Der Heimat- und Geschichtsverein Vacha e.V. lädt am Freitag, den 11. April, zu einem Vortrag von Dr. Kai Lehmann zum Thema „Der Bauernkrieg im oberen Werratal“ in die Klosterkirche nach Vacha ein. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Fast auf den Tag genau vor 500 Jahren, am 21. April 1525, wurde das Servitenkloster in Vacha zu einem der ersten Schauplätze des Bauernkrieges in unserer Region.
Nachdem der aus Vacha stammende Lutheranhänger Georg Witzel am 18. und 19. April 1525 in Unterbreizbach, Vacha und Sünna evangelische Prediger einsetzte, forderten die Einwohner der Herrschaft Völkershausen ebenso einen evangelischen Pfarrer.
Der Grundherr Hans von Völkershausen verweigerte sich aber der Reformation. Daraufhin wurden die Einwohner aufsässig und belagerten ihn in seiner Burg. Sie forderten zudem in der Umgebung Unterstützung für ihre Forderungen.
Dies führte am 21. April 1525 zur Entstehung des Werrahaufens vor Vacha. Am gleichen Tag wurde das vor den Toren der Stadt gelegene Servitenkloster besetzt und der Prior zur Annahme der Zwölf Artikel gezwungen.
Noch heute sind in der Klosterkirche von Vacha Beschädigungen an den Grabsteinen des Melchior von der Tann († 1524) und des Berlet von Mansbach († 1483) sichtbar, die wohl während des Aufstandes entstanden.
Die Kirche und andere Klostergebäude wurden aber nicht zerstört. Zudem fielen weder Wertgegenstände noch das Klosterarchiv den Aufständischen zum Opfer. Lediglich Gewänder, Hausgerät und Betten wurden zur Ausrüstung des Haufens mitgenommen.
In der Folgetagen wuchs der Werrahaufen auf über 10.000 Mann an und zog über Salzungen und Schmalkalden nach Meiningen, wo die Bauern, unter Führung von Hans Sippel aus Vacha, am 3. Mai 1525 den Grafen Wilhelm IV. von Henneberg zwangen ihre Forderungen anzunehmen.