Gastbeitrag von Christopher Eichler
Dort, wo der Pfarrgarten in Bibra lange Zeit ungenutzt blieb und mehr und mehr verwilderte, können die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Gemeinschaftsschule Grabfeld jetzt ihre Pausen verbringen, an der fischen Luft lernen und eigene Projekte verwirklichen.
Mit einem Holzpavillon, Sitzgruppen und Freiflächen bietet das Gelände in Bibra nun Raum für Unterricht im Freien, gemeinsame Projekte und Veranstaltungen. Am 3. September 2026 konnte die fertiggestellte Anlage offiziell abgenommen und der Schule damit zu Beginn des Schuljahres zur Nutzung übergeben werden.
Die Initiative für die Neugestaltung ging von der Gemeinschaftsschule Bibra selbst aus. Die Schülerinnen und Schüler wollten den brachliegenden Pfarrgarten wiederbeleben und als eigenen Raum für schulische Aktivitäten und das Dorfleben nutzen. Mit der evangelischen Kirchgemeinde konnte der Landkreis dafür einen Mietvertrag über den oberen Teil des Gartens schließen.
Anschließend entwickelten die Jugendlichen ein Konzept, das sowohl die Nutzung durch die Schule als auch mögliche Veranstaltungen zur Bereicherung des dörflichen Miteinanders berücksichtigte.
Auf dieser Grundlage griff der Landkreis Schmalkalden-Meiningen das Vorhaben auf und reichte es beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum zur Förderung im Rahmen des LEADER-Programms ein. Besonders überzeugend: Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihr Projekt am 27. Januar 2026 selbst vor der LEADER-Kommission. Mit Erfolg: Am 29. 000 Euro erteilt.
Nach der Ausschreibung erhielt die Jobst Bau GmbH & Co. KG aus Grabfeld den Auftrag zur Umsetzung. Im Mai begannen die Erd- und Abbrucharbeiten. Anfang Juli wurde der Abbund für den Holzpavillon geliefert, nur zwei Wochen später stand das Gebäude bereits mit Brettschalung und gedecktem Dach.
Anfang August folgten die Pflasterarbeiten sowie der Einbau des Zauns und des Treppengeländers. So konnte das Vorhaben innerhalb weniger Monate abgeschlossen werden.
Bei der Gestaltung wurde besonderer Wert darauf gelegt, den dörflichen Charakter des Ortes aufzugreifen. Ein Holzzaun grenzt das Gelände zur Straße hin ab. Dahinter fügt sich der Pavillon mit seiner sichtbaren Holzkonstruktion harmonisch in das Gesamtbild ein. Sitzgruppen und Freisitzflächen laden zum Verweilen ein. Eine gut begehbare Treppenanlage erschließt das Gelände.
Neben den befestigten Flächen steht den Schülerinnen und Schülern eine Grünfläche zur individuellen Gestaltung zur Verfügung. Hier können sie eigene Ideen verwirklichen, Hochbeete anlegen und Pflanzen setzen. Als erweiterter Pausenhof wird der Pfarrgarten bereits genutzt.
Der Pavillon bietet zudem Schutz vor Sonne und Regen und schafft damit gute Voraussetzungen für Unterricht im Freien und gemeinschaftliche Projektarbeit.
Für die Umsetzung investierte der Landkreis Schmalkalden-Meiningen insgesamt 200.000 Euro. Die Hälfte der Kosten wird durch Fördermittel aus dem LEADER-Programm des Freistaates Thüringen getragen, die von der Europäischen Union kofinanziert werden. Die verbleibenden 100.000 Euro finanziert der Landkreis aus eigenen Mitteln.
„Mit der Fertigstellung ist die Entwicklung des Pfarrgartens nicht abgeschlossen. Vielmehr soll er sich Schritt für Schritt zu einem Begegnungsort für die gesamte Dorfgemeinschaft entwickeln – für Jung und Alt, für gemeinsame Aktionen der Kirchgemeinde, Dorffeste und generationsübergreifende Begegnungen“, erklärt Landrätin Peggy Greiser. “
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen bedankt sich beim Freistaat Thüringen, bei der Europäischen Union, dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, dem RAG-LEADER-Team sowie allen am Bau beteiligten Firmen und Personen für die Unterstützung und Umsetzung des Vorhabens.
„Den Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule Bibra wünschen wir viel Freude mit ihrem neu gestalteten Pfarrgarten und viele gute Ideen für dessen weitere Entwicklung“, sagt Landrätin Greiser.
Foto: Der neu gestaltete Pfarrgarten in Bibra mit Holzpavillon und Sitzbereichen steht der Gemeinschaftsschule seit Beginn des Schuljahres für Pausen, Unterricht im Freien und gemeinsame Projekte – auch im dörflichen Leben – zur Verfügung.
