Gastbeitrag von Julia Otto
Am Samstag füllte sich die liebevoll geschmückte Wehrkirche St. Albanus in Kaltensundheim zum diesjährigen Valentinsgottesdienst, bei dem rund 50 Besucherinnen und Besucher zusammenkamen, um gemeinsam den Glanz der Liebe zu feiern.
Obwohl der Valentinstag traditionell am 14. Februar begangen wird, nutzten einige diesen nachgeholten Gottesdienst, um in besonderer Atmosphäre Zeit für Liebe, Gemeinschaft und Segen zu haben.
Die Kirche war mit vielen Lichtern und Dekorationen gestaltet, und die Veranstaltung bot Raum, im warmen Licht des Zusammenseins Liebe in all ihren Facetten bewusst wahrzunehmen.
Beim Eintritt erhielten alle Gäste einen rauen, glanzlosen Stein – ein zentrales Symbol dieses Valentinsgottesdienstes. In der Begrüßung durch Gemeindepädagogin Heike Straube wurde betont, dass Liebe sich nicht auf ein Datum festlegen lässt, sondern immer aktuell ist.
Gemeinsam wurde eingeladen, über den Glanz in Beziehungen nachzudenken: über das, was Freude schenkt, aber auch über das, was matt geworden ist und neue Wärme braucht.
Eine kurze Geschichte über einen scheinbar gewöhnlichen Stein, der durch Berührung zum Strahlen gebracht wird, führte ins Thema ein und bildete ein anschauliches Gleichnis dafür, wie Beziehungen durch Zuwendung, Wärme und Aufmerksamkeit wieder aufleuchten können.
Begleitet wurden diese Impulse von einer reichhaltigen musikalischen Gestaltung, die den Teilnehmenden Raum für eigene Gedanken und Erinnerungen bot.
Ein abwechslungsreiches Musikprogramm durchzog den gesamten Gottesdienst. Der Kirchenchor Aschenhausen eröffnete den Abend mit dem Lied „Nimm dir Zeit zu leben“, bevor das Duo Rosa Schütz und Lea Zita Hofmann mit „You Raise Me Up“ berührende Akzente setzte und später noch einmal mit „Seite an Seite“ zum Ausdruck brachte, wie Verbundenheit durch Musik erfahrbar wird.
Das Lied „Dir gehört mein Herz“ von Tanja Jahnel begleitet von Jens Rauch am Piano fügte sich stimmungsvoll in den Ablauf ein. Der Song „Weil du die Liebe meines Lebens bist…“ von Tanja Jahnel erfüllte erneut den Kirchenraum und griff die Atmosphäre des Abends musikalisch auf.
Im Evangelium nach Matthäus 5,14–16 wurde daran erinnert, wie Jesus die Menschen als „Licht der Welt“ bezeichnet – ein Licht, das nicht verborgen bleiben soll, sondern sichtbar wird.
Dieser Gedanke zog sich durch alle Elemente des Gottesdienstes und bildete den thematischen Rahmen für die Predigt von Heike Straube. Darin setzte sie sich mit dem mitgebrachten Stein auseinander und lud die Gemeinde ein, darüber nachzudenken, was in Beziehungen im Laufe der Zeit verloren gegangen ist und wie man gemeinsam wieder neue Wärme und Glanz finden kann.
Die praktischen Beispiele, die sie dabei nannte – gemeinsame Zeit, gegenseitige Wertschätzung oder ein liebevoller Gedanke – machten deutlich, wie Beziehungen im Alltag wieder Liebe und neuen Glanz gewinnen können.
Ein besonders intensiver und persönlicher Moment war die Einladung zum Steintausch und zur Segnung, bei dem die Teilnehmenden ihre rauen Steine die sie beim Einlass bekommen haben nach vorne bringen konnten, um symbolisch alles abzulegen, was ihre Beziehung, Freundschaft oder Familie matt gemacht hatte.
Nach dieser symbolischen Loslösung nahm jede Person oder jedes Paar einen neuen glänzenden farbigen Stein als Zeichen für Erneuerung und Hoffnung in Empfang, während Heike Straube den Segen spendete – als Stärkung für den gemeinsamen Weg und als Ausdruck des Vertrauens in Gottes Begleitung in allen Lebenslagen.
Wer wollte, konnte darüber hinaus ein Licht entzünden für Verstorbene – als sichtbares Symbol für Liebe, Erinnerung oder Hoffnung zu einem geliebten Menschen die nie vergeht.
Das Glaubensbekenntnis wurde im Gottesdienst als Liebesbekenntnis interpretiert. Nach dem liturgischen Teil gab es weitere Musikbeiträge die die Botschaften des Abends aufgriffen und so eine ganz besondere Gemeinschaftserfahrung schufen.
Berührend war der Moment, in dem viele Paare, der Chor und Einzelpersonen den Segen von Heike Straube empfingen. Im Anschluss hatten die Kirchenältesten ein Buffet mit leckeren Häppchen, Glühwein, Sekt und alkoholfreien Getränken vorbereitet.
Viele blieben noch in der Wehrkirche und verweilten bei Gesprächen, um den Abend in gemütlicher Atmosphäre ausklingen zu lassen. Ein großes Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben.






