Fastnacht in Hofaschenbach: Hochstimmung in der Narrhalla

Gastbeitrag von Winfried Möller

Unter dem Schlachtruf „Egal ob Sopran oder Alt - Hauptsache es knallt“ ließ es die Frauensinggemeinschaft Nüsttal richtig krachen. Im der proppenvollen Narrhalla Bürgerhaus Hofaschenbach blieb kein Auge trocken.

Das abwechslungsreiche Programm war mit Sketschen, Büttenreden, Gesang und flotten Tänzen gespickt. Nach elfjähriger Pause hatte man die Fastnacht vor zwei Jahren wiederbelebt, die nun zu einem festen Bestandteil im närrischen Kalender geworden ist.

Unter den Akteurinnen waren sowohl altbekannte Gesichter als auch viele junge Frauen. Siebzehn Punkte umfasste das närrische Programm und die viereinhalb Stunden vergingen wie im Flug.

Den Auftakt machte die Frauensinggemeinschaft Nüsttal mit ihrem turbulenten Auftritt und dem Lied „Wir haben alle gute Laune“ (Vorsitzende Daniela Menz, Dirigentin Annalena Klee).

Bei dem Sketsch „Seniorenresidenz Peter und Paul“ (Jennifer Henkel, Petra Herr, Evelyn Kapp, Annalena Klee, Daniela Menz, Evelyn Richter, Isolde Sauer) wurden 28 Eier zu je dreizehn auf sieben Personen verteilt.

Den Stuhl zur Untersuchung beim Arzt mitbringen sollte die Patientin (Margarete Fladung, Monika Gerhard, Lioba Weber), was nicht nur für allerhand Missverständnisse, sondern auch viele Lacher sorgte.

Die Büttenreden von Maria Wehner als Ratte kamen gut an, setzte sie doch mit ihrem „Dorfgeschwätz“ so einiges ins närrische Licht. Wie das „wirkliche Leben“ von Frau Bürgermeisterin und Herrn Bürgermeister (Marion und Michael Frohnapfel) aussieht, brachte das pointierte Gespräch am Frühstücktisch zu Tage.

Natürlich hing die Nüsttalfahne wieder mal schief. Dass es keine Worte braucht, um einen ganzen Saal zum Lachen zu bringen, zeigten Monika Gerhard und Evelyn Richter in der Pantomime „Zwei Damen im Zug“.

Sie brauchten keine Schokolade, aber einen Mann, den die Tänzerinnen (Sandra Gollbach, Christina Hahn, Jennifer Henkel, Petra Herr, Simone Hohmann, Marita Jonas, Gabi Juli, Gitti Nix, Kimberly Seydel) gehörig durch die Reihen wirbelten.

Gott sei Dank war es nur eine Puppe. Dass sie Aussicht hat, zu einem festen Programmpunkt in der Bütt zu werden, zeigte die aus Thüringen zugereiste Gärtnerin (Nicole Falkenhahn) die ihr „Hessisches Gartenerlebnis“ in Reimform präsentierte und oft von Gelächter und Beifall unterbrochen wurde.

Wie kann Ewald zur Ruhe kommen, wenn er bei jedem Versuch sich auszuruhen von Anni aufgejagt wird (Daniela Menz, Elisabeth Heinelt). Im wahren Leben hätte der Sketch Mitleid und nicht Gelächter ausgelöst.

Den Atem hielt das Narrenvolk im Bürgerhaus an als junge Nachwuchsakteurinnen (Carolin Gatterdam, Katharina Henkel, Linda Herr, Sabine Klüber, Anna Leitschuh, Theresa Quinkler, Nadine Weber) bei dem Sprechgesang „Wenn ich nicht auf der Bühne wär…“ ihre rhythmische Koordinationsfähigkeit zeigten.

Aber die Bewegungsabläufe waren so gekonnt einstudiert, das das Honorar schallender Beifall war. Der Generationenvertrag ist in aller Munde. Petra Herr, Simone Hohmann, Annalena und Alexsander Klee, Isolde Sauer und Irmgard Weber zeigten in den turbulenten, karnevalistischen Sketch wie schnell sich die Wohnung per Zuteilung mit Seniorinnen füllt.

Und sogar ein Paar zog zur Hausgeburt ein. Wer sich von den Narren im Saal den Bauch noch nicht vor Lachen hielt, tat es spätestens bei dem Sketch „Der Smartphonekauf“ (Margarete Fladung, Lioba Weber).

Mimik und Gestik animierten zu herzhaftem Lachen. Für das närrische Auge wurden auch Garde- und Showtänze geboten. So boten die Fire Stars aus Großentaft gekonnt einen exakten Gardetanz, die Tanzmäuse aus Steinbach legten einen Showtanz aufs Parkett, der einem zeitweise den Atem stocken ließ und die No Limit aus Kirchhasel waren ebenso eine Augenweide.

Der Showtanz der „Feuerwehrmänner“ war der letzte Höhepunkt des frauendominierten Programms. Sie kamen ohne Zugabe nicht von der Bühne.

Das närrische Programm der Frauensinggemeinschaft Nüsttal moderierte gekonnte mit passenden Worten und strahlenden Augen Antje Hohmann.

Sie wurde unterstützt von Manuel Gollbach und Markus Roth, als Bühnen- und Witzassistenten. Bevor die „After-Show-Party“ mit DJ-Matze (Matthias Förster) begann, der auch für Tuschs und Zwischenmusik zuständig gewesen war, füllten alle Akteurinnen zum Abschluss nochmal die Bühne. Mächtig viel Beifall war der wohlverdiente Lohn.