahlreiche Besucher
Zu den Ehrengästen zählte der Geisaer Stadtpfarrer Martin Lerg, die Bürgermeisterin der Rhönstadt Geisa, Manuela Henkel (CDU), und Ortsteilbürgermeister Michael Kehl (CDU). Dazu kamen zahlreiche Dorfbewohner und Gäste aus Nachbargemeinden.
Hochfest Allerheiligen
Zum Hochfest „Allerheiligen“ gedenkt die katholische Kirche jedes Jahr am 1. November „aller Heiligen“ und ehrt damit nicht nur die vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männer, sondern auch die vielen Menschen, die unauffällig ihren Glauben und ihr Christentum unbeirrt verwirklicht haben.
Alle Gläubigen werden daran erinnert, eine Gemeinschaft mit allen Verstorbenen durch die Kirche zu bilden.
Ansprache von Ortsteilbürgermeister Michael Kehl
Hauptorganisator Michael Kehl berichtete in seiner Ansprache über die ersten Schritte, angefangen von der Vorbereitung der Umbaumaßnahmen bis hin zur Antragstellung über die Geisaer Stadtverwaltung.
Große Unterstützung erhielt er von dem Wiesenfelder Michael Schwarz in allen Belangen der Rekonstruktion des Ehrenmahls. Es gab zuvor einige Probleme zu lösen: Bauantragstellung, Preisvorstellungen, Finanzierung, Statikberechnungen, Vorgaben der Denkmalpflege und andere bürokratische Anforderungen.
Rückbau und Wiederaufbau
Der Rückbau der Anlage erfolgte unter der Mitarbeit von Michael Kehl, Markus Schäfer und Andreas Wehner. Die Betonfertigteile wurden von der Firma Thomas Gruppe in Hünfeld gefertigt. Den Rücktransport der Betonteile übernahmen Michael Kehl und Andreas Martin.
Das schwere mittlere Betonteil mit einem Gewicht von 2,1 t wurde von Norbert Wassermann mit seinem LKW transportiert. Das INRI-Schild und die Metallplatten mit den Namen der Gefallenen fertigte die Firma Willsau aus Geisa.
Die Pulverbeschichtung besorgte die Geisaer Firma Abel. Die schweren Betonteile setzte Andreas Wehner mit seinem Teleskoplader auf dem Wiesenfelder Friedhof. Mithilfe von André Birkenbach und eines Krans der Firma Siebert erfolgten weitere Arbeiten am Ehrenmal.
Die Agrargenossenschaft Bremen stellte Betonplatten zur Verfügung, den Transport ermöglichte Freddy Baumgart. Die Statik wurde durch das Statik Büro Trabert aus Geisa berechnet. Für seine Ausführungen erhielt Michael Kehl Beifall.
Restaurierung und Einsegnung
Nach dem Rückbau des Ehrenmals wurde der „Corpus Christi“ zum Wohnhaus der Familie Kehl gebracht. Hier restaurierte Michael Kehl den „Corpus Christi“ fachgerecht.
In seiner Ansprache würdigte Pfarrer Martin Lerg die Wiesenfelder Sankt-Ursula-Kirchgemeinde, insbesondere das positive Wirken von dem Ortsteilbürgermeister Michael Kehl, der eigenhändig an der Rekonstruktion des Ehrenmals selbst aktiv Hand angelegt hat.
Michael Kehl stellte somit seine Heimatverbundenheit und sein Herzblut unter Beweis. Weitere Wiesenfelder Dorfbewohner und Helfer aus Nachbargemeinden haben ehrenamtlich ihren Beitrag bei der Rekonstruktion des Ehrenmals geleistet.
Küster Robert Hohmann und die Messdiener Jakob und Messdienerin Klara Kehl haben ihren ehrenamtlichen Dienst zur Einweihungsfeier ebenso würdevoll geleistet. Der Priester Martin Lerg nahm sodann die Einsegnung des Kriegerdenkmals vor.
Finanzielle Unterstützung und ehrenamtlicher Einsatz
Bürgermeisterin Manuela Henkel würdigte in einem Gespräch mit Beteiligten, sie lobte den vorbildlichen Einsatz aller fleißigen Helfer. Die Geisaer Stadtverwaltung stellte hierfür ebenfalls finanzielle Mittel in Höhe von 4.000 Euro zur Verfügung.
Hier im Bauamt erfolgte auch die Antragstellung für den Bauantrag. Die Jagdgenossenschaft Wiesenfeld spendete 600 Euro. Die Werner-Deschauer-Stiftung spendete einen Drittanteil von 1.866 Euro. Eine Wiesenfelder Familie spendete ebenfalls einen Geldbeitrag.
Spontaner Kurzvortrag
Spontan meldete sich Hubert Kritsch aus Geisa mit einer Wortmeldung: „Mit Gottvertrauen gingen sie fort, für Ehre, Vaterland und edles Wort, wollten keine Feiglinge sein und viele kehrten nicht mehr heim.
Heute wollen wir gedenken; Euch allen, die gefallen sind. Begraben in der Ferne, keiner weiß, wo ihre Gräber sind. Ihre Namen sind hier geschrieben als letzter Gruß vom Heimatort, vergessen seid Ihr nicht, ihr Lieben, und lebt in der Erinnerung fort“.
Fazit: „Wir alle sollten wachsam sein, dass nicht wieder eine Mutter ihren Sohn beweint“. Hubert Kritsch erhielt für seinen Beitrag großen Beifall.
Zum würdigen Abschluss erfolgte die Gräbersegnung auf dem Friedhof durch Pfarrer Martin Lerg unter Begleitung der Messdiener Jakob und Messdienerin Klara Kehl.

























