Abendhimmel im März: Frühlingsgefühle, ein kleiner König & weltweite Mitmachaktion

Gastbeitrag von Anna-Lena Bieneck

„Auf majestätisch eigne Weise, geht nachts ein Löwe auf die Reise“ reimt der Sternenpoet Roland Müller und nimmt uns im März mit.

Denn mit dem astronomischen Frühlingsanfang am 20. März, wenn um 15:46 Uhr die Sonne auf die Nordhalbkugel des Firmaments wechselt, rückt immer mehr das Leitsternbild des Frühlings ins nächtliche Blickfeld: der Löwe.

Was die Sterne im März sonst noch bringen, erklären Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte beim Landkreis Fulda, und Hobby-Astronom Dr. Franz-Peter Schmidt in ihrer monatlichen Himmelsvorschau.

Mitten auf der Ekliptik, dem Weg, den Sonne, Mond und die Planeten durch den Himmel nehmen, strahlt des Löwen hellster Stern. Er heißt Regulus, was kleiner König bedeutet und das Herz des Löwen markiert.

Das Herz berührt – so ist es in vielen Gedichten verbrieft – auch die wunderschöne Frühlingsabenddämmerung, die im März den frühen Abend mit tiefblauem Dämmerlicht und nach und nach aufblitzenden Gestirnen verzaubert.

Am 3. März sorgt der Vollmond, der abgeleitet vom althochdeutschen Namen für den Frühling auch Lenzmond genannt wird, für ganznächtliches Naturlicht.

Globe at Night

Nach Vollmond geht unser Erdtrabant jede Nacht etwas später auf. Die Phase des abnehmenden Mondes bis Neumond am 19. März eignet sich hervorragend für „Globe at Night“, eine weltweite Mitmachaktion, bei der man die Sichtbarkeit von einzelnen Sternen ausgewählter Sternbilder per Computer oder Smartphone an die Wissenschaft übermittelt.

Denn die Sichtbarkeit der Sterne hängt nicht nur vom Wetter, sondern leider auch vom menschlichen Einfluss durch nächtliches Kunstlicht ab. Im März geht es um die Sichtbarkeit der Sterne von Orion und Löwen.

Auf der Webseite https://globeatnight.org findet man alle Informationen und auf unserer Sternkarte die genannten Sternbilder.

Der Frühlingssternenhimmel

Der März ist die Bühne für einen zauberhaften Wechsel: Die Wintersternbilder verabschieden sich und überlassen den Frühlingsboten das Himmelsparkett.

Abends bewundern wir noch die funkelnden Sterne des Wintersechsecks im Südwesten – mit Sirius als hellster Stern und unangefochtener Star der ersten Nachthälfte.

Doch um Mitternacht machen sie alle Platz für den himmlischen Frühling, angeführt vom majestätischen Löwen, einem markanten Sternentrapez.

Zusammen mit der Jungfrau, die sich im Südosten erhebt, und dem Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt, vervollständigt sich der Frühlingshimmel mit seinen Hauptkonstellationen.

Es gibt auch noch weitere, weniger bekannte Frühlings-Sternbilder. Dazu zählt das Ausgedehnteste am Gesamthimmel: das Sternbild Wasserschlange.

Es erstreckt sich über mehr als 100 Grad am Südhimmel und schlängelt sich westlich unterhalb des Löwen und der Jungfrau. Es braucht mehr als sieben Stunden, um vollständig aufzugehen.

Ihr hellster Stern heißt Alphard, was „der Einsame“ heißt, denn insgesamt ist das Sternbild zwar recht lichtschwach, der markante Kopf ist jedoch gut zu erkennen.

Emporgeschwungen hat sich zwischenzeitlich nun auch die Große Bärin, deren Schwanz und Bauch den sogenannten Großen Wagen bilden. Es ist nun eine gute Zeit, ihre Hinter- und Vorderläufe samt Tatzen und ihren Kopf, der fast im Zenit steht, zu finden.

Ihr Pendant am Himmel, das Sternbild Cassiopeia, auch als Himmels-W bekannt, steht gegenüberliegend Richtung Nordwest, unter ihr das Herbststernbild Perseus. Die Sternenkette der Andromeda verblasst im Abendlicht der Dämmerung.

Abendstern Venus, Jupiter und der goldene Henkel am Tag der Astronomie

Während Venus sich im Laufe des Monats als Abendstern etabliert und Jupiter strahlend hell in den Zwillingen wohnt, leitet Saturn seinen Abschied am Westhimmel ein.

Der Astronomietag 2026 am 28. März, also ein Tag vor der Uhrumstellung, widmet sich den beiden sichtbaren Planeten und dem sogenannten goldenen Henkel des Mondes.

Was es damit auf sich hat, kann man bei den vielen Veranstaltungen am Astronomietag erleben, die zum Beispiel hier aufgeführt sind: https://astronomietag.de.

Hinweis zum Sterneschauen: Bitte daran denken, zum Schutz der wildlebenden Tiere Kunstlicht zu vermeiden bzw. rücksichtsvoll zu nutzen. Die Beobachtung des Sternenhimmels ist bereits an den Ortsrändern möglich – Schutzgebiete sind tabu.