Bibliotheken als Orte der Begegnung und Zukunft: Kreistreffen in Dermbach

Gastbeitrag von Jennifer Schellenberg

Beim Kreistreffen der Bibliotheken im Wartburgkreis am Mittwoch in der Bibliothek Dermbach standen aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven öffentlicher Bibliotheken im Mittelpunkt.

Vertreterinnen und Vertreter aus dem gesamten Kreisgebiet nutzten die Zusammenkunft, um sich über die Rolle der Bibliotheken in einer sich wandelnden Gesellschaft auszutauschen.

Bibliotheken als Orte der Begegnung und Bildung

Zu Beginn begrüßte Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk die Teilnehmer und hob die Bedeutung der Bibliotheken für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den Kommunen hervor.

Sie seien längst mehr als reine Ausleihstellen für Medien, sondern wichtige Treffpunkte, Bildungsorte und Räume der Begegnung.

Im fachlichen Teil sprach Sabine Brunner, Leiterin der Landesfachstelle für Bibliotheken, über die vielfältigen Aufgaben, vor denen Bibliotheken heute stehen.

Neben klassischen Angeboten gewinnen Themen wie Integration, digitale Teilhabe und die Entwicklung zum sogenannten „dritten Ort“, einem Begegnungsort jenseits des eigenen familiären Umfelds und des Arbeitsplatzes, zunehmend an Bedeutung.

Auch Künstliche Intelligenz rückt stärker in den Fokus. Bibliotheken sollen nicht nur zum Lesen anregen, sondern ebenso Begegnung ermöglichen, ganz nach dem Motto: „Lest nicht nur, begegnet euch!“

Digitalisierung und neue Angebote im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die digitale Entwicklung. Diskutiert wurde die Notwendigkeit einer klaren Strategie, die sowohl den sicheren Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln als auch nutzerfreundliche Online-Angebote umfasst.

Dass digitale Services für viele Menschen immer wichtiger werden, zeigen beispielsweise steigende Ausleihzahlen bei den digitalen Medien der Thüringer Onlinebibliothek Thuebibnet.

Deutlich wurde auch, dass Digitalisierung in Bibliotheken weit über die Bereitstellung elektronischer Medien hinausgeht. Zunehmend relevant sind auch automatisierte Abläufe, etwa bei Katalogisierung, Anmeldung oder dem Online-Bibliothekskatalog Web-OPAC.

Hinzu kommen neue Bildungsangebote wie erste Programmiererfahrungen mit den Lernrobotern Bee-Bots. Sie zeigen, dass Bibliotheken schon früh wichtige Impulse für Medienbildung und digitale Kompetenzen geben können.

Unterstützt werden solche Ansätze unter anderem durch die Förderung von Technotheken durch den Verein Deutscher Ingenieure.

Thematisiert wurde zudem die Fernleihe, die den Nutzerinnen und Nutzern der Thüringer Bibliotheken kostenfrei vom Land Thüringen angeboten wird.

Trotz dieses attraktiven Angebots ist die Inanspruchnahme rückläufig, obwohl die Fernleihe einen verlässlichen Zugang zu sicheren und qualitätsgeprüften Quellen ermöglicht.

Auch landesweite Initiativen und strategische Fragen fanden Beachtung. So wurde auf die Förderung von „Thüringen liest“ ebenso hingewiesen wie auf die Bedeutung einer gezielten Social-Media-Strategie, um Bibliotheken sichtbarer zu machen und neue Zielgruppen anzusprechen.

Bibliotheken bleiben unverzichtbar

Das Kreistreffen in Dermbach machte deutlich, dass Bibliotheken auch im ländlichen Raum unverzichtbare Einrichtungen sind. Sie verbinden Bildung, Kultur, Information und gesellschaftliche Teilhabe und setzen zugleich wichtige Impulse für ihre Kommunen.

Deutlich wurde auch, dass die digitale Weiterentwicklung der Bibliotheken kein Sprint, sondern ein Marathon ist. Umso wichtiger ist der kontinuierliche Austausch über gemeinsame Herausforderungen und gute Praxisbeispiele.