Tradition trifft Nächstenliebe: Wiesenfelder Sternsinger bringen Segen

Beitrag von Martin Veltum

Mit leuchtenden Augen, festlichen Gewändern und einem Stern zogen auch in diesem Jahr wieder engagierte Kinder und Jugendliche aus dem Rhönort Wiesenfeld von Haus zu Haus.

Die traditionelle Sternsingeraktion, die seit vielen Jahrzehnten den Beginn des neuen Jahres im Dorf prägt, stand 2026 unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Bangladesch und weltweit“.

Die neun jungen Könige und Königinnen Lina und Noah Wald, Charlotte, Victoria und Amelie Laibach, Klara und Jakob Kehl sowie Marvin und Damian Wehner brachten den Segen „20*C+M+B+26“ an die Türen, sangen ihre Lieder und sammelten dabei selbstlos Spenden für notleidende Gleichaltrige in Bangladesch.

Ihr Einsatz setzt eine jahrzehntelange Tradition fort, die von unzähligen Wiesenfelder Generationen mit großem Herzen und Engagement getragen wurde.

Den feierlichen Auftakt der Aktion bildete eine heilige Messe in der Sankt-Ursula-Kirche, einer bedeutenden katholischen Dorfkirche, die 1882 erbaut wurde und die heute ein historisches Wahrzeichen des Ortes ist.

Stadtpfarrer Martin Lerg zelebrierte gemeinsam mit den Gläubigen im Kontext der Sternsingeraktion 2026 eine würdige Messe.

Blickrichtung Bangladesch: Sternsinger sammeln für Bildung und Kinderrechte

Die bundesweite Aktion Dreikönigssingen, die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder, lenkt den Fokus 2026 auf Bangladesch. Trotz erkämpfter Fortschritte müssen dort noch immer etwa 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten, 1.1 Millionen davon unter gesundheitsschädigenden und ausbeuterischen Bedingungen.

Die gesammelten Spenden unterstützen lokale Partnerorganisationen, die Kinder aus der Arbeit befreien und ihnen Bildung ermöglichen.

Gefördert werden unter anderem die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) in der Region Jessore, die Kinder aus gefährlichen Arbeitsverhältnissen befreit und sie zurück in die Schule oder in Ausbildung begleitet, sowie Caritas Bangladesch, die im Norden des Landes insbesondere benachteiligte indigene Kinder und Jugendliche unterstützt und Eltern für deren Recht auf Bildung sensibilisiert.

Bürgermeister lobt gelebte Tradition und großes Herz

Der langjährige Ortsteilbürgermeister Michael Kehl (CDU), selbst Vater zweier mitwirkender Kinder, würdigte die Aktion: „Die Sternsingeraktion ist ein wunderbares Beispiel gelebter Nächstenliebe und Gemeinschaft, das in Wiesenfeld seit Generationen fest verwurzelt ist.

Jahr für Jahr nutzen unsere Kinder und Jugendliche freiwillig ihre Ferienzeit, um anderen zu helfen. Dieser selbstlose Einsatz, der über unser Dorf hinaus in die weite Welt wirkt, macht mich zutiefst stolz.

Die Aktion lehrt unsere Jugend Verantwortung, Solidarität und, dass auch kleine Hände Großes bewegen können. Sie ist ein unverzichtbarer Leuchtturm unseres dörflichen Miteinanders.“