Mitteilung des Bistums Fulda
Mit der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie hat die Theologische Fakultät Fulda am vergangenen Mittwoch ihr Patronatsfest begangen.
Die Veranstaltung im Bonifatiushaus unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Akademie als Ort des theologischen Diskurses und des Austauschs zwischen Wissenschaft, Kirche und Öffentlichkeit – gerade in einer Zeit struktureller und räumlicher Veränderungen.
Die Bedeutung von Lehre und Forschung sowie deren Relevanz für Kirche und Gesellschaft standen dabei im Mittelpunkt.
Hervorgehoben wurden zudem die guten Kooperationen der Fakultät, unter anderem mit dem Dezernat für Theologische Bildung, der Bibliothek des Priesterseminars und dem Kommissariat der Katholischen Bischöfe in Hessen.
Theologische Fakultät im Wandel
Im Rahmen der Akademischen Feier wurde die Theologische Fakultät Fulda als lebendiger Ort von Lehre und Forschung sichtbar. Rückblicke machten deutlich, dass die vergangenen Jahre von Transformationsprozessen geprägt waren, die zugleich neue Perspektiven eröffnet haben.
Der begonnene gemeinsame Weg mit dem Katholisch-Theologischen Seminar in Marburg wurde als gelungen beschrieben.
Auch die vorübergehende Verlagerung zentraler Veranstaltungen in das Bonifatiushaus wurde als Ausdruck von Kontinuität und Anpassungsfähigkeit gewertet.
Festvortrag und Promotionsfeier
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Akademie bildete der Festvortrag von Prof. Dr. Stephan Lauber. Unter dem Titel „… woher kommt mir Hilfe (Ps 121,1) – Die Hoffnung des Einzelnen auf den Beistand der Gemeinde in den Psalmen“ ging er der Frage nach, welche Rolle die Gemeinschaft für die Hoffnung des Einzelnen spielt. Dabei wurde die Glaubensgemeinschaft als wichtiger Resilienzfaktor herausgestellt.
Zu Beginn der Akademischen Feier wurde die Dissertation von Dr. des. Bruno Kono vorgestellt und ihm im Anschluss das Promotionszeugnis überreicht.
Der in Kamerun geborene Theologe beschäftigte sich in seiner Arbeit mit den Brüdern Jakobus und Johannes. In seiner Vorstellung betonte er deren unmittelbare Bereitschaft zur Nachfolge Jesu und dankte den zahlreichen Unterstützern seiner wissenschaftlichen Arbeit.
Neuer Rektor gewählt
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch bekannt, dass Prof. Dr. Stephan Lauber, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik, Dogmengeschichte und ökumenische Theologie, zum neuen Rektor der Theologischen Fakultät Fulda gewählt und von Rom bestätigt wurde. Er folgt auf Prof. Dr. Cornelius Roth, der das Amt vier Jahre lang innehatte.
Gesellschaftliche Präsenz von Theologie und Kirche
Im Festgottesdienst im Rahmen der Akademie hatte zuvor Bischof Dr. Michael Gerber angesichts weltweiter Krisen und wachsender gesellschaftlicher Spannungen vor einer zunehmenden Entsolidarisierung gewarnt.
In seiner Predigt rief er Christinnen und Christen dazu auf, ihren gesellschaftlichen Auftrag neu ernst zu nehmen und sich mit klaren Werten, Dialogbereitschaft und gelebter Verantwortung in öffentliche Debatten einzubringen.
Vor dem Hintergrund einer fragmentierten Welt und unter Druck geratener internationaler Partnerschaften – etwa durch den Rückgang der Entwicklungshilfe – betonte er die Bedeutung eines glaubwürdigen christlichen Lebens, das Orientierung und Perspektiven eröffnet. Von Theologie und Kirche forderte er in diesem Zusammenhang eine neue, sichtbare Präsenz in der Gesellschaft.
Musikalisch gestaltet wurde die Hrabanus-Maurus-Akademie von Silke Augustinski (Oboe) und Ulrich Moormann (Klavier).



