Gastbeitrag von Wolfgang Weber
Dort, wo einst Konfrontation und Abschreckung vorherrschten, führen heute die Narren aus Ost und West gemeinsam ein fideles Regiment: Zu einem länderübergreifenden Fastnachtstreffen ohne Grenzen hatte die Point Alpha Stiftung an den historischen Geschichtsort geladen.
Für ein buntes Treiben und Heiterkeit sorgten im Haus auf der Grenze der Karneval-Verein-Grüsselbach (KVG), der Geisaer Hinkelshagener Carneval Club (GHCC) und die Fuldaer Karnevals-Gesellschaft (FKG).
Thüringen und Hessen sind gute Nachbarn und beste Partner und sie verbindet weit mehr als nur der rot-weiß gestreifte Löwen im Wappen.
Fulda und die Rhön sowie der Wartburgkreis mit dem Geisaer Amt teilen seit jeher die Leidenschaft für das Brauchtum und gelten weithin als uneinnehmbare Karnevalshochburgen, die sich durch eine Mischung aus festen traditionellen Strukturen und volksnahem Treiben auszeichnen.
Und gemeinsam haben sie die doppelte Schlagkraft: Mit einem kräftigen „Grüsselbach Helau!“ enterten von hessischer Seite Prinz Philipp I. von Ostwestfalia, Pirsch und Natur und Prinzessin Pauline I. von Oberdorf und Tanzkultur (Philipp und Pauline Heine) sowie mit dem Schlachtruf „Föllsch Foll hinein!“ die Prinzessin Isabel von Brief und Siegel LXXXIII. von Fulda (Dr. Isabel Hohmann) mit ihren Gefolgen das geschmückte Forum der Gedenkstätte.
Der Hofstaat aus der thüringischen Nachbarschaft um Prinz Markus IV. von der Grünen Au (Markus Wehner) und Prinzessin Johanna II. vom Boxberg (Johanna Günther) ließ sich nicht lumpen und setzte dem ein donnerndes „Zicke Zacke Geisa-ha“ entgegen.
Ein Gipfeltreffen mit strahlenden Gesichtern und einer ordentlichen Prise Humor. Empfangen wurden die Delegationen aus Ost und West vom Geschäftsführenden Vorstand der Point Alpha Stiftung.
Benedikt Stock wagte in der Bütt einen ersten Stimmungstest. Um den Streit um die Bezeichnung „Geisaer Amt“ oder „Geisaer Land“ ein für alle Mal zu beenden, schlug er in launigen Worten die Bezeichnung „Königreich Geisa“ mit Bürgermeisterin Manuela Henkel dann als Königin vor, die vom Schloss aus über ihre Untertanen walten könnte.
Bürgermeister Hahn aus Rasdorf hätte dagegen ganz andere Probleme zu stemmen, die vielen Baustellen im Ort würden schon lange den Verkehr und die Bürger hemmen.
Und schließlich knöpfte er sich das Kuratorium Deutsche Einheit vor, welches im letzten Jahr keinen Point Alpha Preis verliehen hatte, was in der Öffentlichkeit fälschlicherweise der Point Alpha Stiftung zugeschrieben worden sei.
Die Regenten der Vereine bedankten sich für die Einladung der Point Alpha Stiftung und betonten die Bedeutung des authentischen Geschichtsortes als Treffpunkt.
Prinz Markus IV. gab sich als „Wendekind“ zu erkennen, für das damals am letzten Zaun Schluss gewesen sei. Umso mehr freue ihn und seine Prinzessin Johanna II., dass man die Zeit der Trennung so friedvoll habe hinter sich lassen können und nun einen wundervollen Umgang miteinander pflege.
Das Regentenpaar Philipp und Pauline untermauerten die Nachbarschaft nach Geisa und machten auf das 70-jährige Bestehen des Grüsselbacher Vereins aufmerksam.
„Die Gegenwart zeigt, Gedenkstätten sind immer wichtiger, um aus der Historie zu lernen, dass Grenzen zu überwinden sind“, meinte die Fuldaer Prinzessin Isabel.
Fazit: Die Fastnachter der Länder Hessen und Thüringen verstehen sich blind und sie vereint ein Ziel: die närrische Herrschaft, grenzenlos und völlig losgelöst – darin waren sich die Gäste auf Point Alpha einig und bogen zusammen auf die Zielgerade ein, um eine unvergessliche fünfte Jahreszeit mit Musik, Spaß und Gesprächen zu genießen.






