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5.600 junge Bachforellen für die Felda – Dermbacher Anglerverein engagiert sich für Artenschutz

Die jungen Bachforellen werden in die Felda eingesetzt

Gastbeitrag von Rüdiger Christ

Mit einer umfangreichen Besatzmaßnahme hat der Dermbacher Anglerverein „Oberes Feldatal“ e. V. am vergangenen Samstag erneut ein Zeichen für den Schutz und den Erhalt des heimischen Fischbestandes gesetzt.

Rund 5.600 junge Bachforellen wurden an verschiedenen Stellen in die Felda eingesetzt. Unterstützt wurde die Aktion von mehreren regionalen Partnern.

An der historischen Feldabrücke bei Dermbach trafen sich zahlreiche Mitglieder des Anglervereins, um die jungen Fische aus der Forellenzucht Lothar Keidel aus Ehrenberg-Wüstensachsen/ Rhön in Empfang zu nehmen.

Anschließend wurden die Bachforellen vorsichtig in einen neu angeschafften Fischtransportbehälter umgeladen. Dieser ist mit keramischen Sauerstoffausströmern und einer Flüssigsauerstoffversorgung ausgestattet. Spezielle Kescher ermöglichten einen möglichst schonenden Umgang mit den empfindlichen Jungfischen.

Der Besatz erfolgte an mehreren Stellen entlang der Felda, unter anderem im Bereich der sogenannten „Zentrale“ unterhalb von Dermbach, an der historischen Feldabrücke an der L 1026 (Wiesenthaler Straße) sowie bei Glattbach und Neidhartshausen.

Die 5.600 junge Bachforellen sind angekommen.

Wartburg-Sparkasse unterstützte die Anschaffung

Bei der Übergabe war auch Nora Luck von der Dermbacher Filiale der Wartburg-Sparkasse dabei. Sie überreichte dem Anglerverein symbolisch einen Scheck über 1.000 Euro aus dem PS-Los-Zweckertrag.

Mit dieser finanziellen Unterstützung konnte der neue Fischtransportbehälter angeschafft werden. Ohne die Zuwendung der Wartburg-Sparkasse wäre diese Investition nach Angaben des Vereins nicht möglich gewesen.

Das PS-Los-Sparen verbindet regelmäßiges Sparen und Gewinnchancen mit der Förderung gemeinnütziger Projekte in der Region. Ein Teil der Losanteile fließt in soziale, sportliche sowie Natur- und Umweltprojekte.

Wichtig ist dem Verein dabei die Unterscheidung zwischen der Förderung der technischen Ausstattung und der eigentlichen Besatzmaßnahme: Die 1.000 Euro der Wartburg-Sparkasse dienten der Anschaffung des Fischtransportbehälters, nicht der Finanzierung der Bachforellen.

Der Besatz selbst wurde durch den Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT), den Landwirtschaftsbetrieb Pfaff sowie Hahn Transporte aus Dermbach unterstützt.

Andreas Mensinger und Nora Luck bei der symbolischen Übergabe des Schecks.

Bachforellen für den heimischen Fischbestand

Bei den eingesetzten Tieren handelt es sich um sogenannte einsommerige Bachforellen, die als „BF1“ bezeichnet werden. Die Fische stammen aus der Forellenzucht Lothar Keidel in Ehrenberg-Wüstensachsen.

Mit der Besatzmaßnahme möchte der Anglerverein dazu beitragen, den Fischbestand in der Felda zu erhalten und zu stärken. Die Pflege und Entwicklung des Gewässers sind wichtige Aufgaben des Vereins, der sich damit auch für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt in der Thüringer Rhön einsetzt.

Die Felda ist Teil des Lebensraums zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Intakte Gewässer und geeignete Lebensbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich heimische Fischarten dauerhaft behaupten können.

Die Besatzmaßnahme ist daher auch im Zusammenhang mit dem Natur- und Gewässerschutz im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zu sehen.

Niedrigwasser, steigende Kosten und Fischräuber als Herausforderungen

Trotz des Engagements sieht sich der Dermbacher Anglerverein mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Besonders problematisch sei der ausbleibende Regen, der immer wieder zu Niedrigwasser führe. Sinkende Wasserstände und ungünstige Bedingungen können den Lebensraum der Fische beeinträchtigen und ihre Entwicklung erschweren.

Auch die Kosten für Besatzmaßnahmen sind nach Angaben des Vereins deutlich gestiegen. Die Preise für eine einsommerige Bachforelle hätten sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre vervierfacht. Damit werde es zunehmend schwieriger, den Fischbestand im bisherigen Umfang zu unterstützen.

Ein weiteres Thema sind fischfressende Vogelarten wie Kormoran, Graureiher, Silberreiher und Gänsesäger. Der Verein sieht in ihnen eine zusätzliche Belastung für die Fischbestände.

Nach Angaben der Angler kann ein Kormoran täglich etwa 400 Gramm Fisch aufnehmen. Darüber hinaus kritisieren sie, dass verletzte Fische teilweise nicht gefressen würden, sondern nach Verletzungen durch die Angriffe verendeten.

Der Verein fordert deshalb eine Vereinfachung der gesetzlichen Regelungen zur Regulierung des Kormorans. Dabei gehe es aus Sicht der Angler nicht allein um die Situation an der Felda, sondern um eine Herausforderung, die zahlreiche Gewässer in Deutschland und Europa betreffe.

„Wir wollen die Forellen besetzen, um den Fisch- und Florabestand in der Felda aufrechtzuerhalten und nicht den Kormoran zu füttern“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Dermbacher Anglervereins, Andreas Mensinger, gegenüber dem Rhönkanal.

Die Forderung nach einer Regulierung fischfressender Vogelarten ist dabei Teil der Position des Vereins. Die ökologischen Zusammenhänge sind komplex.

Neben dem Fraßdruck durch natürliche Fressfeinde spielen auch Wasserqualität, Gewässerstruktur, Niedrigwasser und die Durchgängigkeit der Fließgewässer eine wichtige Rolle für den Zustand der Fischbestände.

Mit dem Einsatz der rund 5.600 jungen Bachforellen setzt der Dermbacher Anglerverein „Oberes Feldatal“ e. V. sein Engagement für die Felda fort. Die Aktion zeigt zugleich, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit, regionale Unterstützung und ein langfristiger Blick auf die Entwicklung der heimischen Gewässer für den Natur- und Artenschutz sind.

Der neue Fischtransportbehälter, ist mit keramischen Sauerstoffausströmern und einer Flüssigsauerstoffversorgung ausgestattet.

Mit dem Einsatz der jungen Bachforellen setzt der Dermbacher Anglerverein „Oberes Feldatal“ e. V. sein Engagement für die Felda fort. Die Aktion zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit, regionale Unterstützung und ein langfristiger Blick auf die Entwicklung der heimischen Gewässer für den Natur- und Artenschutz sind.

Der Dermbacher Anglerverein bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten und Unterstützern, die diese Maßnahme ermöglicht haben.

Ein besonderer Dank gilt der Wartburg-Sparkasse für die Unterstützung bei der Anschaffung des Fischtransportbehälters sowie dem Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT), dem Landwirtschaftsbetrieb Pfaff und Hahn Transporte aus Dermbach für ihre Unterstützung der Besatzmaßnahme.

Ebenso dankt der Verein der Forellenzucht Lothar Keidel aus Ehrenberg-Wüstensachsen/Rhön für die Bereitstellung der jungen Bachforellen sowie allen Vereinsmitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Gemeinsam leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Fischbestandes und zum Schutz der heimischen Gewässer in unserer Thüringer Rhön.