Geschichte & Sanierung im Fokus: Neue Ausstellung in der Propstei Zella eröffnet

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde am vergangenen Donnerstag eine neue Roll-Up-Ausstellung im Festsaal der Propstei Zella/Rhön eröffnet.

Die Ausstellung, gefördert in Höhe von 2.548.98 Euro durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, ergänzt das bereits etablierte Biosphären-Informationszentrum im Erdgeschoss der Propstei und stellt eine weitere kulturelle Nutzung des Festsaals dar.

Die neue Präsentation widmet sich der Geschichte und der umfassenden Sanierung der Propstei Zella/Rhön. In großformatigen Roll-Ups bietet sie eine anschauliche und authentische Darstellung der wechselvollen Nutzungshistorie des barocken Bauensembles.

Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung Dermbach (Projektträger), dem Förderverein „Propstei Zella – Barock in der Rhön e.V.“ und der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Die Propstei zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Rhöner Barock. Sie umfasst das ehemalige Propsteigebäude, die benachbarte barocke Propsteikirche, den Marstall, den Ehrenhof sowie den historischen Klostergarten.

Heute beherbergt das Gebäude u. a. die Thüringer Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, den Kindergarten St. Valentin, das Biosphären-Informationszentrum und das Bildungszentrum „Propstei Zella/Rhön“ mit dem Biosphären-Klassenzimmer.

Bereits 2005 wurde der Förderverein „Propstei Zella – Barock in der Rhön e.V.“ gegründet, mit dem Ziel, das barocke Ensemble zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten.

Die Ausstellung nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise von der Gründung des Klosters, über die Säkularisierung und die spätere Nutzung des Gebäudes als Zigarrenfabrik, Näherei und Gemeindeverwaltung bis hin zur heutigen multifunktionalen Nutzung.

Sie macht deutlich, wie sich aus einem ehemaligen klösterlichen Zentrum ein lebendiger Ort der Bildung, Begegnung und Nachhaltigkeit entwickeln konnte.

Ein zentrales Thema ist auch die Sanierung der Propstei seit den späten 1990er-Jahren.

Hier engagierte sich der Förderverein aktiv für den Erhalt und die Wiederherstellung des barocken Ensembles – nicht nur durch finanzielle Mittel, sondern vor allem durch kulturelle Veranstaltungen und die Stärkung des historischen Bewusstseins in der Region.

Grußworte und historischer Rückblick

Zur Ausstellungseröffnung begrüßten Thomas Hugk, Bürgermeister der Gemeinde Dermbach, sowie Marcel Schuhmann, Bürgermeister des Ortsteils Zella, die zahlreichen Gäste und unterstrichen die Bedeutung des Ensembles für die Region.

Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, betonte die gelungene Verbindung von Bildung, Regionalentwicklung und Denkmalpflege.

„Die Propstei Zella ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig und gleichzeitig Zukunft gestaltet wird – ganz im Sinne des UNESCO-Gedankens der nachhaltigen Entwicklung“, so Schade.

Im Anschluss sprach das Fördervereinsmitglied Martin Schramm, der in seinem Vortrag prägende historische Persönlichkeiten vorstellte, die in und um Zella ihre Spuren hinterließen.

Der Bogen spannte sich von Erpho von Nithardishusen, über Adolph von Dalberg, dessen Wirken das barocke Ensemble maßgeblich prägte, bis hin zu Alexander Müller, einem in Zella geborenen Aufklärer.

Einladung zur Besichtigung

Die Ausstellung ist ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten des Biosphären-Informationszentrums für die Öffentlichkeit zugänglich und lädt ein zur spannenden Auseinandersetzung mit der Geschichte eines der beeindruckendsten Kulturbauten der Rhön.

Hintergrund zur Förderung

Im Rahmen der Förderinitiative „Investive Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens“ wurden von 2021 bis 2024 bereits 74 Projekte im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro gefördert.