Beitrag von Martin Veltum
Der Park lag im Herbstkleid, als die Stadt Geisa am Mittwoch ihren sanierten Stadtpark „Gangolfiberg“ offiziell freigab.
Bei echtem Rhöner Herbstwetter versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft zur feierlichen Freigabe des geschichtsträchtigen Areals im Biosphärenreservat Rhön.
Bürgermeisterin begrüßt Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft
Bürgermeisterin Manuela Henkel hieß alle Gäste herzlich willkommen.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderen die Erste Beigeordnete Simone Kleinstück, die Ortsteilbürgermeisterin der Kernstadt Geisa Angela Zimmermann sowie Sylvia Möller, die sich als engagierte Akteurin im Umfeld der Anneliese-Deschauer-Galerie und der Werner-Deschauer-Stiftung in Geisa für das Projekt einsetzte.
Vertreter des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur, Stadt- und Ortsteilräte sowie die an der Baumaßnahme beteiligten Firmen waren ebenfalls anwesend.
Regierungsdirektorin Katja Mühe aus Erfurt angereist
Extra aus Erfurt angereist war Regierungsdirektorin Katja Mühe vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur. Sie würdigte die finanzielle und fachliche Unterstützung des Landes für die Kommunen und die wichtigen Projekte vor Ort.
Im Gespräch mit dem Rhönkanal gratulierte sie zur Fertigstellung des Parks und lobte die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Geisa unter Leitung von Bürgermeisterin Manuela Henkel.
Die erfahrene stellvertretende Referatsleiterin hob hervor, dass die Gesamtförderung mit 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 870.000 Euro realisiert werden konnte, davon kommen 60 Prozent aus dem EFRE-Programm und 20 Prozent aus dem Bund-Länder-Programm zur Städtebauförderung. Der Eigenanteil der Stadt Geisa betrug 174.000 Euro. Die Bauzeit umfasste ein Jahr.
Führung über den Gangolfiberg: Einblicke in die Projektumsetzung
Im Rahmen einer Führung über den Gangolfiberg erläuterte Bauamtsmitarbeiterin und Projektverantwortliche Manuela Trier die große Herausforderung der Projektumsetzung.
Sie informierte über die Anforderungen an die Barrierefreiheit, die Förderbedingungen und die denkmalpflegerischen Vorgaben.
Besonderes Augenmerk lag auf der engen Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz, um die historisch erhaltenen Wege und Alleen zu bewahren und gleichzeitig moderne Elemente wie einen Behindertenparkplatz vor dem Haupteingang zum Friedhof zu integrieren.
Historische Bedeutung und umgesetzte Maßnahmen
Der denkmalgeschützte Stadtpark auf dem höchsten Punkt der Stadt vereint weltliche Gerichtsgeschichte und geistliches Wallfahrtserbe.
Angrenzend an das Schlossensemble mit historischem Centgericht aus dem 11. Jahrhundert und die Gangolfikapelle von 1461, die einst Station der Eichsfelder Wallfahrt zum heiligen Blut nach Walldürn war, zeigt der Ort die Bedeutung Geisas als Verwaltungs- und Glaubensmittelpunkt vor fast tausend Jahren.
Die Sanierung umfasste die Neugestaltung der Wegeanbindung an die historische Allee, die Errichtung eines Schöpfbrunnens sowie die Anlage einer halbkreisförmigen Treppenanlage aus Natursteinstufen.
Zudem wurden die vorhandene Bepflanzung und der Straßenbord entlang der Glasfassade am Gangolfisaal entfernt und eine Hainbuchenhecke gepflanzt. Am Athanasius-Kircher-Denkmal erfolgte eine Neubepflanzung.
Die Parkwege wurden mit wassergebundener Wegedecke saniert, die Wegeachse von der Athanasius-Kircher-Straße bis zum Friedhofseingang mit Kleinsteinpflaster als neuer Hauptzugang befestigt.
Die Hauptwege erhielten Granitbordsteine, wegequerende Pflastermulden wurden hergestellt. Die Plätze „Helle Grotte“ und „Dunkle Grotte“ wurden mit wassergebundener Wegedecke neu befestigt, die Stützmauern an der „Hellen Grotte“ saniert.
Einheitliche Parkbänke und Abfallbehälter wurden eingebaut, die bestehenden Alleen entlang der geradlinigen Wege durch neue Baumpflanzungen ergänzt. Südlich des Friedhofs entstand ein „Grünes Klassenzimmer“ mit etwa 20 Sitzplätzen.
Architekt lobt Zusammenarbeit der Projektbeteiligten
Architekt Thomas Gusenburger vom Büro Neumann und Gusenburger Landschaftsarchitekten zeigte sich begeistert: „Die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten, insbesondere mit der Stadtverwaltung, war erstklassig und konstruktiv.“
Sein Dank galt allen, die zum Gelingen beigetragen haben.
Bürgermeisterin Manuela Henkel sprach ihren Dank aus: der Fördermittelstelle im Infrastrukturministerium mit Katja Mühe, dem Stadtrat, Architekt Thomas Gusenburger, Patrick Petri von der Firma Petri-Bau, Kerstin Schmidt für die Garten- und Landschaftsgestaltung, dem Brunnenbauer und Steinmetzbetrieb Ulrich Eckart, Sylvia Möller von der Werner-Deschauer-Stiftung – die das Vorhaben unter anderem mit der Spende einer Eule aus dem Nachlass von Werner Deschauer unterstützte –, Julia Eichhorn von der DSK, Manuela Trier vom Bauamt sowie dem Bauhof.
Auch den Bürgern, die die Baustelle mitgetragen haben, galt ihr Dank.
Stimmen aus der Bürgerschaft: Kritik, Lob und emotionale Verbundenheit
Die umfangreiche Neugestaltungsmaßnahme des historischen Gangolfiberges ist auch umstritten und wird sehr emotional diskutiert. Stimmen aus der Bürgerschaft regten sich an der Ausführung der Treppe, der eingeschränkten Barrierefreiheit und der einzelnen Baumaterialauswahl.
Bürgermeisterin Manuela Henkel nahm diese Rückmeldungen auf: „Dass bei den Baumaßnahmen auch Kritik geübt wurde, zeigt, dass die Menschen mit ihrem Stadtpark auch emotional verbunden sind und sich einbringen. Hier war die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme um Transparenz bemüht und erklärte die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse.“
Der Wert der pluralen Meinungsbildung bleibt dabei ein zentrales Element der demokratischen Auseinandersetzung.
Ein Ort der Naturverbundenheit und Geschichte
Der sanierte Stadtpark lädt dazu ein, die Natur zu erleben, Kraft zu tanken und Geschichte zu erfahren. Wie Anne Frank einst schrieb: „Es gibt kein besseres Heilmittel für Sorgen, Gram und Trübsinn als die Natur.“




























































