Ausbildung in der Region – Unternehmer-Stammtisch im Schloss Geisa

Gastbeitrag von Anja Nimmich

Zum Unternehmerstammtisch hatten die Stadt Geisa und die Point Alpha Akademie Schloss Geisa Anfang dieser Woche eingeladen. An diesem Abend ging es vor allen Dingen um die Themen Ausbildung in der Region und Kooperationen im Rahmen des Zukunftskonzeptes „energieLAND:Geisa“.

Im Simpliciuskeller begrüßten Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel und Hotelleitung Luisa Herrlich die Firmenvertreter und hießen besonders Buttlars Bürgermeister Johannes Ritz, Sarah Falk von der Wirtschaftsförderung des Wartburgkreises, Wigbert Kraus von der IHK sowie die Schulleiter Beate Dittmar und Jens Jahn willkommen.

Luisa Herrlich stellte im Anschluss das Angebot des Schlosses vor, welches auch Tagungen für Unternehmen sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Geschäftsleute bietet.

Im Anschluss berichtete Olga Antosz, Projektmanagerin der Stadt Geisa, über den aktuellen Stand des Projektes energieLAND:Geisa. Die Kommunen des Geisaer Landes waren dazu im letzten Jahr in die Bundesförderung „Zukunft Region“ aufgenommen worden.

Bis Ende 2026 wollen sie gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen und Hochschulen ein Konzept für ein weitgehend autarkes, nachhaltiges und multifunktionales Energiesystem entwickeln.

„Dazu benötigen wir ihre Mitarbeit“, betonte Olga Antosz. Markus Peter, der als Forschungsingenieur die Kommunen unterstützt, hatte dazu einen Fragebogen entwickelt, der die aktuellen Verbräuche und Bedarfe der Unternehmen für Produktion, Wärme, Strom, Prozesswärme und -kälte abfragt.

Ebenso lud Olga Antosz zur großen Auftaktveranstaltung am Freitag ab 18.30 Uhr in das Kulturhaus ein, bei der es spannende Vorträge und eine lokale Energiemesse geben wird.

„Wir stehen im Geisaer Land aufgrund von natur- und denkmalschutzrechtlichen Vorgaben bei der Energiewende vor besonderen Herausforderungen“, betonte Bürgermeisterin Manuela Henkel. Voraussetzung für künftige Entwicklungen sei vor allen Dingen der Ausbau des Stromnetzes.

„Aufgrund der Lage an der einstigen innerdeutschen Grenze gibt es vor Ort immer noch ein 20 KV-Stromnetz, welches nicht für größere Stromnutzungen oder -einspeisungen geeignet ist“, erklärte Roland Göpfert, Geschäftsführer des Überlandwerkes.

Beim Netzausbau müsste der Bund finanziell unterstützen, da die intensiven Kosten nicht über eine Erhöhung der Netzentgelte von den Verbrauchern alleine finanziert werden können.

„Die Energiewende darf nicht nur in der Theorie von oben herab gedacht werden, sondern muss auch praktisch umsetzbar sein“, so Manuela Henkel.

„Wir fordern von der Bundespolitik dafür eine klare Strategie, die verlässlich ist.“ Die Gemeinden im Geisaer Land würden aktuell mit der Wärmeplanung beginnen. „Eine Planung muss aber auch umgesetzt werden und dafür braucht es Geld“, so Henkel.

Um Kooperation und Partnerschaften in der Ausbildung ging es im Anschluss bei dem Vortrag von Mario Winter von der MES GmbH. Das hessische Unternehmen baut aktuell in Geisa ein neues Werk.

Ausbildungsleiter Mario Winter und Geschäftsführer Carsten Geigengack stellten erfolgreiche hessische Kooperationsmodelle zwischen Unternehmen und Schulen vor.

„Aktuell begleiten und fördern wir in Fulda das Projekt „First Lego League“, so Winter. Die „First Lego League“ ist ein weltweiter Robotikwettbewerb für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 16 Jahren, der Zugang zu Wissenschaft und Technologie bietet.

Bei diesem Robot-Game planen, bauen, programmieren und testen die Schulteams einen autonomen Roboter, der eine Reihe von Aufgaben erledigen muss. Für das Projekt stellt die Firma MES ihre Werkstatt zur Verfügung, damit die Schüler einen eigens dazu konzipierten Spieltisch aufbauen können.

„Hierzu unterstützen Lehrer nachmittags ehrenamtlich das Projekt“, berichtete Carsten Geigengack. Im Anschluss wird der Spieltisch den Schulen für die weitere Nutzung überlassen.

Sarah Falk stellte dann das Förderprojekt STIFT vor, welches praxisorientierte Arbeiten finanziert. „Damit könnte unter anderem der Bau des Spieltisches gefördert werden“, so Sarah Falk.

Im Anschluss gab es unter den Unternehmern und Schulvertretern eine intensive Diskussion, welche Art von Kooperationen künftig möglich wären. Ebenso wurde über neue Praktikumsmodelle gesprochen.

Danach nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und konnten sich dabei über neueste Entwicklungen austauschen und netzwerken.