Junior Ranger schützen wandernde Amphibien – Jede helfende Hand zählt!

Gastbeitrag von Lea Hohmann

Wenn die Temperaturen steigen und die Nächte feuchter werden, beginnt in der Rhön ein stilles Naturschauspiel: Tausende Amphibien machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern.

Damit ihre Reise nicht an Straßen endet, greifen engagierte Helfer ein – darunter auch die jüngsten Naturschützer der Region. Tatkräftig packen die Junior Ranger vom Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön beim Bau von Amphibienschutzzäunen mit an.

Der Aufbau der Zäune erfolgt in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Bund Naturschutz, der im Landkreis Bad Kissingen mehrere dieser Schutzzäune betreut.

An den Fischteichen bei Premich, ein Gemeindeteil des Marktes Burkardroth im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen, steht die Wanderungszeit der Amphibien bevor.

Damit die Tiere nicht in den Straßenverkehr geraten, werden von Forstarbeitern und ehrenamtlichen Helfern dort jedes Jahr Krötenzäune von etwa einem Kilometer Länge aufgebaut und regelmäßig kontrolliert.

Da zählt jede helfende Hand! Deshalb treffen sich die Junior Ranger hier mit Joseph May vom Bund Naturschutz, um gemeinsam einen weiteren Zaunabschnitt aufzubauen.

„Vergangenes Jahr haben wir hier über 4.000 Erdkröten gezählt. Die Anzahl der Molche hat leider abgenommen, dafür hatten wir letztes Jahr zum ersten Mal auch drei Feuersalamander am Krötenzaun“, informiert Joseph May, der schon seit Jahren die

Amphibienschutzzäune bei Premich betreut. Er zeigt den Helfern, wie am Anfang des Zauns die Sammeleimer vergraben werden, damit die Amphibien nicht am Zaun vorbeiwandern können.

In diesen Eimern können die Tiere dann auch gleich über die Straße getragen werden. Eifrig machen sich die Junior Ranger an die Arbeit, klopfen die Pfosten in die Erde und befestigen daran den Schutzzaun.

Danach müssen noch alle Löcher und Spalten verschlossen werden, damit keine Tiere unter dem Zaun durchschlüpfen können. Dazu benutzen die Junior Ranger Material vor Ort, wie zum Beispiel Äste, Laub, Steine und Erde.

Nach getaner Arbeit werden noch die angrenzenden Teiche erforscht. Mit Erlaubnis des Eigentümers und der Naturschutzbehörde machen sich die jungen Amphibienschützer mit Keschern auf die Suche nach Wassertieren.

Amphibien sind leider noch keine unterwegs, dafür gibt es Wasserkäfer, Wasserasseln, Rückenschwimmer, Eintagsfliegen- und Libellenlarven zu entdecken.

„Schaut mal, was ich gefunden hab!“, ruft Junior Rangerin Rosalie begeistert und zeigt den anderen eine knapp 12 cm große Muschel.
Aufgeregt wird der neue Fund von allen begutachtet.

„Das sieht aus, wie eine Gemeine Teichmuschel“, vermutet Naturpark-Rangerin Amelie Nöth, die bei der Bestimmung der Tiere weiterhilft. Nachdem alle Funde dokumentiert sind, werden die kleinen Teichbewohner wieder vorsichtig zurückgesetzt.

„Ihr habt heute hervorragende Arbeit geleistet. Vielen Dank für euren Einsatz!“, bedankt sich Naturpark-Rangerin Martina Faber zum Ende der Veranstaltung.

Die Junior-Ranger-Gruppe in der Bayerischen Rhön gibt es nun seit eineinhalb Jahren. Monatlich treffen sich naturbegeisterte Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren, um gemeinsam Hecken zu pflanzen, Nistkästen zu bauen, Tiere und Pflanzen kennenzulernen oder bei der Pflege von Lebensräumen mitzuhelfen.

Für Informationen zur Teilnahme und Bewerbung schicken Sie gerne eine E-Mail an: juniorranger@nbr-rhoen.de.