Vielfalt zum Klingen bringen – Rhöner Hörkalender gewinnt Hessischen Mundart-Preis

Gastbeitrag von Susanne Beh

Große Ehre für den Rhöner Hörkalender zum Advent! Bei der erstmaligen Verleihung des Hessischen Mundart-Preises durch Heimatminister Ingmar Jung wurde das Projekt des Vereins Miteinander – Füreinander Oberes Fuldatal e.V. mit einem der beiden Hauptpreise ausgezeichnet.

Susanne Beh, Elisabeth Mohr und Ute Weber nahmen mit großer Freude die Urkunde für den mit 3.000 Euro dotierten Preis in Rüdesheim entgegen.

Die Auszeichnung, die künftig jährlich am Internationalen Tag der Muttersprache vergeben wird, würdigt Initiativen, die sich in besonderer Weise für den Erhalt und die Förderung der hessischen Mundart engagieren.

Insgesamt 65 Bewerbungen wurden für den erstmalig ausgelobten Preis eingereicht. Neben dem Rhöner Hörkalender wurde auch das Projekt „Geschwasde on Geschrewene Sproche“ (GOGS) des Vereins Dialekt im Hinterland e.V. mit einem Hauptpreis ausgezeichnet.

Zwei weitere Sonderpreise gingen an die Europa-Kita Wiesbaden und den Autor Willi Schmidt. Der Rhöner Hörkalender zum Advent überzeugte die Jury mit seiner besonderen Art, Menschen über Generationen hinweg für Mundart zu begeistern.

Der digitale Adventskalender wurde erstmals 2022 in Kooperation zwischen dem Verein Miteinander Füreinander Oberes Fuldatal und der Hochschule Fulda ins Leben gerufen und erfreut sich seither wachsender Beliebtheit.

Täglich konnte in der Adventszeit ein neues „Türchen“ in Form einer Geschichte, eines Gedichts oder eines Liedes in Rhöner Mundart geöffnet werden – entweder über eine Telefonnummer oder als Podcast im Internet. Die Kalenderbeiträge aus den Jahren 2022, 2023 und 2024 sind über YouTube weiterhin über das Regionalmedienarchiv Osthessen zu hören.

„Der Kalender bringt die Menschen zusammen, bewahrt unsere Mundart und zeigt, dass Dialekt lebt“, erklärt das Projektteam.

Die beeindruckenden Zahlen belegen den Erfolg: Über 7.000 Anrufe gingen über die Telefonnummer des Adventskalenders ein und die Beiträge wurden mehr als 33.000-mal auf YouTube aufgerufen – ein neuer Rekord.

Heimatminister Ingmar Jung betonte bei der feierlichen Preisverleihung, dass der Hessische Mundart-Preis die Vielfalt und Bedeutung der Dialekte in Hessen sichtbar machen soll: Auch für das Team des Hörkalenders ist die Auszeichnung nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine Motivation für die Zukunft.

„Wir freuen uns riesig über die Anerkennung und danken allen, die den Kalender mit ihren Geschichten, Liedern und Gedichten lebendig machen – sowie all jenen, die ihn mit Freude hören“, so das Team um Susanne Beh, Elisabeth Mohr und Ute Weber.

Die Planungen für den Rhöner Hörkalender 2025 sind bereits angelaufen, und das Projektteam freut sich, weiterhin die Vielfalt der Rhöner Mundart für alle erlebbar zu machen.