Gastbeitrag von Sabine Göbel
Zu einem besonderen Liederabend lud das Ostheimer Orgelbaumuseum in den Rathaussaal ein. Am Samstag begeisterten der Bassbariton Ulrich Schütte und der kurzfristig eingesprungene Pianist Prof. Jürgen Glauß ein zahlreich erschienenes Publikum.
Im Mittelpunkt des Abends stand Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13 Monate“, der von Natur, Werden und Vergehen erzählt – oft mit einem feinen Augenzwinkern.
Den beiden Solisten gelang es, diese Mischung aus Nachdenklichkeit und Leichtigkeit eindrucksvoll musikalisch umzusetzen.
Eine einführende Moderation erleichterte dem Publikum den Zugang zum Werk und machte auf besondere musikalische Raffinessen im Klavierpart aufmerksam, die während der Aufführung leicht überhört werden könnten.
Kästner verfasste die Gedichte in den 1950er-Jahren als Auftragsarbeit für eine Illustrierte. Der Zyklus wurde mehrfach vertont. Eine Fassung für tiefe Singstimme und Klavier von Edmund Nick wurde von Ulrich Schütte wiederentdeckt und 2009 erstmals auf CD eingespielt.
Seither hat der Sänger das Werk rund 90 Mal zur Aufführung gebracht. Der gelungene Konzertabend entließ die Besucher beschwingt in den Märzabend.


