Jahresempfang in Geisa: Stadt blickt zuversichtlich ins Jahr 2026

Beitrag von Martin Veltum

Unter dem Motto „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung“ von Dietrich Bonhoeffer lud die Stadt Geisa am Dienstagabend zum Jahresempfang 2026 in den Gangolfisaal des Schlosshotels Geisa ein.

Rund 100 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Ehrenamt folgten der Einladung. Ministerpräsident a. D. Dieter Althaus hielt die Festrede.

Bürgermeisterin Manuela Henkel (CDU) zog in ihrer Begrüßung eine positive Bilanz des Jahres 2025 für Geisa. Die Stadt freute sich über mehrere große Fördermittelzusagen.

Unter anderem gab es 1,3 Mio. Euro für die Sanierung des Stadtparks Gangolfiberg und die Revitalisierung des Geländes „Im Steinigt“ in Geisa. Ende des Jahres freute man sich zudem über weitere 3,8 Mio. Euro Fördergelder für die Erweiterung des Gewerbegebietes.

„Ebenso konnten zahlreiche Projekte begonnen und umgesetzt werden“, so Henkel. Die ersten Radwegestrecken wurden asphaltiert. Mit dem Radwegmodellvorhaben sollen alle Ortsteile mit der Kernstadt verbunden werden.

Neben vielen kleineren Projekten wurden das Vereinshaus Borscher Hof und der sanierte Papiermühlenweg eingeweiht, das Zukunftsprojekt energieLAND:Geisa begonnen, eine Drehleiter gekauft und ein neues Feuerwehrauto bestellt.

Für 2026 kündigte die Bürgermeisterin weitere zukunftsorientierte Schwerpunkte an, darunter die Umsetzung der Projekte mit den aktuellen Förderbescheiden sowie die Sanierung von Straßen und kommunalen Gebäuden in Geisa und in verschiedenen Ortsteilen.

„Besonders wichtig ist es, weiterhin den Zusammenhalt und die Gemeinschaft zu stärken“, so die Bürgermeisterin. Von der Politik forderte Henkel, nun endlich mit dem seit langem versprochenen Bürokratieabbau zu beginnen.

„Wir haben genug geredet, jetzt müssen wir ins Tun kommen.“ Sie forderte eine partnerschaftlichere Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Kommunen auf Augenhöhe und verwies auf ein geplantes Modellprojekt zur Entbürokratisierung.

Landrat Dr. Michael Brodführer (CDU) betonte in seinen Grußworten die Bedeutung von Sicherheit, Stabilität und Zuverlässigkeit in unsicheren Zeiten.

Er lobte die zukunftsorientierte und kluge Stadtentwicklung Geisas und rief zur Rückbesinnung auf gemeinsame Werte, Zusammenhalt sowie das stets sehr gute ehrenamtliche Engagement in der Region auf.

Der Festredner, Ministerpräsident a. D. Dieter Althaus, sprach in seinem Vortrag „Politik im Wandel“ über die aktuellen Gefährdungen der Demokratie in der globalen Ordnung. Er betonte, dass Politik von Menschen gemacht werde, und verwies beispielhaft auf Helmut Kohl.

„Es braucht glaubhafte Menschen, die ihrer Ämter würdig sind“, so Althaus, und zitierte Prof. Dr. Fritz Stern: „Ein Staat lebt vom Systemvertrauen.“

Er würdigte ausdrücklich das Engagement Geisas, insbesondere für die Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha, und dankte stellvertretend Berthold Dücker.

Althaus warb für europäisches Denken und Handeln und bezeichnete die Freiheit als ein Gut, das es zu erhalten, zu entwickeln und zu beschützen gelte.

Nur gemeinsam und mit einer Rückbesinnung auf die Werte Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ließen sich die großen Aufgaben lösen.

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Athanasius-Kircher-Preises 2026 der Stadt Geisa. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis, gestiftet von Dr. Ernst-Josef Strätling, ging in diesem Jahr an Bernhard Hergert.

In einer bewegenden Laudatio würdigte Landrat a. D. Reinhard Krebs das jahrzehntelange Wirken des ehemaligen Musikschullehrers. Hergert habe Generationen junger Musikerinnen und Musiker im Wartburgkreis geprägt, das Jugendblasorchester aufgebaut und die „Rhöner Weihnacht“ mitbegründet.

Sein Engagement reiche weit über die Musikschule hinaus und habe bleibende kulturelle Spuren in der Region hinterlassen.

Bürgermeisterin Henkel überreichte die Auszeichnung – eine Skulptur, die Athanasius Kircher, den berühmtesten Sohn der Stadt Geisa und letzten Universalgelehrten, zeigt. Diese wurde in der Schnitzschule Empfertshausen geschaffen.

Der festliche Abend wurde musikalisch umrahmt vom Bläserquintett „5er-BRASS“ sowie von einem überraschenden Auftritt der Enkelsöhne des Preisträgers. Benedikt und Mattheo Bode musizierten zu Ehren ihres geliebten Großvaters und erhielten großen Applaus.

Den geselligen Ausklang bei Rhöner Zwiebelsploatz aus dem Borscher Backhaus nutzten die Gäste für anregende Gespräche.