Gastbeitrag von Martin Kremer
Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich zwölf Teilnehmer in Wüstensachsen zu einem Schnupperkurs für Obstbaumschnitt. Manuela Plescher zeigte an unterschiedlich alten Apfel- und Birnbäumen auf, worauf es beim Obstbaumschnitt ankommt.
Mit einem theoretischen Einstieg begann die ganztägige Fortbildung, die vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön in Kooperation mit der Gemeinde Ehrenberg angeboten wurde.
Plescher erläuterte zunächst die Wertigkeit und Bedeutung alter Streuobstbestände. Sie liefern Nahrung, bieten Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen und sind gut für das Mikroklima. Doch ohne Pflege und regelmäßigen Schnitt geht es nicht.
Obstbaumschnitt ist wichtig, damit die Bäume eine stabile Kronenstruktur erhalten und nicht vorzeitig vergreisen. Besonders wichtig ist, Misteln zügig aus den Bäumen zu entfernen, da sie zum Absterben der Obstbäume führen.
Vor dem Schnitt steht das Analysieren, die sogenannte Ansprache des Baums. Welches sind die Leitäste, die dem Baum Struktur geben? Welches sind die Fruchtäste, die von den Leitästen abgehen und für Ertrag sorgen? Hat der Baum eine Spitze, die gefördert werden sollte?
Für den anschließenden Schnitt gilt die Beachtung der Grundregel: steil nach oben wachsende Zweige dienen dem Wachstum, waagerechte Zweige bilden Frucht und hängende Äste sterben ab.
Zweige, die nach innen wachsen, sollten ebenfalls entfernt werden, damit der Baum Licht und Luft erhält. Plescher machte deutlich, dass der jährliche Pflegeschnitt behutsam erfolgen sollte, denn es sollten nicht mehr als max. ein Drittel der Zweige und Äste entfernt werden.
Und auch dies gibt die Referentin den Teilnehmern mit auf den Weg: „Man kann keinen starkwüchsigen Obstbaum zum Bonsai machen“.
Erläutert wurden auch die Arbeitsgeräte wie Astscheren und -Sägen, wobei gerade Teleskopgeräte zur Arbeitserleichterung beitragen.
Nach einer Brotzeit wurde dann das Erlernte am Tretbecken von Wüstensachsen in der Praxis erprobt.
Von ganz jungen, frisch gepflanzten Bäumen bis zu alten hohlen Habitatbäumen reichte die Palette der Bäume, die gepflegt wurden. Unter lebhaften Diskussionen wurden die einzelnen Arbeitsschritte abgewogen und Schritt für Schritt umgesetzt.
Mit der Empfehlung gemäß des Mottos „Übung macht den Meister“ wurden die Teilnehmer am Nachmittag verabschiedet, um sich den eigenen Bäumen zu widmen.
Martin Kremer vom Verein Natur- und Lebensraum dankte der Gemeinde Ehrenberg für die Unterstützung, Manuela Plescher für die fundierte Gestaltung und den Teilnehmern für ihr lebhaftes Interesse.



