Gastbeitrag von Christopher Eichler
Mit einer feierlichen Einweihung ist am Dienstag die neue Rettungswache Brotterode offiziell in Betrieb genommen worden.
Am Standort Breite Wiese 11 entstand ein modernes und zukunftssicheres Domizil für den Rettungsdienst in Brotterode, Trusetal und Kleinschmalkalden.
Zur Einweihung hatten das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen als Aufgabenträger des Rettungsdienstes mit Unterstützung des DRK-Kreisverbandes Schmalkalden e.V. als Durchführender eingeladen.
Die neue Rettungswache ersetzt ein bislang nur provisorisches und langfristig nicht tragfähiges Quartier für Personal und Technik.
Nachdem das DRK die frühere Unterkunft verlassen musste, war der Rettungsdienst rund ein Jahr lang auf eine Übergangslösung angewiesen, die durch private Unterstützung ermöglicht wurde.
Diese konnte jedoch nicht die komplexen Anforderungen an eine moderne Rettungswache erfüllen.
„Mit der neuen Rettungswache Brotterode schaffen wir zukunftsweisende und verlässliche Strukturen für schnelle Hilfe im Ernstfall. Moderne Gebäude sind kein Selbstzweck – sie sind Voraussetzung dafür, dass Rettungskräfte unter guten Bedingungen arbeiten und Menschen im Notfall schnell erreicht werden können“, betont Landrätin Peggy Greiser.
Die Planung für den Neubau begann bereits 2023. Da zunächst die Rettungswache in Steinbach-Hallenberg realisiert wurde, startete der Bau in Brotterode im April 2025.
Trotz einzelner Herausforderungen während der Bauphase – unter anderem durch einen Wassereinbruch – konnte das Gebäude planmäßig fertiggestellt und am 15. Dezember 2025 übergeben werden. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Rettungswache regulär in Betrieb.
Susanne Reich, Hauptamtliche Beigeordnete des Landkreises und Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, erklärt: „Die neue Rettungswache erfüllt vollständig die geltenden DIN-Anforderungen und Arbeitsschutzvorschriften.
Kurze Alarmwege, moderne Hygienekonzepte und eine durchdachte technische Ausstattung verbessern die Einsatzbedingungen deutlich – und damit auch die Versorgung der Bevölkerung.“
Die Rettungswache wird vom DRK-Kreisverband Schmalkalden betrieben und fährt jährlich rund 800 Einsätze. Für den 24-Stunden-Betrieb sind planmäßig zehn Mitarbeitende vorgesehen. Wenn nicht im Einsatz, steht am Standort jederzeit ein Rettungswagen mit einem Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter bereit.
„Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet die neue Rettungswache deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Für die Menschen in der Region bedeutet sie vor allem eines: schnelle, zuverlässige Hilfe in medizinischen Notfällen – rund um die Uhr.
Insbesondere die kurzen Wege bedeuten eine Verbesserung hinsichtlich der Einhaltung der Hilfsfristen“, sagt Heike Fischer, Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverband Schmalkalden e. V.
„Es ist die wahrscheinlich am schönsten gelegene Rettungswache im ganzen Einzugsgebiet. Die Mitarbeiter arbeiten an einem unwahrscheinlich schönen Ort – in Sankt Brotterode-Trusetal, mit herrlichsten Ausblicken“, sagt Kay Goßmann, der Bürgermeister Brotterode-Trusetals und stellvertretende Präsident des DRK-Kreisverbands, mit einem Schmunzeln.
Die Idee für den Standort sei auch in seiner Stadt entstanden.
Die neue Rettungswache in Brotterode zeichnet sich unter anderem aus durch:
- ein modernes Alarmierungssystem mit Monitoranzeige, Lautsprecherdurchsage und automatischer Lichtsteuerung bei Nacht
- eine dem Stand der Technik entsprechende Desinfektionsschleuse
- eine als Waschhalle ausgelegte Fahrzeughalle
- einen separaten Lager- und Logistikbereich inklusive Sauerstofflager
- die Möglichkeit zur Notstromversorgung bei Stromausfall
- sowie ein einheitliches elektronisches Schließsystem.
Wie bereits bei anderen Standorten im Landkreis ist der Landkreis Schmalkalden-Meiningen auch in Brotterode nicht selbst Bauherr.
Das Gebäude wurde durch einen Investor, die JaLiMa GmbH, errichtet, vom Landkreis angemietet und an den DRK-Kreisverband als verantwortlichen Durchführenden des Rettungsdienstes untervermietet. Die Refinanzierung der Mieten erfolgt über die Krankenkassen.
Die Rettungswache Brotterode ist nach der Einweihung des Neubaus in Steinbach-Hallenberg bereits der zweite neue Standort, der im Rahmen der Reorganisation der Rettungswachenstruktur im Landkreis umgesetzt wurde.
Insgesamt sollen acht von zehn Rettungswachen neu errichtet werden. Weitere Projekte befinden sich bereits im Bau oder in der Planung – unter anderem in Zella-Mehlis, Meiningen-Dreißigacker und Schmalkalden.







