„Spinnrad, Tracht & Tradition“ – Rhönharfen aus Kaltenlengsfeld auf der Veste Wachsenburg

Gastbeitrag von Dirk Koch

Kein Stuhl war mehr frei, als am 21. Februar die Ausstellung „Spinnrad, Tracht & Tradition“ auf der Veste Wachsenburg eröffnete.

Burgherr Georg Wagner spannte in seiner Rede den Bogen von den Anfängen der Wachsenburgsammlung im Jahre 1896 über die Zeit des beliebten Heimatmuseums bis zum Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest 2003, bei dem es letztmalig eine Trachtensonderausstellung auf der Burg gab.

Die neue Ausstellung befindet sich jetzt im Keller des Neuen Baus und zeigt unzählige Leihgaben aus der Region der Drei Gleichen, aber auch vom Inselsberg, aus der Rhön und dem Altenburger Land.

Am Eingang der Wachsenburg wehte die Fahne der Thüringer Trachtenjugend, die an der neuen Ausstellung beteiligt ist und sie auch mit betreuen wird.

„Es ist mir eine Ehre, an einem Ort auszustellen, wo bereits Luise Gerbing ihre Studien betrieben hat“, so freute sich Monika Lessing aus Merkers, die ihre wunderschönen Trachtenpuppen aus der Rhön mitgebracht hatte. Diese standen auch bei der nachfolgenden Besprechung im Blickpunkt der Zuschauer.

Christina Reißig von den Schönauer Backfrauen hatte sich zur Ausstellungseröffnung ganz besonders ins Zeug gelegt: Es gab einen Kuchen mit der Darstellung der Türme der Veste Wachsenburg.

Frank Hößel aus Kaltenlengsfeld sorgte mit den Rhönharfen der Folkloretanzgruppe Kaltenlengsfeld e.V. für sanfte Klänge. Begonnen wurde mit nachdenklichen Liedern, z.B. mit „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Das passte ganz gut, denn in der Ausstellung wird auch an wichtige Personen der Thüringer Trachtenwelt erinnert, die nicht mehr unter uns weilen, an Regina Schmidt aus Kaltenlengsfeld, an Roswitha Möller aus Tabarz oder an Egon König aus Finsterbergen.

Die Trachtengruppe Tabarz unterhielt musikalisch und hatte ihre fleißigen Spinnfrauen mitgebracht. Dazu gesellte sich Ingrid Hanschke aus Wümbach bei Ilmenau, die bereits sehr erfolgreich an mehreren Thüringer Wettspinnen teilgenommen hat.

Eine so große Ausstellungseröffnung gab es auf der Wachsenburg in den letzten Jahrzehnten nicht, wie Burgherr Georg Wagner immer wieder aufs Neue betonte. Die Freude über die gelungene Veranstaltung war ihm anzumerken.

Selbst am darauffolgenden Sonntag war die Ausstellung wieder gut besucht. Viele Fragen mussten beantwortet werden. Das Interesse an Volkskunst, an Tracht und Historischem ist nicht gerade klein.

Die meisten Besucher waren sich gar nicht darüber klar, wie schön und besonders die Thüringer Trachtenwelt doch ist! Vor allem waren viele erstaunt, wie lebendig Tracht und Tradition in Thüringen erhalten werden. Sie werden demnächst aufmerksamer schauen.