Gastbeitrag von Julia Otto
Drei Tage lang wurde gelernt, gespielt, gebastelt, diskutiert, gelacht – und Verantwortung geübt: Elf Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 13 Jahren aus dem gesamten Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach haben sich in diesem Jahr zur Kinderleitercard-Ausbildung (KiLeiCa) angemeldet.
Vom 17. bis 20. Februar absolvierten sie im Schullandheim Fischbach den Hauptteil ihrer Qualifizierung. Der Kurs war abwechslungsreich.
Zu den Themeneinheiten gehörten Spielen, lebendiges und anschauliches Erzählen, kreative Gestaltung zur Vertiefung biblischer Geschichten, das Vorbereiten von Andachten, Streit schlichten, Verantwortung übernehmen sowie Fragen rund um Aufsichtspflicht und Kindeswohl.
Auch ein Erste-Hilfe-Kurs des DRK stand auf dem Programm. In ihrem Feedback nannten die Teilnehmenden besonders den Erste-Hilfe-Kurs, das Streitschlichten, das Erkennen von Gefahren und die Arbeit mit Gruppen als wichtige Lernerfahrungen.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf dem Leben und Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde.
Wie Geschichten lebendig vermittelt werden können, zeigte Pfarrer Roland Jourdan mit einem kreativen „Kamishibai“-Erzähltheater. Dieses ursprünglich aus Japan stammende Format arbeitet mit Bildkarten im DIN-A3-Format, die in einen Holzrahmen eingeschoben werden.
Szene für Szene entfaltet sich so eine Geschichte, die gemeinsam erzählt wird – ein vielseitiges Werkzeug für die Arbeit mit Kindergruppen ebenso wie in der Einzelförderung.
Praxisnah wurde es bei Gemeindepädagogin Susann Heiderich in der Einheit zum Thema Kindeswohl. Anhand von Situationskarten setzten sich die Kids mit möglichen Herausforderungen auseinander, denen sie als zukünftige Teamerinnen und Temaer begegnen könnten.
Sie lernten, eigene Grenzen wahrzunehmen, die Rechte anderer zu respektieren und sich Hilfe zu holen. Das Kartenset „Deine Grenze – Meine Grenze“ stärkt Kinder darin, für ihre Gefühle und Bedürfnisse einzustehen. Auch auf sogenannte Kindernotinseln, die es in Städten gibt, wurde hingewiesen.
Das Thema „Streit schlichten und Arbeiten mit Gruppen“ wurde ebenfalls mit Jugendmitarbeiterin Jana Bersin intensiv behandelt.
„Das Thema Streitschlichten fand ich gut. Ich habe zwei Brüder – da kann man das gut gebrauchen“, meinte ein Teilnehmer augenzwinkernd. Hier wurde deutlich: Die Inhalte sind nicht nur für die Gemeindearbeit wichtig, sondern auch für den Alltag.
Musikalisch wurde es am vorletzten Tag. Kirchenmusiker Ariel Arnhold baute mit den Kindern eigene Cajón-Boxen aus Pappe – ein Instrument, das sich ideal für das Gruppenmusizieren eignet. Hier war Taktgefühl gefragt.
Er studierte mit ihnen den Refrain eines Familien-Mitmach-Singspiels über Elisabeth von Thüringen sowie eine kleine Theaterszene ein.
Beim Familien-Singspiel am Freitag in der Evangelischen Kirche Diedorf, zu dem auch die Eltern gekommen waren, konnten die Teilnehmenden unter Beweis stellen, was sie gelernt hatten: Sie wirkten aktiv im Singspiel mit und begleiteten es zusätzlich rhythmisch mit ihren selbstgebauten Cajóns. Dafür gab es großen Applaus.
Organisiert wurde die Qualifizierung von Gemeindepädagogin Susann Heiderich (Oechsen).
Am Freitag, 20. März 2026, 19 Uhr, erhalten die Kids im Jugendgottesdienst in der Ev. Kirche in Dorndorf offiziell ihre Kinderleitercard. Einige von ihnen werden diesen Gottesdienst auch musikalisch mit ihren Cajóns mitgestalten.
Als Teamerinnen und Teamer können sie künftig in Kindergottesdiensten, bei Freizeiten, Kinderbibeltagen und anderen Aktionen innerhalb ihrer Kirchgemeinden mitarbeiten und aktiv Verantwortung übernehmen.
Wer Interesse an einer KiLeiCa-Ausbildung hat, kann sich bereits jetzt bei Doris Gerhardt unter doris.gerhardt@ekmd.de anmelden. Der nächste Kurs ist in den Winterferien 2027 geplant.






