Bewegendes Benefizkonzert in Motzlar: Mit Herz & musikalischer Qualität

Beitrag von Martin Veltum

Die ehrwürdige St. Valentinuskirche in Motzlar öffnete am vergangenen Sonntag erneut ihre Türen für ein ganz besonderes Ereignis: Unter dem Leitgedanken „Hoffnung – Gemeinsam auf dem Weg durch die Fastenzeit“ erlebten zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein eindrucksvolles Benefizkonzert, das musikalische Vielfalt, inhaltliche Tiefe und gelebte Gemeinschaft auf berührende Weise vereinte.

Was 2012 als kleine Geste der Nächstenliebe begann, ist längst zu einer festen Institution im Ortsleben geworden.

Auch in diesem Jahr zeigte sich eindrucksvoll, wie stark Zusammenhalt wirken kann: Mit großem Engagement, spürbarer Hingabe und hoher Professionalität gestalteten Musikerinnen und Musiker, Organisatorinnen und Organisatoren sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer ein Programm, das gleichermaßen künstlerisch anspruchsvoll wie emotional zugänglich war.

Musikalische Vielfalt auf hohem Niveau

Den feierlichen Auftakt gestaltete die Blaskapelle Motzlar unter der musikalischen Leitung von Daniel Rausch mit „Highland Cathedral“. Mit ihrem warmen, getragenen Klangbild und fein abgestimmter Dynamik schuf sie einen würdevollen Rahmen, der die Zuhörenden unmittelbar in die besondere Atmosphäre des Nachmittags eintauchen ließ.

Im weiteren Verlauf überzeugte das Programm durch seine bemerkenswerte stilistische Bandbreite: vom klaren, unbeschwerten Klang des Kinderchores über das nachdenkliche Stück „Kleines Senfkorn Hoffnung“ bis hin zu den berührenden Worten von Leo Lengwinat, der Hoffnung aus der Perspektive eines Kindes schilderte.

Einen besonderen musikalischen Akzent setzten Daniel und Lina Rausch mit einem „Rigaudon“ aus dem 17. Jahrhundert. Mit stilistischer Sicherheit und feinem Gespür für barocke Artikulation gelang ihnen eine lebendige Interpretation dieses historischen Tanzsatzes.

Auch die Darbietung von Hugo Glotzbach, Vincent Wehner, Pius Freiwald und Elias Kling mit „Zur Rhön hinauf“ spiegelte eindrucksvoll die Verbundenheit zur Heimat wider.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des Bremer Chores unter der Leitung von Julia Knackert, Martin Nitsche und Martin Fischer.

Mit den Stücken „So hoch der Himmel über der Erde ist“ und „Seid behütet“ überzeugte das Ensemble durch klangliche Geschlossenheit, differenzierte Dynamik und eine fein austarierte Mehrstimmigkeit, die den Kirchenraum eindrucksvoll erfüllte.

Die Blaskapelle Motzlar setzte mit „Post im Walde“ einen beschwingten Kontrast, bevor meditative Klänge aus Taizé sowie ein nachdenklicher Beitrag von Leonie Matthes Raum zur inneren Einkehr schufen.

Mit moderneren Tönen begeisterte das Ensemble SAT mit „The Story“ und „Can’t Help Falling in Love“, die mit emotionaler Intensität und stimmlicher Präsenz dargeboten wurden.

Den kreativen Abschluss bildete ein Poetry-Slam von Daniela Wöhner und Familie, der das Thema Hoffnung sprachlich eindrucksvoll aufgriff.

Worte, die berühren – und Hilfe, die ankommt

Zwischen den musikalischen Beiträgen führten einfühlsame Moderationen und bewegende Geschichten durch das Programm, darunter die Erzählungen „Brot der Hoffnung“ und „Von der Traurigkeit“, die das Leitmotiv der Veranstaltung vertieften.

Im Rahmen der Veranstaltung informierten Bettina Kranz und Stefanie Schramm vom Verein „Wir mit Euch Rhön e. V.“ über den konkreten Verwendungszweck der Spenden. Diese kommen Amelie aus Unteralba sowie Jonathan aus Geisa zugute und sollen beiden Familien eine spürbare Unterstützung im Alltag bieten.

Amelie ist aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung im Alltag mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert und überwiegend auf einen Rollstuhl angewiesen. Mit zunehmendem Wachstum steigen auch die Anforderungen an ihre Mobilität.

Um weiterhin aktiv am sozialen Leben teilnehmen, Therapietermine wahrnehmen und ihre Selbstständigkeit fördern zu können, ist für Amelie und ihre Familie die Anschaffung einer Rollstuhlverladehilfe für das Auto dringend erforderlich. Amelie besucht die barrierefreie Grundschule in Geismar, in der sie sehr gut integriert wird und sich wohlfühlt.

Jonathan aus Geisa erlitt mehrere Schlaganfälle und ist dadurch körperlich eingeschränkt. Er hat bereits zahlreiche Operationen und Therapien durchlaufen müssen. Zusätzlich traf ihn und seine Familie ein schwerer Schicksalsschlag durch den plötzlichen Tod seines Vaters.

Die große Hilfsbereitschaft der Besucherinnen und Besucher zeigte sich auch in der bisherigen Spendensumme: Der vorläufige Spendenstand beläuft sich derzeit auf 4.420 Euro. Gleichzeitig besteht weiterhin die Möglichkeit, den guten Zweck durch weitere Spenden zu unterstützen.

Dank, der von Herzen kommt

Pastor Dr. Jürgen Kämpf fand in seiner bewegenden Ansprache würdige Worte des Dankes und der Anerkennung. In einer eindrucksvollen Rede bezeichnete er die Mitwirkenden und Unterstützenden als „Hoffnungsträger und Lichtbringer in einer Zeit, in der viele Menschen Orientierung suchen.

Sie zeigen, dass Gemeinschaft trägt und dass aus kleinen Gesten großes Licht entstehen kann. Möge das, was heute hier gewachsen ist, hinauswirken in unseren Alltag – als Mut, als Zuversicht und als gelebte Nächstenliebe.“

Gemeinsam mit der Gemeinde sprach er ein Gebet und spendete den Segen – ein stiller, aber kraftvoller Moment der Verbundenheit.

Das Organisationsteam dankte im Anschluss allen Mitwirkenden, Unterstützern und Gästen für die überwältigende Resonanz und die großzügige Hilfsbereitschaft.

Gemeinschaftlicher Ausklang

Beim anschließenden Beisammensein in der Dorfschule klang der Nachmittag in herzlicher Atmosphäre aus. Gabi Träber, Andrea Jakobi und Melanie Schel sorgten mit viel Liebe zum Detail für eine einladende Bewirtung.

Viele Frauen aus dem Rhönort Motzlar steuerten kulinarische süße sowie herzhafte Speisen bei und unterstützten so den guten Zweck, sodass die Veranstaltung in einem lebendigen Miteinander bei Gesprächen und Austausch ihren stimmungsvollen Ausklang fand.

Mit dem gemeinsam erlebten Konzert wurde einmal mehr deutlich, was diese besondere Tradition auszeichnet: Musik, die verbindet, Menschen, die füreinander einstehen – und Hoffnung, die bleibt.