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Denkmalpreis: Engagement für lebendige Ortsgeschichte gewürdigt

Gastbeitrag von Lena Lindemann

Historische Gebäude bewahren, neue Nutzungen ermöglichen und Geschichte für kommende Generationen erhalten – all das zeichnet die drei diesjährigen Denkmalpreisträger des Wartburgkreises aus.

Landrat Dr. Michael Brodführer überreichte die Auszeichnungen am Mittwoch im Gasthof „Heile Schern“ in Spahl.

„Unsere historischen Gebäude schaffen Verbundenheit mit unserer Heimat. Sie zu erhalten, braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und anpacken. Unsere diesjährigen Preisträger haben mit Mut, Ausdauer und eigenen Ideen gezeigt, was möglich ist.

Sie haben sich von Schwierigkeiten nicht entmutigen lassen, Lösungen gefunden und Mitstreiter gewonnen. Dafür danke ich ihnen und allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Ich wünsche mir, dass ihre Beispiele auch anderen Mut machen“, betonte Landrat Dr. Michael Brodführer.

Seit 1995 zeichnet der Wartburgkreis jährlich private Denkmaleigentümer, Vereine oder Kommunen aus, die sich mit besonderem Einsatz der Erhaltung und Pflege historischer Gebäude oder technischer Denkmale widmen. Ihr Engagement erhält das unverwechselbare Gesicht der Städte und Dörfer und verbindet Geschichte mit heutigen Bedürfnissen.

Die Preisträger 2026

Mario Jung: Ehemaliges Schul- und Bürgerhaus in Behringen

Mario Jung erhält den Denkmalpreis für den denkmalgerechten Umbau des ehemaligen Schul- und Bürgerhauses in Behringen zu einem Mehrfamilienhaus.

Das Gebäude an der Hauptstraße 29 bildet mit der Kirche, der „Gothaischen Schenke“ und dem Torhaus ein historisches Ensemble im alten Ortskern von Oesterbehringen. Ein besonderes Detail ist der überdachte Torhausgang mit eingemauerten historischen Steinfragmenten, darunter ein Sühnekreuz.

Nach vielfältiger Nutzung und anschließendem Leerstand wurde das Gebäude denkmalgerecht zu Wohnzwecken saniert. Dabei wurden moderne Anforderungen an Brandschutz, Energieeffizienz und Schallschutz mit dem Erhalt der historischen Bausubstanz verbunden.

Zum Einsatz kamen denkmalgerechte Fenster, ökologische Baustoffe wie Holzweichfaserplatten und Lehmputz sowie ein modernes Heizsystem.

Bianca Ballaschk und Patrick Seiler: Rotes Fachwerkhaus in Oechsen

Bianca Ballaschk und Patrick Seiler werden für die denkmalgerechte Sanierung eines rund 200 Jahre alten Fachwerkhauses in der Friedensstraße 16 in Oechsen ausgezeichnet.

Das 1824 errichtete Gebäude ist ein bedeutendes Zeugnis der traditionellen Fachwerkarchitektur der Rhön und prägt das historische Ortsbild des Ortes. Die Eigentümer haben das Gebäude mit großer Sorgfalt instandgesetzt und für zeitgemäßes Wohnen modernisiert.

Beschädigte Fachwerkhölzer wurden fachgerecht ersetzt, die ursprünglichen Fensterformate wiederhergestellt und die Fassade nach historischem Befund in Rot gestaltet.

Auch das Dach erhielt eine neue Eindeckung mit naturroten Tonziegeln. Besondere Aufmerksamkeit galt den kunstvollen Schnitzereien und historischen Details, darunter ein für Oechsen typischer Neid- oder Schreckkopf an einem Eckbalken.

Durch eine denkmalverträgliche Innendämmung konnten zugleich hohe Energieeffizienzstandards erreicht werden. Die gelungene Sanierung zeigt beispielhaft, wie sich Denkmalschutz, Klimaschutz und modernes Wohnen miteinander verbinden lassen. Zugleich wurde ein wertvolles Stück regionaler Baukultur für kommende Generationen bewahrt.

Team „Michaelskapelle“: Michaelskapelle bei Buttlar

Das Team „Michaelskapelle“ aus Buttlar wird für seinen gemeinschaftlichen Einsatz zur Erhaltung der 1714 errichteten Kapelle auf dem Michelsberg ausgezeichnet.

Unter der Leitung von Winfried Mannel setzte das 2024 gegründete Team das historische Gebäude mit großem ehrenamtlichem Engagement und der Unterstützung regionaler Handwerksbetriebe umfassend instand.

Im Mittelpunkt stand die Restaurierung des barocken Holzaltars und zweier Skulpturen durch den Buttlarer Restaurator Florentin Blum. Darüber hinaus wurden der Innenraum und die historischen Emporenbänke aufgearbeitet sowie Schäden an der Außenhülle behoben.

Der stark geschädigte Turmreiter erhielt eine neue Holzkonstruktion und eine Kupferbekleidung. Bereits 2022 waren die Holzdecke erneuert und ein verglaster Windfang eingebaut worden.

Die Maßnahmen konnten dank zahlreicher Spenden, umfangreicher Eigenleistungen und der Unterstützung beteiligter Firmen für knapp 70.000 Euro umgesetzt werden.

Die Auszeichnung würdigt den persönlichen Einsatz, die beispielhafte Gemeinschaftsleistung und den respektvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz.

Für die musikalische Umrahmung der Preisverleihung sorgten Frau Ihling von der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Wartburgkreis und die ehemalige Musikschülerin Liliana Engel aus Kieselbach.