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SG Johannesberg: „Wir fahren nicht ins Saarland, um uns etwas anzuschauen“

Vor zwei Bundesliga Krachern: Abteilungsleiter Alexander Peer spricht über den Traumstart, einen immer stärkeren Juri Pisklov und die Jagd auf die Deutsche Meisterschaft.

Das Team der SG Johannesberg (von links): Christoph Reintjes, Raphael Wahl, Juri Pisklov, Tobias Bongers und Johannes Schmitt | Poolbillard Bundesliga 2023/2024 | 1. Spieltag | SG Johannesberg – BillardFreunde Bremen | 23.09.2023

Zwei Spiele, zwei Siege und ein beeindruckendes Partienverhältnis von 14:2. Die Poolbillardspieler der SG Johannesberg sind nahezu perfekt in die neue Bundesligasaison gestartet. Doch jetzt wird es richtig ernst.

Am Samstag, 10. Oktober, wartet um 11 Uhr auswärts der amtierende Deutsche Meister PBC Joker Altstadt. Am Sonntag geht es ebenfalls um 11 Uhr zum BV Brotdorf, einem weiteren Spitzenteam der Liga.

Für die Johannesberger, die nach drei Bronzemedaillen in Folge 2026 erstmals Deutscher Vizemeister wurden, könnte das Wochenende bereits richtungsweisend werden.

Der Rhönkanal hat mit Abteilungsleiter Alexander Peer über die bevorstehenden Aufgaben gesprochen.

„Wir wollen beide Spiele gewinnen“

Rhönkanal: Alexander, zweimal 7:1 zum Auftakt. Besser geht es eigentlich nicht, oder?

Alexander Peer: „Nein, das war schon beeindruckend. Aber fast noch wichtiger als die Ergebnisse war für mich, wie geschlossen die Mannschaft aufgetreten ist. Da war von Beginn an eine enorme Ruhe und Überzeugung zu spüren. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir das auch gegen die ganz großen Gegner bestätigen können.“

Und die warten ausgerechnet an einem einzigen Wochenende. Mit Altstadt und Brotdorf trifft die SGJ auf zwei Mannschaften, die in der vergangenen Saison den Titelkampf maßgeblich geprägt haben.

„Viel schwieriger kannst du ein Auswärtswochenende kaum bekommen“, sagt Peer. „Aber genau deshalb spielen wir Bundesliga. Wir fahren nicht ins Saarland, um uns etwas anzuschauen. Wir wollen unsere Punkte holen.“

Juri Pisklov: Mit den Jahren immer besser

Besonders begeistert zeigt sich der Johannesberger Abteilungsleiter von der Entwicklung eines Spielers, der den Verein schon seit vielen Jahren begleitet: Juri Pisklov.

Der Bad Wildunger war 2019 eine der ersten großen Verstärkungen der SGJ auf ihrem Weg in den deutschen Spitzensport. Inzwischen gehört er zu den etablierten Leistungsträgern der Bundesliga Mannschaft.

Doch damit nicht genug. Gerade in den vergangenen beiden Jahren scheint Pisklov noch einmal einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Rhönkanal: Juri ist schon lange dabei. Was hat sich bei ihm verändert?

Peer: „Juri war schon immer ein außergewöhnlich guter Spieler. Aber was er in den vergangenen zwei Jahren noch einmal draufgelegt hat, ist wirklich bemerkenswert. Er spielt reifer, stabiler und mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass der beste Juri Pisklov, den wir bisher gesehen haben, der von heute ist.“

Wie stark Pisklov mittlerweile auch international auftritt, zeigte sein jüngster Erfolg bei der Euro Tour in Italien. Dort erreichte er das Finale und wurde Zweiter.

„Solche Ergebnisse kommen nicht von ungefähr. Juri arbeitet an seinem Spiel und entwickelt sich immer weiter. Das beeindruckt mich enorm“, so Peer.

Daniel Maciol und eine besondere Erinnerung ans Saarland

Ein weiterer Name sorgt vor der Reise für Spannung: Daniel Maciol. Der polnische Weltklassespieler hatte bereits bei den vergangenen Begegnungen mit Altstadt und Brotdorf für besondere Momente gesorgt.

Seine internationale Erfahrung, seine Ruhe und seine Gewinnermentalität sind Eigenschaften, die gerade in engen Bundesligaspielen entscheidend sein können.

Rhönkanal: Gibt es diesmal wieder eine besondere Geschichte rund um Daniel Maciol?

Peer: „Das ist eine gute Frage“, antwortet er lachend. „Daniel hat bei unseren letzten Begegnungen gegen diese Mannschaften einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht gibt es ja wieder eine Überraschung. Mehr verrate ich vorher nicht.“

Welche Spieler am Wochenende tatsächlich für Johannesberg antreten werden, lässt der Abteilungsleiter bewusst offen.

Von 27 Mitgliedern zum Deutschen Meister?

Hinter den sportlichen Erfolgen steckt eine bemerkenswerte Vereinsentwicklung. Als Peer 2018 die Verantwortung für die Billardabteilung übernahm, zählte diese gerade einmal 27 Mitglieder und drei Mannschaften.

Heute sind es rund 140 Mitglieder, acht Mannschaften und eine eigene Nachwuchsakademie. Acht hochwertige Gabriels Turniertische stehen in der modernen Billard Arena zur Verfügung.

Die SGJ hat sich damit nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch zu einer festen Größe entwickelt.

Rhönkanal: Nach dreimal Bronze und einmal Silber fehlt eigentlich nur noch Gold. Ist die Deutsche Meisterschaft das erklärte Ziel?

Peer: „Natürlich. Wenn du dreimal Dritter und anschließend Zweiter wirst, gibt es sportlich nur noch einen Platz, mit dem du dich verbessern kannst. Wir wollen Deutscher Meister werden. Aber wir wissen auch, dass man sich so einen Titel über eine ganze Saison verdienen muss.“

Dabei ist Peer eines besonders wichtig: „Wir sind nicht groß geworden, weil wir Bundesliga spielen. Wir spielen Bundesliga, weil wir über viele Jahre einen starken Verein aufgebaut haben.

Unsere Mitglieder, unsere Academy, die anderen Mannschaften und unsere Sponsoren sind das Fundament dieses Erfolgs.“

Mit breiter Brust ins Saarland

Die beiden kommenden Begegnungen werden zeigen, wie weit die SGJ im Titelrennen bereits ist. Die Gegner sind hochkarätig, die Erwartungen groß. Doch an Selbstvertrauen mangelt es in Johannesberg nicht.

„Wir haben großen Respekt vor Altstadt und Brotdorf“, betont Peer. „Aber wir haben auch großes Vertrauen in unsere eigene Mannschaft. Wir wollen beide Spiele gewinnen. Ob uns das gelingt, entscheidet sich am Tisch.“

Und eines stellt der Abteilungsleiter unmissverständlich klar: „Verstecken werden wir uns ganz sicher nicht.“


Die Spiele im Überblick

Samstag, 10. Oktober 2026, 11 Uhr
PBC Joker Altstadt gegen SG Johannesberg

Sonntag, 11. Oktober 2026, 11 Uhr
BV Brotdorf gegen SG Johannesberg